Ilsede

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ilsede
Ilsede
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ilsede hervorgehoben
52.267510.223611111111100Koordinaten: 52° 16′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Peine
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 72,03 km²
Einwohner: 21.394 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 297 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 31241, 31246
Vorwahlen: 05172, 05174
Kfz-Kennzeichen: PE
Gemeindeschlüssel: 03 1 57 009
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Eichstraße 3
31241 Ilsede
Webpräsenz: www.ilsede.de
Bürgermeister: vakant
Lage der Gemeinde Ilsede im Landkreis Peine
Hohenhameln Ilsede Lengede Vechelde Peine Wendeburg Edemissen Landkreis Peine Niedersachsen Braunschweig Landkreis Gifhorn Landkreis Wolfenbüttel Salzgitter Landkreis Hildesheim Region HannoverKarte
Über dieses Bild

Ilsede ist eine Gemeinde im Landkreis Peine in Niedersachsen. Die Einheitsgemeinde Ilsede ist im Südkreis Peine ein Grundzentrum für Wohnen, Handel und Gewerbe.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ilsede liegt in der Ilseder Lößbörde, einem Teilraum der Braunschweig-Hildesheimer Lößbörde mit sehr guten Schwarzerde-Lößböden, die Grundlage für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung der Region sind.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Groß Lafferde aus der Luft
Solschen Bülten Groß Bülten Ölsburg Adenstedt Gadenstedt Groß Lafferde Groß Ilsede Klein Ilsede Oberg Münstedt
Ortsteile von Ilsede (anklickbare Karte)

Die zum 1. Januar 2015 durch die Fusion der bis dahin bestehenden Gemeinde Ilsede und der Gemeinde Lahstedt entstandene neue Gemeinde Ilsede umfasst folgende Ortsteile:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden von Ilsede sind :

Peine
Hohenhameln Nachbargemeinden Vechelde
Schellerten (Landkreis Hildesheim) Söhlde (Landkreis Hildesheim) Lengede

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gebiet der Gemeinde Ilsede findet man die am besten zugänglichen Grabhügel im Südwestbereich des Bültener Holzes. Sie liegen von dem Weg, der von Groß Bülten nach Rosenthal führt, nur wenige Schritte in den Wald entfernt. Ein kleiner Waldweg führt direkt zu dem alten Grabfeld. Obwohl auf den Grabhügeln inzwischen zum Teil mächtige Bäume gewachsen sind, sind die Grabstellen noch gut zu erkennen.

Am Waldrand weist ein Findling mit der Aufschrift „Gräberfeld der Bronzezeit, ca. 1000 v. Chr.“ auf den historischen Friedhof hin. Die Fundstelle gehört mit zwei weiteren im Heers (das ist das benachbarte, nordwestlich anschließende Waldstück) und im Gräwig (nordöstlich der Ortschaft Klein Ilsede) zu den geschützten archäologischen Kulturdenkmälern im Landkreis Peine.

Während der Hexenverfolgungen gerieten von 1564 –1621 aus dem Gebiet der Gemeinde Ilsede 22 Menschen in Hexenprozesse, davon 17 aus Gadenstedt (neun Menschen wurden verbrannt, vier starben unter der Folter). Aus Groß Ilsede wurden drei Menschen verbrannt und eine Frau aus Lafferde starb unter der Folter. Das Schicksal eines Mädchens aus Lahstedt ist unbekannt.[2]

Die Betriebsaufnahme der Ilseder Hütte im Jahr 1858 begründete für die Ilseder Region einen neuen, den industriellen Abschnitt seiner Geschichte. Bis dahin waren die Gemeinden dieses Gebietes rein ländlich bestimmt. Von nun an prägten Eisenerzbergbau und Hochofenbetrieb Arbeitswelt und Wirtschaft. Dennoch blieb die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Die Gemeinde Ilsede als Gebietskörperschaft besteht bereits seit dem 1. Februar 1971. Noch vor der Gebietsreform in Niedersachsen schlossen sich die Gemeinden Bülten, Groß Bülten, Groß Ilsede, Klein Ilsede, Ölsburg und Solschen durch Eigeninitiative zur neugeschaffenen Einheitsgemeinde Ilsede zusammen.[3] Die bis zu diesem Zeitpunkt selbstständigen Gemeinden wurden durch die vielen Gemeinsamkeiten bezüglich Eisenerzbergbau und der Ilseder Hütte bereits vor dem Zusammenschluss weitgehend als zusammengehörig betrachtet.

