Ilse Thouret

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Ilse Thouret (* 19. August 1897 in Hamburg; † 20. Januar 1969) war eine deutsche Motorrad- und Automobilrennfahrerin, Sportlerin sowie Sportjournalistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit elf Jahren wurde Ilse Thouret im Jahre 1908 Hamburger Turnmeisterin. 1917 begann sie 20-jährig ihre Hockeykarriere, zunächst beim Uhlenhorster HC in der ersten Damenmannschaft. Drei Jahre später wurde sie zweifache Deutsche Kanu-Meisterin; im Einer-Canadier und im Hindernisfahren, dem Vorläufer des Wildwasserrennens. Weitere Erfolge ihrer Sportkarriere aus den 1920er Jahren sind:

Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als sie 1927 ihr erstes Motorrad, eine 750-cm³-Mabeco erhielt, war sie fasziniert. Neben ihrer Tätigkeit als Trainerin der deutschen Hockey-Mannschaft und Leiterin der gesamten Ausbildung des Frauenhockeys im Deutschen Reich (von 1930 bis 1943) erreichte sie 1932 bei der DMV Winterfahrt den zweiten Platz in der Gespannklasse. Sie versuchte die Teilnahme an einem Rundstreckenrennen in Farmsen zu erlangen, doch Funktionäre verboten den Start, nachdem Frau Thouret die viertschnellste Trainingszeit in der Gespannklasse erreicht hatte. Danach konzentrierte sie sich auf den Geländesport. Sie gewann das Heidbergrennen (Falkenberg/Elster) in der Gespannklasse auf einem 600-cm³-DKW-Gespann und wurde bald darauf 1933 Puch-Werksfahrerin.

1934 stellte Ilse Thouret einen neuen Rekord im Deutschen Reich auf, indem sie ihr zweites Großes Goldenes Sportabzeichen in nur 34 Minuten absolvierte. Von 1934 bis 1939 fungierte sie als werksunterstützte Fahrerin für Auto Union-DKW und bestritt die Internationale Sechstagefahrt. 1938 gab sie ihre Premiere als Autorennfahrerin auf Hanomag-Sportwagen bei der Rallye Balkanique zusammen mit Christel Meinecke. Es folgte eine Ehrung durch König Paul von Griechenland. Ein Jahr später erhielt sie mit dem Goldenen Motorsportabzeichen als erste Frau auf dem Motorrad, die Sportmedaille in Silber, die höchste Sportauszeichnung der Stadt Hamburg.

Das Thouret-Trio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete Ilse Thouret ab 1950 das Thouret Damentrio mit ihren Töchtern Anneliese (* 9. September 1920) und Elga (5. Februar 1922 − 8. Februar 2016) für NSU-Lambretta bei nationalen Rallyes. 1951 wurde das Thouret-Trio offizielles deutsches Vespa-Team, es wurde deutsche DMV-Botschafter in Italien und gewann Goldmedaillen bei der Deutschlandfahrt und der "8-Stunden-Solitude-Fahrt". Weitere Erfolge dieser Zeit waren:

  • 1952 Gewinn der Trophée Monaco
  • 1952 Gewinn der Rallye Madrid
  • 1954 Rallye Akropolis für Tourenwagen mit Christel Meinecke
  • 1955 "Beste Mopedfahrerin Deutschlands" auf Kreidler

1959 fuhr Ilse Thouret mit dem DKW Munga 17.000 Kilometer quer durch Afrika, von Tanger nach Kapstadt durch die Sahara, Nigeria, Belgisch Kongo, Rhodesien nach Südafrika. Dieses Ereignis wurde in der gesamten Presse erwähnt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mika Hahn, Fritz J. Hahn: Faszination des Erfolges - Das Sport-Leben der Ilse Thouret . Korschenbroich: Rheinischer Mobilia-Verlag 2004, ISBN 3-938140-00-3
  • Ullrich Märker für MIG Info Nr. 2/2005 "Wir deckten uns mit den Sternen zu" [1]
  • Steffen Ottinger: DKW Motorradsport 1920–1939. Von den ersten Siegen des Zschopauer Zweitakters bei Bahnrennen bis zu den Europameisterschafts-Erfolgen. 1. Auflage. HB-Werbung und Verlag GmbH & Co. KG, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-00-028611-7, S. 53 - 90, 103 -107, 113.