Ilmebahn

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Einbeck–Dassel
Ilmebahn (Stammstrecke 1882)
Streckennummer:1824 Einbeck-Salzderhelden–Einbeck Mitte
9182 Einbeck Mitte–Dassel
Kursbuchstrecke (DB):KBS 351[1]
Streckenlänge:13,3 km und 4,4 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit:60 km/h
Streckenverlauf
Strecke – geradeaus
Hannöversche Südbahn von Göttingen
Bahnhof, Station
0,0 Einbeck-Salzderhelden
   
Hannöversche Südbahn nach Hannover
Straßenbrücke
B 3, hier zugleich Deutsche Fachwerkstraße
Brücke über Wasserlauf (groß)
Leine
Brücke über Wasserlauf (groß)
Ilme
Bahnhof, Station
4,4
0,0
Einbeck Mitte (Wiedereröffnung 2018)
Bahnhof ohne Personenverkehr
0,8 Betriebswerkstatt Einbeck
Brücke über Wasserlauf (groß)
Krummes Wasser
Haltepunkt, Haltestelle
1,1 PS.Speicher (seit 2016)[2]
   
3,2 Sachsenbreite (seit 2004 Streckenende)[3]
   
B 3 (Ortsumgehung)
   
L 580
   
6,3 Juliusmühle
   
7,8 Markoldendorf (bis 2004 Streckenende)
   
L 580
   
10,4 Eilensen
   
13,3 Dassel (bis 2002 Streckenende)
Ilmebahn GmbH
Logo Ilmebahn.png
Basisinformationen
Unternehmenssitz Einbeck
Webpräsenz www.ilmebahn.de
Geschäftsführung Christian Gabriel
Verkehrsverbund VSN
Linien
Eisenbahn 1
Bus 9
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 2
Triebwagen 1

Die Ilmebahn ist ein in Einbeck ansässiges regionales Verkehrsunternehmen mit der Rechtsform der GmbH.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach mehreren Vorstößen der Stadt Einbeck wurde die Braunschweigische Eisenbahngesellschaft, die aus der braunschweigischen Staatsbahn hervorgegangen war, vom preußischen Staat angewiesen, eine Bahnstrecke zwischen Salzderhelden an der hannoverschen Südbahn und der Stadt Einbeck zu bauen. 1879 konnte die 4,6 km lange Strecke in Betrieb genommen werden.[4] Da es Interesse gab, diese Strecke in den Solling zu verlängern, aber der Staat kein Interesse daran hatte, wurde die Ilmebahn AG in Dassel gegründet und am 25. Oktober 1882 ins Handelsregister eingetragen. Am 20. Dezember 1883 wurde der Eisenbahnbetrieb zwischen dem Staatsbahnhof Einbeck Mitte und Dassel aufgenommen. Die Betriebsführung lag nacheinander bei der Braunschweigischen Eisenbahngesellschaft, bei der Preußischen Staatsbahn (Eisenbahndirektion Hannover) und bei der Deutschen Reichsbahn (Eisenbahndirektion Cassel). 1924 wurde die Betriebsführung selber übernommen und eigene Fahrzeuge angeschafft. 1949 wurde der Omnibus-Linienverkehr aufgenommen. Von der Deutschen Bundesbahn wurden 1954 die gesamten Verkehrsleistungen auf der Strecke Salzderhelden – Einbeck übernommen. Der Schienenpersonenverkehr Einbeck–Dassel wurde 1975 eingestellt, Salzderhelden–Einbeck 1984. 1982 wurde die Bedienung der Strecke Einbeck (ehemals Salzderhelden) – Einbeck Mitte (ehemals Einbeck) wieder an die DB übergeben und 1992 erneut übernommen. 1994 wurde die Rechtsform der Ilmebahn von einer AG in eine GmbH überführt.