Im Jahr 2006 war Ilsede Ausrichter des Kulturfestes Tag der Braunschweigischen Landschaft.

Am 10. Juli 2014 beschlossen die Mitglieder beider Gemeinderäte den bereits 1971 angedachten, aber damals nicht verwirklichten Zusammenschluss der Gemeinden Ilsede und Lahstedt;[4] als Name der neuen Gemeinde wurde ebenfalls Ilsede festgelegt. Seit dem 1. Januar 2015 umfasst die neue Gemeinde Ilsede also die Gebiete und Ortsteile der ehemaligen Gemeinden Ilsede und Lahstedt.[5] Adenstedt, Gadenstedt, Groß Lafferde, Münstedt und Oberg sind somit seither Ortsteile der (neuen) Gemeinde Ilsede.

Politik[Bearbeiten]

Rat[Bearbeiten]

Der Rat der alten Gemeinde Ilsede bestand aus 28 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 11.001 und 12.000 Einwohnern.[6] Die 28 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und hätte am 31. Oktober 2016 geendet.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Aktuell ist die Position des hauptamtlichen Bürgermeisters nicht besetzt. Die Amtszeit des letzten Bürgermeisters Wilfried Brandes (SPD) lief am 31. Oktober 2014 aus. Die Wahl des ersten Bürgermeisters der neuen Gemeinde Ilsede wird voraussichtlich am 12. April 2015 erfolgen.

Bisherige Bürgermeister
  • 1971–1996: Otto Heinz Ohlendorf (SPD)
  • 1996–1997: Hans-Jörg Noack (SPD)
  • 1997–2006: Werner Otte (parteilos)
  • 2006–2014: Wilfried Brandes (SPD)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der alten Gemeinde Ilsede zeigt einen goldenen welfischen Löwen. Groß Ilsede lag im Grenzgebiet des welfischen und des bischöflich-hildesheimischen Machtbereichs. Das spiegelt sich im Wappen der alten Gemeinde Ilsede wider, das den Braunschweiger Löwen enthält, aber ganz in den Hildesheimer Farben gelb und rot (wie das Peiner Wappen auch: Wappen der Stadt Peine) gehalten ist, weil das Bistum Hildesheim als Territorialmacht dort bis 1802 herrschte.[7] Da durch die Fusion der alten Gemeinde Ilsede mit der Gemeinde Lahstedt zur neuen Gemeinde Ilsede zum 1. Januar 2015 die Wappen beider Vorgängergemeinden nicht mehr gültig sind, soll ein neues Wappen geschaffen werden.[8]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

BelgienBelgien Wappen von Asse Asse in Belgien, seit 1976
BrandenburgBrandenburg Wappen von Luckau Luckau in Brandenburg, seit 1990

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kugelwasserturm der Ilseder Hütte

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Lafferder Markt, einer der größten Krammärkte Norddeutschlands, der seit 1787 in Groß Lafferde veranstaltet wird. Er findet jedes Jahr am letzten Mittwoch des Septembers und dem darauf folgenden Donnerstag statt.
  • Volksfest Groß Lafferde, jedes Jahr am zweiten Wochenende im Juli, freitags Kranzniederlegung am Ehrenmal, samstags 14.00 Uhr Eröffnung am historischen Wahrzeichen Wasserturm mit anschließendem Festumzug und dem traditionellen sonntäglichen Zeltgottesdienst um 10.30 Uhr und anschließendem Königsfrühstück ab 11.00 Uhr.
  • In Ilsede fand alljährlich das Ilseder Löwenfest statt, das mittlerweile unter dem Namen Ilseder Weinfest in Groß Ilsede gefeiert wird. Zudem findet jedes Jahr – wie in allen anderen Orten der Gemeinde – ein Schützenfest statt. So findet das Groß Ilseder Volksfest (Schützenfest) am zweiten Juni-Wochenende statt; das in Ölsburg am Wochenende um den ersten Sonntag im August.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industriepark Ilseder Hütte

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Der Bergbau und die Hüttenindustrie (Ilseder Hütte) bestehen nicht mehr. Auf dem Areal der ehemaligen Ilseder Hütte wurde gemeinsam mit der Nachbargemeinde Lahstedt der Gewerbepark Ilseder Hütte entwickelt.

