Ilse Friedleben

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Ilse Friedleben (* 2. September 1893 in Frankfurt am Main als Ilse Weihermann; † Dezember 1963 in London) war eine deutsche Tennisspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilse Friedleben wurde 1893 in Frankfurt am Main geboren. Zusammen mit ihren beiden Schwestern Toni und Anna spielte sie Hockey beim SC Frankfurt 1880. Tennis spielte sie dagegen im TC Palmengarten. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg zählte sie mit ihrer Schwester Toni zu den besten deutschen Tennisspielerinnen.

In den ersten Jahren der Weimarer Republik gelangen ihr die größten Erfolge. Sie gewann zwischen 1920 und 1926 sechs Mal die Deutschen Meisterschaften in Hamburg. Lediglich 1925 musste sie sich dort ihrer Dauerrivalin Nelly Neppach geschlagen geben. Mit der Finalniederlage 1927 in Hamburg vor 2. 500 Zuschauern gegen die aufstrebende Cilly Aussem kündigte sich das Ende ihrer Ära an. Die Zeitschrift Tennis und Golf schrieb über das Finale: „Mit 6:3, 6:3 errang Frl. Aussem ihre erste deutsche Meisterschaft, gegen diejenige Spielerin unserer Extraklasse, deren Erfolge im deutschen Tennis bis jetzt beispiellos dastanden. Der minutenlange Applaus galt daher nicht nur der neuen, sondern gerade so herzlich der alten Meisterin, die auf dem Medenplatz so manchen Sieg erstritt.“ Im selben Jahr löste Aussem sie von der Spitze der deutschen Tennisrangliste ab. In Wimbledon trat sie 1927 und 1929 an, kam im Einzel jedoch nie über die erste Runde hinaus. Bei den Französischen Meisterschaften erreichte sie 1927 das Achtelfinale, in dem sie Kea Bouman mit 6:3, 1:6 und 2:6 unterlag. Zuletzt konnte sie noch 1932 die nationalen Deutschen Meisterschaften gewinnen.

Noch im Frühjahr 1933 wurde Friedleben auf Rang fünf der deutschen Tennisrangliste geführt. Nach dem Ausschluss aller „nichtarischer“ Spieler aus den deutschen Tennisvereinen im April 1933 emigrierte Friedleben, die jüdischen Glaubens war, in die Schweiz. Von da an ist nur noch wenig über ihr weiteres Leben bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg soll sie in der Schweiz als Lehrerin gearbeitet haben. Sie starb im Dezember 1963 in London.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Eichler: Vertriebene Meisterin. In: Deutscher Tennis Bund (Hrsg.): Tennis in Deutschland. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Duncker & Humblot, Berlin 2002, ISBN 3-428-10846-9.