In der Blankschmiede Neimke befindet sich eine Ausstellung zur Geschichte dieser Bahn.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) gehört der Ilmebahn die eingleisige Strecke Einbeck-Salzderhelden – Juliusmühle, auf der sie den Güterverkehr durchführt. Die Teilstrecke Salzderhelden – Einbeck Mitte wurde 1999 von der DB AG gepachtet und 2005 gekauft. Der Streckenabschnitt Dassel – Markoldendorf wurde 2002 und der anschließende Abschnitt Juliusmühle – Markoldendorf 2004 stillgelegt.[5] Derzeit wird die Strecke noch bis Sachsenbreite betrieben, wo die Strecke an einem Prellbock endet. Der Abschnitt bis Juliusmühle wurde 2011 zur Übernahme durch andere EIU ausgeschrieben.[6] Die Betriebswerkstatt und der Betriebshof befindet sich in Einbeck. Früher gab es auch einen zweiständigen Lokschuppen in Dassel. Im Frühjahr 2016 wurde am Einbecker PS.Speicher ein Haltepunkt errichtet, der für touristische Zwecke genutzt wird.[2] Der Bahnsteig ist 38 Zentimeter hoch.[7]

Für die Wiederaufnahme des Personennahverkehrs erhielt die Strecke elektronische Stellwerkstechnik und neue Bahnübergangssicherungsanlagen. In Einbeck Mitte wurde ein neuer Hausbahnsteig mit einer Höhe von 55 Zentimetern errichtet.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

V 100 01 der Ilmebahn GmbH bei Einbeck-Salzderhelden

Als Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) ist die Ilmebahn GmbH für die DB Cargo tätig und erbringt Rangierleistungen auf verschiedenen Bahnhöfen im Umkreis (Kreiensen, Bad Gandersheim, Stadtoldendorf, Holzminden, Northeim u. a.).

Weiterhin betreibt sie den Stadt- und Schulbusverkehr sowie mehrere Regionalbuslinien des ÖPNV im Gebiet des ehemaligen Landkreises Einbeck sowie teilweise darüber hinaus im Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (VSN, seit 1999).

Die Ilmebahn GmbH ist Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

Fahrten mit dem historischen Triebwagen „Ilmeblitz“ können seit der Modernisierung der Strecke mangels Ausstattung mit Punktförmiger Zugbeeinflussung (PZB) nicht mehr stattfinden.[9]

Reaktivierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab Bestrebungen, auf dem Streckenabschnitt Einbeck-Salzderhelden – Einbeck Mitte den Schienenpersonennahverkehr wieder aufzunehmen.[10] Dieser Abschnitt gehört zu den drei Strecken in Niedersachsen, deren Reaktivierung nach Gutachtermeinung 2015 einen deutlichen volkswirtschaftlichen Nutzen erzielen würden.[11]

Im Januar 2016 wurde eine Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen und der Ilmebahn GmbH geschlossen, die eine Reaktivierung der Strecke zwischen Einbeck-Salzderhelden und Einbeck Mitte vorsieht. Die Züge sollen dann mit vier Minuten Fahrzeit die Innenstadt von Einbeck mit dem Bahnhof Salzderhelden verbinden, wo Anschluss nach Göttingen und Hannover besteht. Vorgesehen ist dabei eine stündliche Bedienung, wobei während der Hauptverkehrszeit direkte Züge nach Göttingen verkehren. Die Kosten für die Herrichtung der Infrastruktur belaufen sich auf acht Millionen Euro.[12]