Bildung[Bearbeiten]

Luftbild des Schulzentrums in Groß Ilsede
  • Gymnasium Groß Ilsede
  • Realschule Ilsede in Groß Ilsede
  • Grund- und Hauptschule Groß Ilsede
  • Grundschule Gadenstedt mit Außenstelle in Adenstedt
  • Johann-Peter-Hundeiker-Schule, Grundschule in Groß Lafferde
  • Offene Ganztagsschule Grundschule Oberg
  • Grundschule Löwenburg Ilsede in Ölsburg
  • Astrid-Lindgren-Schule in Groß Ilsede, Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung
  • Janusz-Korczak-Schule in Groß Ilsede, Förderschule mit Schwerpunkt Lernen
  • Schule Ilseder Hütte in Groß Ilsede, Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

d. h. Personen, die hier geboren sind:

Johann Peter Hundeiker
  • Joachim Vinzelberg, 1654 Pfarrer in Münstedt und Kirchenlieddichter
  • Ernst Christoph Böttcher (* 7. September 1697 in Groß Lafferde; † 9. Januar 1766 in Hannover), Kaufmann und Gründer des königlichen Schullehrerseminars und Mäzen
  • Johann Peter Hundeiker (* 29. November 1751 in Groß Lafferde; † 2. Februar 1836), Pädagoge und herzoglich braunschweigischer Schulrat
  • Julius Hundeiker (* 17. September 1784 in Groß Lafferde; † 24. Februar 1854), lutherischer Geistlicher und Romanautor
  • Wilhelm Theodor Hundeiker (* 16. März 1786 in Groß Lafferde; † 21. Februar 1828), Pädagoge und Philologe
  • Fritz Behrens (* 17. Dezember 1836 in Groß Lafferde; † 7. Juni 1920 in Hannover), Industrieller und Philanthrop
  • Friedrich Cramm (* 18. September 1874 in Groß Lafferde; † 30. Dezember 1942), Landwirt und Politiker (DVP), Reichstagsabgeordneter
  • Wilhelm Kleemann (* 20. Januar 1885 in Groß Lafferde; † 19. Februar 1956 in Bremen), Pädagoge, Politiker und Senator in Bremen
  • Paul Steegemann (* 3. Oktober 1894 in Groß Lafferde; † 21. Januar 1956 in Berlin), deutscher Verleger
  • Bruno Brandes (1910–1985), CDU-Politiker
  • Wilhelm Baumgarten (* 6. November 1913 in Groß Lafferde; † 25. Dezember 1996 in Göttingerode), Politiker
  • Will Brandes (* 11. Januar 1928 in Münstedt; † 8. April 1990 ebenda), Schlagersänger
  • Gerhard Ahrens (* 17. Oktober 1932 in Oberg), Fußballspieler
  • Dieter Warzecha (1934–2005), Künstler, lebte und arbeitete in Groß Ilsede
  • Klaus G. Troitzsch (* 28. November 1946 in Oberg), Soziologe
  • Hartmut Möllring (* 1951), CDU-Politiker
  • Erwin Skamrahl (* 8. März 1958 in Oberg), Leichtathlet und Olympiateilnehmer

Persönlichkeiten, die in Ilsede gewirkt haben oder wirken[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ilsede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Joachim Lehrmann: Für und Wider den Wahn. Hexenverfolgung im Hochstift Hildesheim erstmals dokumentiert, Hämelerwald 2000, S. 145-148 sowie Silke Tödter und Helga Abel (Herausgeber): Hexenverfolgung im Landkreis Peine. Dokumentation einer Veranstaltungsreihe, Peine 2006, S. 136- 141.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 216.
  4. Gemeinderäte stimmen für die Fusion von Ilsede und Lahstedt. Peiner Allgemeine Zeitung, abgerufen am 11. Juli 2014
  5. In 120 Sekunden wurde die Fusion beschlossen. Peiner Allgemeine Zeitung, abgerufen am 21. Dezember 2014
  6. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 27. Dezember 2014
  7. Geschichte zum Wappen der Gemeinde Ilsede
  8. Interimsrat der Gemeinde Ilsede traf sich. Peiner Allgemeine Zeitung, abgerufen am 23. Januar 2015