Im Kreuzfeuer

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Filmdaten
Deutscher Titel Im Kreuzfeuer
Originaltitel Crossfire
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1947
Länge 88 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Edward Dmytryk
Drehbuch John Paxton
Produktion Dore Schary
Musik Roy Webb
Kamera J. Roy Hunt
Schnitt Harry W. Gerstad
Besetzung

Im Kreuzfeuer ist ein US-amerikanischer Kriminalfilm aus der Ära des Film noir. Edward Dmytryk inszenierte den Film, dessen Drehbuch auf dem Roman The Brick Foxhole des auch als Regisseur bekannten Richard Brooks basiert, im Jahre 1947. In Deutschland erfuhr der Film seine Premiere im Fernsehen. Das ZDF strahlte ihn am 5. Februar 1973 erstmals aus.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Mann wird in einem Appartement in Washington von zwei anderen Männern so schwer verprügelt, dass er an seinen Verletzungen stirbt. Miss Lewis findet die Leiche und benachrichtigt die Polizei. Captain Finlay befragt die Frau.

Miss Lewis und der Tote, Joseph Samuels, sitzen in einer Bar und trinken zusammen. Drei Soldaten sind anwesend, von denen Samuels Corporal Mitchell nach Hause einlädt. Die Frau geht nach Hause, da sie in der Bar angeschüttet wurde und sich umziehen wollte, wundert sich aber, dass Samuels einen Anruf von ihr nicht beantwortet und macht sich auf dem Weg zu ihm. An dessen Tür begegnet sie Sergeant Montgomery, der ihr erklärt, er suche nach Mitchell. Er, Mitchell und ein weiterer Freund, Floyd Bowers, seien in Samuels Appartement gewesen. Mitchell sei früher gegangen, wollte aber schnell zurückkommen. Außerdem habe er Mitchells Brieftasche in dem Appartement gefunden.

Um den Aufenthaltsort von Mitchell herauszufinden, befragt Finlay dessen besten Freund Sergeant Keeley. Keeley teilt Finlay mit, dass Mitchell unter Depressionen leide und sich von seiner Frau Mary entfremdet habe. Finlay verhört nochmals Montgomery, der Samuels als einen „betrügerischen Judenbengel“ bezeichnet. Auch auf dem Weg zu Samuels Appartement habe er das gesagt. Derweil schickt Keeley seine Leute zur Suche nach Mitchell aus. Mitchell wird gefunden. Er ist sich der Verdachtsmomente gegen ihn klar und flieht mit Keeley in ein Kino. Dort erzählt er seine Version der Geschehnisse in einer Rückblende.

Als er die Einladung von Samuels annahm und in dessen Apartment war, kamen Montgomery und Bowers ebenfalls dorthin und fingen Streit mit Samuels an. Mitchell verließ währenddessen das Appartement und begegnete der Taxifahrerin Ginny Tremaine, die ihn zu sich nach Hause einlud, wo er auf sie warten sollte. Dort begegnete er einem sonderbaren Mann, der sich zuerst als Ginnys Ehemann ausgab, dann das jedoch widerrief. Der Mann irritierte Mitchell und ging schließlich zurück in sein Hotel.

Nachdem Mitchell seine Geschichte beendet hat, teilt ihm Keeley mit, dass seine Frau Mary in der Stadt sei und ihn sehen wolle. Währenddessen bedrängt Montgomery Bowers in einer Wohnung, dass dieser Montgomerys Version bestätigen soll. Als Keeley und ein weiterer Soldat an die Tür klopfen, versteckt sich Montgomery. Bowers erzählt Keeley, er habe seinen Freund Leroy angerufen, der auch in der Bar war. Als Keeley und dessen Begleitung Bowers verlassen, kommt ein rasender Montgomery aus seinem Versteck und erwürgt Bowers.

