Illma Gore

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Illma Gore in der Performance Dis/Connect (2015)

Ashley Illma Gore (* 2. März 1992) ist eine US-amerikanisch-australische Künstlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ashley Illma Gore wurde als Tochter des australischen Immobilienentwicklers Mike Gore und seiner dritten, US-amerikanischen Ehefrau Karin geboren. Gore hat eine Zwillingsschwester und zwei Halbbrüder. 1994 starb ihr Vater an einem Herzinfarkt, nachdem sein Immobiliengeschäft zusammengebrochen und die Familie nach Kanada gezogen war. Danach zog ihre Mutter, die fortan an Depressionen gelitten haben soll und 2009 verstarb, nach Australien. In Ashmore, einem Ortsteil von Gold Coast City in Queensland, besuchte Gore das Trinity Lutheran College. Im Alter von elf Jahren war sie eine Zeit lang obdachlos. 2012 studierte sie das Diplomfach Interactive Digital Media.[1][2] Seit 2016 lebt und arbeitet Gore als Performance-Künstlerin in Los Angeles, Kalifornien.

Im März 2016 änderte Gore auf ihrer eigenen Website den kurzen Text über sich („Alles ist Kunst“)[3] zu Gender Fluid Futurist (etwa: „Futuristin mit fließender Geschlechtsidentität“),[4] auch Presseartikel zitierten dies.[5][6] Einige Monate später änderte Gore den Text wiederum: „Ich glaube daran, dass Kunst keine Sache ist – es ist ein Weg.“[7] In neueren Presseberichten wird eine nichtbinäre Geschlechtsidentität nicht erwähnt. Gores Selbstdarstellung änderte sich im Weiteren alle paar Monate, bis sie 2019 die Website aufgab.

Künstlerische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gores Kunst, die sich insbesondere durch Zeichnung, Streetart und Body-Art ausdrückt und sich an Arbeiten von Marina Abramović und Christian Boltanski orientiert, entwickelte sie als Autodidaktin; über eine klassische Kunstausbildung verfügt sie nicht.[8] Als Künstlerin wurde Gore im Jahr 2013 bekannt, als sie in ihrer Performance Marriage Equality mit unbekleidetem Oberkörper durch Brisbane Fahrrad fuhr. Die entblößte Haut ihres Rückens nutzte sie dabei als Bildfläche für die Aufschrift My shirt didn’t match my rights. Dieser Spruch – auf Deutsch Mein Hemd entspricht nicht meinen Rechten – bezog sich auf Tony Abbott, damals wahlkämpfender Spitzenkandidat der Liberal Party of Australia für das Amt des australischen Premierministers, der sich zur Frage der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe ablehnend geäußert hatte.[9][10]

2015 trat Gore durch die Aktion Tattoo Me an die Öffentlichkeit, die dazu eingeladen wurde, Gores Körper zu Tätowierungen zu nutzen. Gegen eine Zahlung von 10 $ zugunsten einer Obdachlosen-Hilfsorganisation konnten fremde Leute dabei auch komische und banale Texte und Bilder bestimmen, die in Gores Haut als „menschliche Leinwand“ verewigt wurden.[11][12] Anfänglich auf einen Gesamterlös von 6000 $ begrenzt erweiterte Gore das Crowdfunding für diese Aktion auf 17.500 $.

Make America Great Again
Illma Gore, 2016
Link zum Bild
(Bitte Urheberrechte beachten)

International bekannt wurde Gore schließlich durch die Buntstiftzeichnung Make America Great Again, die in einer Londoner Galerie für eine Million US-Dollar bewertet und zum Verkauf ausgestellt ist,[13][14][15][16] nachdem zwei Versuche, das Bild über das Portal eBay zu veräußern, durch Abschaltung gescheitert waren[17] und mehrere US-Galerien sich geweigert hatten, es auszustellen.[18][19] Die Zeichnung, die von Facebook und anderen Medien verbannt wurde[20] und ihr in den Vereinigten Staaten nach eigenen Angaben eine Vielzahl von Todesdrohungen,[21] eine Verfolgung und Bedrohung nach dem Digital Millennium Copyright Act[22] sowie eine Gesichtsverletzung als Folge eines körperlichen Angriffs eines Trump-Anhängers eintrug,[23] stellt den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump als Akt mit einem winzigen Penis dar. Der Titel des Bildes ist identisch mit dem Slogan von Trumps Wahlkampf (Make America Great Again). Auf ihrer Webseite schrieb sie hierzu:[24]

„‚Make America Great Again‘ was created to evoke a reaction from its audience, good or bad, about the significance we place on our physical selves. One should not feel emasculated by their penis size or vagina, as it does not define who you are. Your genitals do not define your gender, your power, or your status. Simply put, you can be a massive prick, despite what is in your pants.“

„‚Make America Great Again (Mach Amerika wieder groß)‘ wurde geschaffen, um eine positive oder negative Reaktion des Publikums hervorzurufen, eine Reaktion, die darüber Aufschluss gibt, welche Bedeutung wir unserem körperlichen Selbst zumessen. Man sollte sein Geschlecht oder seine Identität nicht über die Größe von Penis oder Vagina bestimmen; die Genitalien definieren weder Geschlecht, noch Stärke oder Status. Knapp gesagt: Unabhängig von dem, was du in deiner Hose hast, kannst du ein großer Arsch sein.“

