Ilmar Taska

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Ilmar Taska mit seinem Roman Pobeda 1946 neben einem Pobeda

Ilmar Taska (* 21. Mai 1953 in Wjatka, Russland) ist ein estnischer Filmregisseur, Produzent, Drehbuchautor und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilmar Taska machte 1971 in Tallinn Abitur und studierte danach an der Moskauer Filmhochschule, wo er 1976 den Abschluss in Filmwissenschaft machte. Anschließend arbeitete er zwei Jahre bei Tallinnfilm, bevor er 1978 nach der Eheschließung mit einer Schwedin die Estnische SSR verließ und nach Schweden emigrierte. Dort war Taska als Schauspieler und Regisseur tätig. 1985 ging er mit einem Stipendium in die USA, wo er als Drehbuchschreiber und Produzent, unter anderem auch in Hollywood, arbeitete.

Ilmar Taska ist Mitglied des Estnischen Schriftstellerverbandes.

Literarisches Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang des 21. Jahrhunderts debütierte Taska mit Kurzprosa. Nach dem Erfolg seiner Kurzgeschichte „Pobeda“[1] entschloss er sich zum gleichen Thema einen Roman zu verfassen und publizierte 2016 den Roman Pobeda 1946. Der Titel verweist auf den 1946 auf den Markt gebrachten sowjetischen GAZ-M20 Pobeda (russisch победа, russisch für Sieg) und wirkt somit symbolisch, weil er die sowjetische Fremdbestimmung in Estland zum Ausdruck bringt. Der Roman behandelt die Etablierung der Sowjetmacht und des geheimdienstlichen Terrorregimes von Angst und Misstrauen aus der Perspektive eines kleinen Jungen. Er muss 1946 erleben, wie sein Vater verschwindet, während seine Mutter vom Geheimdienst bedrängt wird und seine Tante, vor dem Krieg eine gefeierte Sängerin im Estonia-Theater, durch den Eisernen Vorhang mittlerweile von ihrem Geliebten, einem Londoner BBC-Journalisten, getrennt ist. Das Buch wurde von der Kritik sehr gelobt, u.a. weil es „gut seine aufklärerische, einem Geschichtsbuch ähnliche Aufgabe erfüllt, besonders für die jüngere Generation, und Ilmar Taska saust mit seinem „Pobeda“ nachdrücklich in die estnische Literaturgeschichte.“[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014 Literaturpreis der Zeitschrift Looming

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Parem kui elu ('Besser als das Leben'). Tallinn: Hea Lugu 2011. 228 S.
  • Pobeda 1946. Tallinn: Varrak 2016. 306 S.

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsch: Pobeda 1946. Aus dem Estnischen von Cornelius Hasselblatt. Zürich: Kommode Verlag 2017. 297 S.
  • Finnisch: Pobeda 1946. Suomentanut Jouko Vanhanen. Helsinki: WSOY 2017. 315 S. Die finnischen Kritiken waren sehr lobend und zogen teilweise den Vergleich zu Sofi Oksanen.[3]
  • Schwedisch: Skönare än livet (Parem kui elu). Malmö: Soleka 2014. 109 S.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1983–1986. Naabermaa Eesti Fernsehserie und Dokumentarfilm über Paul Wunderlich.
  • 1992 Back in the U.S.S.R., (Regie Deran Sarafian), Produzent und Koautor.
  • 1993 Candles in the Dark, (Regie Maximilian Schell), Produzent.
  • 1999 Out of the Cold (Regie Alexander Buravsky), Koproduzent.
  • 2004 Heute nacht schlafen wir nicht, Regisseur, Koautor des Drehbuchs war Jaan Tätte.
  • 2009 Flügel der Angst, Regisseur und einer der Produzenten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hille Karm: Ilmar Taska turns his talents to writing fiction, in: Estonian Literary Magazine 40 (Spring 2015), S. 14–19.[1]
  • Elo Lindsalu: Olevikku paisatud killud, in: Looming 6/2016, S. 894–897.[2]
  • Imbi Paju: Pobeda 1946 AKA the Dream Car: A Novel of Startling Beauty, in: UpNorth February 24, 2017.[3]
  • Maarja Vaino: Üksi Pobeda vastu, in: Sirp, 13. Mai 2016.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In: Looming 10/2013, S. 1352–1355.
  2. Elo Lindsalu: Olevikku paisatud killud, in: Looming 6/2016, S. 897.
  3. http://www.savonsanomat.fi/kulttuuri/kirjat/Ilmar-Taska-Pobeda-1946/980882 (Rezension im Savon Sanomat, 7.5.2017, finnisch)