Iljuschin Il-12

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Iljuschin Il-12
Ilyushin Il-12 OK-DBN CSA Orly 27.05.57.jpg
Typ: Verkehrsflugzeug
Entwurfsland: Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller:

Iljuschin

Erstflug: 7. Januar 1946
Stückzahl: 663[1]

Die Iljuschin Il-12 (russisch Ильюшин Ил-12, NATO-Codename: Coach) war ein sowjetisches Verkehrsflugzeug. Es wurde ab 1944 als Ablösemuster für die Lissunow Li-2 entwickelt. Den Erstflug des Typs führte der Testpilot Konstantin Konstantinowitsch Kokkinaki am 7. Januar 1946 durch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch während des Zweiten Weltkriegs, ab etwa 1942, suchte die Sowjetunion nach einem moderneren und leistungsfähigeren Nachfolger für die Li-2, welche eine Lizenzversion der US-amerikanischen Douglas DC-3 war. Ursprünglich waren Dieselmotoren von Tscharomski vorgesehen. Die Il-12 basiert zwar zum Teil auf der Li-2, weist aber ihr gegenüber erhebliche konstruktive Unterschiede bei Fahrwerk, Tragflächen und Leitwerk auf, so dass sie eher einen gänzlich neuen Flugzeugtyp denn eine Weiterentwicklung der Li-2 darstellt. Die Il-12 war der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Il-14.

Insgesamt wurden 663 Flugzeuge dieses Typs gebaut.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Il-12 ist als Tiefdecker in Ganzmetallbauweise konstruiert. Der Rumpf hat einen kreisförmigen Querschnitt und ist in Halbschalenbauweise gefertigt. Die dreiteiligen Tragflächen in Schalenbauweise sind zweiholmig ausgeführt, besitzen Trapezform und ebenso wie das Normalleitwerk freitragend. Für das Tragflügel-Mittelstück wurde das Profil Clark YH und für die Außenflügel das Profil Clark K-4 verwendet. An den Hinterkanten befinden sich hydraulisch betätigte Spaltklappen. Alle Steuerflächen haben eine Metallstruktur mit Stoffbespannung. Aufgrund einer unzureichenden Richtungsstabilität während der Testflüge wurde vor dem Seitenleitwerk ein Falschkiel hinzugefügt. Das Flugzeug hat ein Bugradfahrwerk mit Zwillingsbereifung der Haupträder. Geparkt wird das Flugzeug von einer Heckstütze gesichert. Angetrieben wird die Il-12 von zwei Sternmotoren Schwezow Asch-82FNW (2 × 1.850 PS) mit Vierblatt-Verstellpropellern AW-9E-91. Bei späteren Modifizierungen wurden Enteisungssysteme für die Propeller, Fenster, Leitwerke und Motoren verwendet.

Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Normalversion für 27 Passagiere existierten auch Varianten für 18 bzw. 32 Passagiere.
Die Transportversion ist an der zweiflügligen Tür links zu erkennen.
Die Version Il-12D besaß auf dem Rumpf einen bewaffneten Drehturm.
Die Version Il-12T konnte 26 voll ausgerüstete Soldaten oder 30 Fallschirmspringer transportieren. In der Sanitätsvariante war der Transport von 16 Kranken auf Tragen und sechs sitzenden Kranken möglich.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1947 wurde die Maschine im Liniendienst durch die sowjetische Fluggesellschaft Aeroflot eingesetzt. Die Il-12 war für 27 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder vorgesehen, diese Zahl wurde aber aufgrund mangelnder Motorleistung auf 21 Passagiere, später auf 18 begrenzt. Hauptsächlich wurde die Il-12 in der Sowjetunion geflogen, unter anderem auch bei der Polarluftflotte der Aeroflot. In einigen Exemplaren kam sie auch bei der tschechoslowakischen Fluggesellschaft ČSA (siehe Foto), der polnischen LOT, der chinesischen CAAC, der bulgarischen TABSO und der rumänischen TAROM zum Einsatz.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Erstflug 1946 bis zum Betriebsende 1970 kam es mit Iljuschin Il-12 zu 49 Totalschäden von Flugzeugen. Bei 45 davon kamen 486 Menschen ums Leben.[2] Beispiele:

Diese Liste ist unvollständig und wurde erst begonnen (August 2017).

  • Am 24. November 1956 stürzte eine Il-12B der tschechoslowakischen Fluggesellschaft CSA (Luftfahrzeugkennzeichen OK-DBP), vermutlich wegen Triebwerksproblemen, 13 Kilometer nach dem Start vom Flughafen Zürich-Kloten, nur 500 m vom südlichen Ortsrand von Wasterkingen Schweiz entfernt, in eine landwirtschaftlich genutzte Fläche. Dabei starben alle 23 Passagiere und Besatzungsmitglieder.[3][4]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten[5]
Besatzung 4–5
Passagiere 18–32
Länge 21,30 m
Spannweite 31,70 m
Höhe 8,07 m
Flügelfläche 100,00 m²
Flügelstreckung 9,3
Flügelpfeilung
V-Stellung
Fahrwerkspurbreite 8,00 m
Radstand 5,37 m
Leermasse 9.000 kg
Zuladung 8.000 kg
Nutzlast 3.000 kg
Startmasse 17.000 kg
Flächenbelastung 170,0 kg/m²
Leistungsbelastung 5,3 kg/PS
Antrieb zwei 14-Zylinder-Sternmotoren ASch-82FNW mit je 1.361 kW (1.850 PS)
Höchstgeschwindigkeit 375 km/h in 2.000 m Höhe
Reisegeschwindigkeit wirtschaftlich 300 km/h
maximal 320 km/h
Landegeschwindigkeit 145 km/h
Steigleistung 5,0 m/s
Dienstgipfelhöhe 6.500 m
Reichweite normal 1.500 km
maximal 1.900 km
Start- /Landerollstrecke 500  / 700 m

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Iljuschin Il-12 und Il-14. In: de Agostini (Hrsg.): AIRCRAFT. Die neue Enzyklopädie der Luftfahrt. Nr. 83. Topic, München-Karlsfeld 1994, S. 2297–2301.
  • Yefim Gordon, Dmitriy Komissarov: Ilyushin: Il-12 and IL-14 - Successors to the Li-2. Midland, Hinckley 2006, ISBN 1-85780-223-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Iljuschin Il-12 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Höfling: Iljuschin seit 1933. Motorbuch, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-613-03604-8, S. 120
  2. Unfallstatistik Ilyushin Il-12, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Dezember 2017.
  3. Air-Britain Archive: Casualty Compendium (englisch) Part 69, Juni 1998 S. 98/55.
  4. Unfallbericht IL-12 OK-DBP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. August 2017.
  5. Heinz A. F. Schmidt: Sowjetische Flugzeuge. Transpress, Berlin, S. 45.