Ildefons von Arx

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Ildefons von Arx

Ildefons von Arx (* 3. Oktober 1755 in Olten als Urs Joseph Nicolaus von Arx; † 16. Oktober 1833 in St. Gallen) war ein Schweizer Mönch, Historiker und von 1823 bis 1833 Stiftsbibliothekar in der Stiftsbibliothek St. Gallen.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner schulischen Ausbildung in Olten, Toggenburg und St. Gallen trat von Arx 1773 mit 18 Jahren als Novize in das Benediktinerkloster St. Gallen ein und nahm ein Jahr später bei seiner Profess den Ordensnamen Ildefons[1] an. Seine Priesterweihe war im Jahr 1781.[2] Er war ein Freund des letzten St. Galler Abtes Pankraz Vorster und stand in Opposition zum Fürstabt Beda Angehrn, dessen Schuldenwirtschaft er nicht billigte. Aus diesem Grund wurde er 1788 nach Hemberg und im September 1789 nach Ebringen im Breisgau versetzt, wo Vorster bereits seit 1788 strafversetzt war.

In Ebringen schrieb von Arx 1792 die Geschichte der Herrschaft Ebringen. 1796 wurde er von Vorster, der inzwischen die Nachfolge von Fürstabt Angehrn angetreten hatte, nach St. Gallen zurückberufen. Er war 1797 Mitglied der St. Galler Interimsregierung. Während er das Oltner und St. Galler Archiv ordnete, schrieb er mehrere Geschichtswerke. Sein bedeutendstes Werk waren die drei Bände Geschichten des Kantons St. Gallen (1810–1813). Diese behandeln den historischen Hintergrund des neu geschaffenen Kantons. Als das Stift 1805 endgültig aufgehoben wurde, arbeitete er als Gehilfe des Archivars Konrad Meier.

Im Jahr 1813 wurde von Arx der Leiter des St. Galler Priesterseminars, darauf folgten 1817 der Erziehungsrat und 1824 nach dem Tod seines Freundes und Vorgängers Johann Nepomuk Hauntinger die Anstellung als Stiftsbibliothekar im Stiftsarchiv St. Gallen und Domherr des Doppelbistums Chur-St. Gallen sowie die Funktion Geistlicher Rat. Er arbeitete auch bei den ersten beiden Bänden der Scriptores in folio der Monumenta Germaniae Historica mit, wo er annalistische Texte aus St. Galler Handschriften[3] sowie Viten und die Casus Sancti Galli veröffentlichte[4]. Er stand mit anderen zeitgenössischen Geschichtsforschern wie z. B. Joseph von Laßberg in regem Austausch.

Nach ihm ist der Ildefonsturm in Olten benannt.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Replik des Brunnens der vier Brüder vor dem Pfarrhaus in D-79285 Ebringen, urspr. errichtet 1790 von vier von St. Gallen nach Ebringen exilierten Mönchen. Rechts oben auf dem Brunnen PANVOR für Pankraz Vorster, der spätere letzte St. Galler Fürstabt, rechts unten ILDAR für Ildefons von Arx

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. eigentlich Hildefons, «der Kampfbereite», von althochdeutsch hiltja = Kampf und funs = bereit
  2. Historischer Verein St. Gallen (Hrsg.): P. Ildefons von Arx, der Geschichtsschreiber des Kantons St. Gallen. Ein Lebensbild aus der Zeit der Umwälzung. St. Gallen 1874. Beitrag von ADB-Autor Gerold Meyer von Knonau
  3. Inhaltsverzeichnis SS 1, 1826
  4. Inhaltsverzeichnis SS 2, 1829
VorgängerAmtNachfolger
Konrad MeierBibliothekar von St. Gallen
1824–1833
Franz Weidmann