Als Finlay wegen des Mordes an Bowers Keeley befragt, erfährt er von der Taxifahrerin Ginny, die ein Alibi für Mitchell sein könnte. Keeley wird nun entlassen und sucht Mary, Mitchells Frau, auf um sie in das Kino führen, wo Mitchell sich versteckt hält. Mary sichert ihrem Mann zu, die Taxifahrerin zu seiner Entlastung zu kontaktieren. Mit Finlay geht sie zur Wohnung von Ginny, doch weder Ginny noch der seltsame Mann können ein Alibi für Mitchell liefern. Der enttäuschte Finlay befragt neuerlich Montgomery. Montgomery wird verdächtig, weil er durch seinen Judenhass ein Motiv hat. Finlay überzeugt den ängstlichen Leroy, der von Keeley aufgespürt wurde, eine Falle für Montgomery zu stellen. Leroy erzählt dem Verdächtigen, er habe mit Bowers vor dessen Tod gesprochen und er wisse nun alles. Montgomery solle ihm Schweigegeld zahlen. Leroy händigt Montgomery einen Zettel mit der einer Adresse aus, die zwar den richtigen Straßennamen, aber die falsche Hausnummer enthält. Montgomery betritt jedoch das richtige Haus und stößt dort auf Finlay, der ihm mitteilt, nur der Mörder, der schon früher dort gewesen sein musste, könne das richtige Haus wissen. In Panik rennt Montgomery aus dem Gebäude und wird von Finlay erschossen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Im Rahmen eines bravourös gespielten und herausragend inszenierten Kriminalfilms prangerte Regisseur Dmytryk erstmals öffentlich den auch in Amerika vorkommenden Antisemitismus an; er macht die Verwerflichkeit und Ungerechtigkeit dieser Form des Rassenhasses durch klare, logische Beweisführung deutlich. Dabei verdichtet sich der Film zu einem Plädoyer gegen jede Art von Diskriminierung.“

Lexikon des internationalen Films[1]

„Die brisante Thematik – Judenhass in der US-Armee – verhalf dem Film zu einem Spezial-Preis in Cannes und Regisseur Edward Dmytryk zu einem Platz auf der Schwarzen Liste des Kommunistenjägers McCarthy.“

Cinema[2]

„Ein wichtiges Stück antirassistischer Stellungnahme, das knapp bis vor dem Finale die Verknüpfung zwischen film noir und politischem Hintergrund durchhält. Zu Unrecht unterschätzt und erst jetzt wiederentdeckt.“

Reinhard Bradatsch im Portal allesfilm.com[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preise
Nominierungen

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktion der RKO Pictures hatte ein Budget von 250.000 US-Dollar. Der Film spielte in den USA 1,3 Millionen US-Dollar ein.[4] In dem dem Film zu Grunde liegenden Roman wurde die Diskriminierung Homosexueller angeprangert. Zu der Zeit der Dreharbeiten war dies allerdings aufgrund des Hays Codes in Hollywood ein Tabuthema und somit unverfilmbar. Um dies doch machen zu können, griffen die Drehbuchautoren dann das Thema Antisemitismus auf. Die Dreharbeiten dauerten nur 20 Tage, weil Regisseur Dmytryk auf Ausleuchtung des Sets verzichtete. Somit konnte auch das Budget eingehalten und schneller gedreht werden, was sich auch darin zeigt, dass der Film dreieinhalb Monate früher als der thematisch ähnlich gestaltete Film Tabu der Gerechten von Elia Kazan herauskam.

Für Gloria Grahame, die die Rolle der Ginny als ihre Lieblingsrolle bezeichnete, war es der fünfte Auftritt in einem Kinofilm. Für George Cooper war es das Filmdebüt, für William Phipps die zweite Filmrolle. Der spätere Tarzan- und Old Shatterhand-Darsteller Lex Barker stand schon zum sechsten Mal vor der Kamera, wurde aber erst das zweite Mal im Abspann erwähnt. Da der Film einige Jahre nach der großen Karl-May-Welle synchronisiert wurde, hatte er hier wieder (und zum letzten Mal) die Synchronstimme von Gert Günther Hoffmann.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Kreuzfeuer im Lexikon des internationalen Films
  2. Im Kreuzfeuer - Über diesen Film - Film - Cinema.de
  3. Filmkritik Im Kreuzfeuer
  4. Crossfire (1947) - Box office / business