Ilimanaq

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Ilimanaq (Wie erwartet!)
Claushavn Ilimanaĸ
Ilimanaq-aerial.jpg
Kommune Avannaata Kommunia
Distrikt Ilulissat
Geographische Lage 69° 4′ 59″ N, 51° 6′ 59″ WKoordinaten: 69° 4′ 59″ N, 51° 6′ 59″ W
Ilimanaq (Grönland)
Ilimanaq
Höhe m
Einwohner 54
(1. Januar 2017)
Gründung 1741
Zeitzone UTC-3

Ilimanaq [iˈlimanaq] (nach alter Rechtschreibung Ilimanaĸ; dänisch Claushavn) ist eine grönländische Siedlung im Distrikt Ilulissat in der Avannaata Kommunia.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilimanaq liegt auf dem grönländischen Festland an der weitestgehend gerade verlaufenden Küstenlinie am östlichen Ufer der Diskobucht. Der Ilulissat-Eisfjord (Kangia) trennt die Gegend um Ilimanaq vom 15 km nördlich liegenden Ilulissat. Nur fünf Kilometer nördlich von Ilimanaq liegt die verlassene Siedlung Avannarliit, einen weiteren Kilometer nördlich lag die 1949 verlassene Siedlung Eqi. Direkt vor der Küste von Ilimanaq liegen die drei Inseln Ivissuartooq, Quilik und Affarleq. Der Ort liegt auf einem schmalen 160 m breiten Streifen, der im Osten vom See Tasersiaq begrenzt wird.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilimanaq ist einer der ältesten Orte Grönlands. Er wurde 1741 als Missionsstation gegründet. Wenig später wurde der Ort als Walfängerstation genutzt.[2]

Der Ortsname ist eine Interjektion, die von dem Verb ilimanarpoq (es kann erwartet werden) abgeleitet ist, und demnach etwa mit Wie erwartet! zu übersetzen. Der dänische Name Claushavn hingegen ehrt hingegen den holländischen Seefahrer und Walfänger Klaes Pietersz. Thorp, der zwischen 1719 und 1732 in der Diskobucht aktiv war.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilimanaq lebt von der Jagd und vom Fischfang. Eine Fischfabrik existiert im Ort jedoch nicht. Der Tourismus spielt ebenfalls eine größere Rolle in Ilimanaq. Wanderer brechen häufig von hier nach Qasigiannguit oder zum Eisfjord auf. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten sind im Handwerk, im Dienstleistungsgewerbe, im Handel, in der Schule oder in der Verwaltung zu finden.[2]

Infrastruktur und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlegeverhältnisse für Boote in Ilimanaq werden als problematisch angesehen. Der Hafen befindet sich im Süden des Orts. Über den Heliport Ilimanaq im Nordosten wird der Ort aus der Luft versorgt. Es gibt einen Weg in Nord-Süd-Richtung in Ilimanaq, der den Hafen mit dem Heliport verbindet und von dem kleine Stichwege abzweigen.

Über ein Dieselkraftwerk versorgt Nukissiorfiit Ilimanaq mit Strom, während die Wasserversorgung über den Dorfsee gewährt wird. Ölöfen versorgen die Häuser, die allesamt nicht an ein Abwassernetz angeschlossen sind, mit Wärme. Müll wird im Norden des Orts deponiert. TELE Greenland ist für die telekommunikative Versorgung von Ilimanaq zuständig.[2]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lars Hansenip Atuarfia unterrichtet die Kinder in Ilimanaq. Es gibt eine Krankenstation, ein Servicegebäude mit Wäscherei, Werkstatt und Möglichkeiten für sportliche Betätigung, eine Pilersuisoq-Filiale, ein Versammlungsgebäude und einen Fußballplatz.

Viele der Gebäude in Ilimanaq stammen noch aus der frühen Zeit des Ortes aus dem 18. Jahrhundert und sind dementsprechend baudenkmaltechnisch geschützt. Diese sind die Kirche von 1908, ein Fischhaus, das frühere Kühlhaus, das jetzt als Lager dient, zwei weitere Lager, die ehemalige Trankocherei, die Wohnung des Kolonialverwalters und das Gebiet mit alten Handelsgebäuden.[2]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Sandgreen (1914–1999), Schriftsteller, Maler, Pastor, Katechet und Lehrer

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl von Ilimanaq lag lange konstant bei 80 bis 90 Einwohnern. Ab etwa 2010 fiel die Einwohnerzahl stark und bewegt sich mittlerweile bei 50 bis 60 Personen.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ilimanaq – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. a b c d Ilimanaq bei qaasuitsup-kp.cowi.webhouse.dk
  3. Ilimanaq bei greenland-travel.dk
  4. Einwohnerzahl Ilimanaq 1977–2018 bei bank.stat.gl