Ilulissat

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Ilulissat (Eisberge)
Jakobshavn (Jakobshafen)
Ilulíssat
Ilulissat (2012)
Ilulissat (2012)
Kommune Avannaata Kommunia
Distrikt Ilulissat
Geographische Lage 69° 12′ 59″ N, 51° 6′ 0″ WKoordinaten: 69° 12′ 59″ N, 51° 6′ 0″ W
Ilulissat (Grönland)
Ilulissat
Höhe m
Einwohner 4.555
(1. Januar 2017)
Gründung 1741
Zeitzone UTC-3

Ilulissat (2003)
Ilulissat (1999)

Ilulissat [iluˈlisːatˢʰ] (nach alter Rechtschreibung Ilulíssat; dänisch Jakobshavn) ist eine grönländische Stadt im Distrikt Ilulissat in der Avannaata Kommunia. Sie ist die drittgrößte Stadt des Landes und Hauptort des Distrikt und der Kommune. Vor der Kommunalreform 2018 war Ilulissat zudem bereits der Hauptort der Qaasuitsup Kommunia.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilulissat liegt im Südwesten der Halbinsel Paakitsup Nunaa, die durch den Fjord Paakitsoq/Paakitsup Ilorlia im Norden und den Sikuiuitsoq im Osten begrenzt wird. Etwas südlich von Ilulissat verläuft der in die Diskobucht mündende Ilulissat-Eisfjord (Kangia), der seit 2004 UNESCO-Weltnaturerbe ist. 14 km nördlich liegt die nächste Siedlung Oqaatsut und 15 km südlich Ilimanaq.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilulissat wurde 1741 von Jacob Severin gegründet. Auf ihn geht auch der dänische Name der Stadt zurück. 1781 erhielt sie den Koloniestatus. Der älteste Teil der Stadt liegt an der Nordküste zwischen dem Krankenhaus und dem Hafen. Als die Stadt im Laufe der Jahrhunderte vor allem gen Süden wuchs, nahm sie drei Wohnplätze in der Umgebung ein. Im Norden des südwestlichen Teils von Ilulissat lag früher die Siedlung Pitoqqeq (oder Pitoqqik). Im äußersten Südwesten lag vor dem Berg südlich der Stadt Illumiut. Beide Siedlungen wuchsen im 20. Jahrhundert mit Ilulissat zusammen. An der Landspitze auf dem Berg befand sich früher zudem die Siedlung Kingittoq. Dieser Punkt ist heute unbewohnt.[2] Zum Tal einen Kilometer südöstlich von dort führt ein Pfad von Ilulissat aus. Dort befand sich bis 1850 die Siedlung Sermermiut, die bereits von den ersten Inuit-Kulturen vor viertausend Jahren bewohnt worden war.[3] Die Stelle, an der Ilulissat heute liegt, diente schon lange zuvor als Sommerplatz für der Bewohner von Sermermiut. Heute erstreckt sich das Stadtgebiet über die gesamte Ebene südlich des alten Stadtkerns sowie zu einem kleinen Stück nördlich der fjordähnlichen Bucht Qinngunnguit. Zweieinhalb Kilometer nordöstlich des Stadtkerns liegt nördlich des Fjords Itisuarsuk der Flughafen.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine touristische Attraktion: Der Briefkasten des Weihnachtsmannes

Das wichtigste wirtschaftliche Standbein neben dem Fischfang ist in Ilulissat der Tourismus. Viele Tausend Touristen besuchen jährlich die Stadt, die damit noch vor Nuuk die wichtigste Tourismusdestination des Landes bildet. Die Touristen können hier unter anderem die Stadt besichtigen, in den Bergen wandern, segeln, Hundeschlitten fahren und den Eisfjord besuchen. Es gibt mehrere Tausend Schlittenhunde in Ilulissat.

Die meisten Arbeitsplätze bieten in Ilulissat die Verwaltung, der Dienstleistungssektor, der Handel und Reparaturhandwerk. Weitere größere Arbeitsbereiche sind der Transport und die Fischerei, die den größten Teil der Erwirtschaftungen von Ilulissat ausmacht. Besonders Schwarzer Heilbutt und Garnelen werden gefangen und in der Fischfabrik von Royal Greenland verarbeitet.[2]

Infrastruktur und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Ilulissat löste 1983 den alten Heliport ab, der sich früher im Süden der Stadt befand.[2] Direkt anschließend an die momentane Landebahn soll eine neue deutlich längere Landebahn errichtet werden, durch die der Flughafen Ilulissat zum internationalen Flughafen für ganz Nordgrönland ausgebaut werden soll.[4]

Der Hafen von Ilulissat wird für Kreuzfahrtschiffe, für die Fischfabrik, für Trawler und Personenverkehr genutzt.

Ilulissat verfügt über ein ausgebautes asphaltiertes Straßennetz, das sich um die Hauptstraße Kussangajaannguaq zieht. Schlittenspuren führen aus der Stadt heraus.

Die Stadtversorgung mit Strom, Wasser und Wärme erfolgt durch Nukissiorfiit. Der Strom wird teilweise seit 2012 durch ein Wasserkraftwerk erzeugt, der Rest durch ein Dieselkraftwerk. Am Hafen befindet sich eine Tankanlage. Die Wasserversorgung erfolgt über die Seen, die sich in der Nähe der Stadt befinden. Ein Teil der Stadt ist an die Kanalisation angeschlossen. Abwässer werden ins Meer geleitet, während Müll deponiert und verbrannt wird. TELE Greenland ist für die telekommunikative Anbindung verantwortlich. Im Osten liegt ein Steinbruch, der ehemals der Asphaltproduktion diente.[2]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilulissat verfügt über mehrere Hotels, Restaurants, Cafés, Läden, Schulen und Diskotheken. Zudem gibt es unter anderem einen Fußballplatz und eine Sporthalle. Das Krankenhaus ist für die ganze Region zuständig, da die kleinen Dörfer alle nur Krankenstationen haben. Es gibt ein Altenheim, das Unganartoq Plejecenter Ilulissat, sowie eine Vielzahl an Kinderkrippen und Kindergärten. Die zwei Schulen sind die Atuarfik Mathias Storch und die Atuarfik Jørgen Brønlund, die beide bis zur 10. Klasse unterrichten. Ilulissat ist zudem der Standort des Perorsaanermik Ilinniarfik (Grønlands Socialpædagogiske Seminarium).

Ilulissat verfügt über zwei Baudenkmalzonen. Die eine liegt am Hafen und beinhaltet die historischen Handelsgebäude ab dem 18. Jahrhundert. Weiter südwestlich befindet sich das Gebiet, das unter anderem die Kirche und das Museum beinhaltet. In beiden Zonen befinden sich eine Vielzahl geschützter Gebäude. In Ilulissat liegen die Zionskirche und die alte Kirche aus Qullissat. Das Ilulissat-Museum liegt in der ehemaligen Pastorenwohnung, in der auch Knud Rasmussen geboren wurde.[2]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl von Ilulissat stieg lange und liegt seit 2003 konstant bei etwa 4500 Personen.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ilulissat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. a b c d e f Ilulissat bei qaasuitsup-kp.cowi.webhouse.dk
  3. Ilulissat-Eisfjord bei greenland-travel.de
  4. Ilulissat Lufthavn auf der Seite des Naalakkersuisut (.pdf)
  5. Einwohnerzahl Ilulissat 1977–2018 bei bank.stat.gl