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marriage Equality (My shirt didn’t match my rights). Performance 2013.
  • I Can’t Tell If It’s Really Early Or Really Late. Gedicht 2014.[25]
  • Dis/Connect. Performance 2015.
  • Tattoo Me (Human Canvas Exhibition). Crowdfunding-Aktion 2015–2016.[26]
  • Make America Great Again. Kreidezeichnung 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Illma Gore, Biografie im Portal rawartists.org, abgerufen am 10. April 2016
  2. Ashley Gore, Biografie im Portal hatchfund.org, abgerufen am 11. April 2016
  3. Illma Gore: About. (Memento vom 14. Februar 2016 im Internet Archive) In: IllmaGore.com. Februar 2016, abgerufen am 31. März 2020 (englisch); Zitat: „Everything is art.“
  4. Illma Gore: About. (Memento vom 12. März 2016 im Internet Archive) In: IllmaGore.com. März 2016, abgerufen am 31. März 2020 (englisch).
  5. Neil Murphy: Weird World: Luxury toilet made from Louis Vuitton handbags goes on sale for $ 100,000. In: International Business Times. 9. November 2017, abgerufen am 31. März 2020 (englisch); Zitat: „Her website describes her as a ‘gender fluid futurist’ who merges “tech, our physical selves and art”.“
  6. Claire Voon: Drawing of Donald Trump with a Micropenis Might Get Artist Banned for Life from Facebook #NSFW. In: Hyperallergic.com. 11. März 2016, abgerufen am 31. März 2020 (englisch); Zitat: „Illma Gore, a self-described “gender-fluid futurist,” […]“.
  7. Illma Gore: About. (Memento vom 27. Juli 2016 im Internet Archive) In: IllmaGore.com. Juli 2016, abgerufen am 31. März 2020 (englisch); Zitat: „I believe art is not a thing – it is a way.“
  8. The Human Canvas. Webseite im Portal inenart.eu, abgerufen am 9. April 2016
  9. My shirt didn’t match my rights, YouTube-Video (1:27 min)
  10. Topless Lesbian Rides CBD: Brisbane artist Illma Gore rode topless through Brisbane's busy CBD. Artikel vom 23. August 2013 im Portal triplem.com.au, abgerufen am 10. April 2016
  11. 'My bod is yours': artist plans to tattoo herself all over with strangers' names. Artikel vom 20. Januar 2015 im Portal theguardian.com, abgerufen am 10. April 2016
  12. Interview von Tish Weinstock: illma gore will tattoo your name on her body for $10. In: i-d.vice.com. 26. Januar 2015, abgerufen am 31. März 2020 (englisch).
  13. James Nicholls: Naked Donald Trump artwork by Illma Gore is contemporary art’s way of helping to make America great again. Webseite vom 12. April 2016 im Portal maddoxgallery.co.uk, abgerufen am 24. Juli 2016
  14. Nackter Trump für 1,2 Millionen Euro zu verkaufen. Artikel vom 9. April 2016 im Portal tagesspiegel.de, abgerufen am 9. April 2016
  15. Nackter Donald Trump um 1,2 Millionen Euro zu verkaufen (Memento vom 10. April 2016 im Internet Archive). Artikel vom 9. April 2016 im Portal wirtschaftsblatt.at, abgerufen am 9. April 2016
  16. Donald Trump nackt. (Memento vom 10. April 2016 im Internet Archive) In: SuedtirolNews.it. 9. April 2016, abgerufen am 31. März 2020.
  17. Despite Death Threats, Artist Will Show Naked Donald Trump Painting in London. Artikel vom 8. April 2016 im Portal observer.com, abgerufen am 10. April 2016
  18. Artist threatened with lawsuits if she sells nude Donald Trump painting, The Guardian, 17. April 2018
  19. US galleries refuse naked Donald Trump painting. Artikel vom 10. April 2016 im Portal stuff.co.nz, abgerufen am 10. April 2016
  20. Make America Great Again. Webseite vom 14. März 2016 im Portal inenart.eu, abgerufen am 10. April 2016
  21. Naked Donald Trump portrait to be shown at London art gallery. Artikel vom 6. April 2016 im Portal standard.co.uk, abgerufen am 10. April 2016
  22. Jenn Hoffman: Facebook Unbans 'Trump Baby Dick' Artist, But Won't Let Her Post Images. In: Vice.com. 22. März 2016, abgerufen am 31. März 2020 (englisch).
  23. Jason Silverstein: Artist who painted Donald Trump nude portrait says she was assaulted by stranger screaming ‘Trump 2016’. Artikel vom 3. Mai 2016 im Portal nydailynews.com, abgerufen am 25. Mai 2016
  24. Gräm' Dich nicht, Donald Trump, es ist nicht wichtig, was Du in der Hose hast. Artikel vom 12. Februar 2016 im Portal stern.de, abgerufen am 9. April 2016
  25. Veröffentlicht am 12. August 2014 bei CreateSpace Independent Publishing Platform, ISBN 978-1-5005-7569-4.
  26. Human Canvas Exhibition. (Memento vom 20. August 2016 im Internet Archive) In: GoFundMe.com. 15. Januar 2015, abgerufen am 31. März 2020 (englisch).