Die Betriebsleistungen wurden per Direktvergabe bis Dezember 2029 an DB Regio vergeben. Die Leistungen werden dabei in das Dieselnetz Südost-Niedersachsen integriert, bei dem Fahrzeuge vom Typ Alstom Coradia LINT zum Einsatz kommen.[13] Nach einem Gutachten wird für die Strecke Einbeck Mitte – Einbeck-Salzderhelden langfristig ein Potenzial von 600 Fahrgästen gesehen, wobei 350 davon Neukunden sind. Die parallele Regiobusbedienung entfiel hierfür.[14] Im Januar 2017 wurde dazu die Finanzierungsvereinbarung mit dem Land Niedersachsen geschlossen.[15] Die Inbetriebnahme war für Dezember 2017 geplant. Im August 2017 wurde mit der denkmalgerechten Instandsetzung der Ilmebrücke begonnen. Dabei wurden irreparable Schäden an der Stahlkonstruktion festgestellt, die einen Neubau der Brücke erforderlich machten. Dadurch konnte die Wiederinbetriebnahme erst mit einem Jahr Verzögerung zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 erfolgen. Für die Leine- und die Leineflutbrücke waren bereits von Beginn an Ersatzneubauten vorgesehen.[16]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Einsatz kamen zunächst ehemalige Staatsbahnlokomotiven, ab 1924 drei preußische T 3. 1934/5 wurden sie durch zwei preußische T 9.3 ersetzt. 1948 kam noch einen preußische T 10 dazu. Zwischen 1955 und 1962 wurde der Dampflokomotivbetrieb auf Dieselbetrieb umgestellt. Dazu wurden erstmals neue Lokomotiven, eine MaK 600 D (V 601) und eine MaK 650 D (V 65.02), beschafft.

Ehemalige Lok:

  • V 100 02, ehemals DB 202 302, verkauft im März 2016

Fahrzeugbestand (2016):

  • V 100 01, ehemals DB 212 268, 1995 beschafft
  • V 100 02, ehemals DB 202 746, Ende 2015 beschafft
  • Triebwagen „Ilmeblitz“, Wismar 1934, 2007 von der OHE DT 511

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Gabriel: Die Ilmebahn GmbH Einbeck. Vom traditionsreichen Eisenbahnunternehmen zum modernen Verkehrsbetrieb. Ilmebahn, Einbeck 2003, ISBN 3-00-011268-5
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 11: Niedersachsen 3 – Südlich des Mittellandkanals. EK-Verlag, Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-670-4, S. 150–165

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ilmebahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bericht in der HNA vom 26. Februar 2016
  2. Strecke der Ilmebahn GmbH Archiv der Ilmebahn, Ilmebahn GmbH
  3. Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 11: Niedersachsen 3 – Südlich des Mittellandkanals. EK-Verlag, Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-670-4, S. 152
  4. Chronik der Ilmebahn, Ilmebahn GmbH. Archiviert vom Original am 24. Juli 2008; abgerufen am 29. Dezember 2011.
  5. Angebot zur Übernahme von Streckeninfrastruktur der Ilmebahn GmbH von Sachsenbreite bis Juliusmühle gem. § 11 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG). Ilmebahn GmbH, 14. Oktober 2011, archiviert vom Original am 12. Juli 2013; abgerufen am 29. Dezember 2011.
  6. Haltepunkt PS.Speicher
  7. KS-Signale und Bahnsteig in Einbeck Mitte
  8. Museums-Triebwagen: Kein Ilmeblitz mehr bis Salzderhelden. In: HNA. 5. Juli 2017, abgerufen am 14. Dezember 2018.
  9. vgl. Interessengemeinschaft „Eisenbahn für Einbeck“ (EfE), die ein Konzept zur Reaktivierung im ÖPNV erarbeitet hat
  10. Presseerklärung des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. 11. März 2015, abgerufen am 12. März 2015.
  11. Verkehrsminister Olaf Lies und Geschäftsführer der Ilmebahn unterzeichnen Finanzierungsvereinbarung. 27. Januar 2016, abgerufen am 30. Januar 2016.
  12. http://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:102620-2016:TEXT:DE:HTML Ankündigung der Direktvergabe im europäischen Amtsblatt
  13. http://www.mw.niedersachsen.de/download/95484/Gutachten_PTV.pdf Nutzen-Kosten-Untersuchungen zur Reaktivierung von Schienenstrecken, PTV
  14. Reaktivierung der Bahnstrecke von Einbeck nach Salzderhelden geht in die nächste Phase. Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, abgerufen am 7. Juni 2017.
  15. Bericht in der HNA vom 31. Oktober 2017, abgerufen am 3. November 2017.