Imam-Reza-Schrein

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Imam-Reza-Schrein
Foto unbekannten Datums

Der Imām-Reza-Schrein (persisch ‏حرم امام رضا‎) in Maschhad (Iran) ist ein Gebäudekomplex der das Mausoleum von Imam ar-Ridā (persisch Imam Reza) enthält, dem achten Imam der Zwölferschiiten. Es beherbergt des Weiteren die Gouharschad-Moschee, ein Museum, eine Bibliothek, vier Seminare,[1] einen Friedhof, die Razavi-Universität für islamische Wissenschaften, einen Speisesaal für Pilger, große Gebetshallen sowie weitere Gebäude.

Dieser Komplex bildet das Zentrum des Tourismus im Iran; es wird jährlich von 15 bis 20 Millionen Pilgern besucht.[2] Der Schrein selbst umfasst eine Fläche 267.079 m², die sieben Innenhöfe die den Schrein umgeben haben zusätzlich eine Fläche von 331.578 m² - insgesamt also 598.657 m².[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 818 wurde Imam ar-Ridā angeblich von al-Maʾmūn zu Tode gepeinigt und neben dem Grab Hārūn ar-Raschīds beerdigt. Nach diesem Geschehnis wurde der Ort Maschhad ar-Rida („Ort des Märtyrers“) genannt. Schiiten und Sunniten begannen damit, das Grab bei ihrer Pilgerreise zu besuchen. Gegen Ende des 9. Jahrhunderts wurde eine Kuppel auf dem Grab erbaut, ringsum entstanden viele Gebäude und Basare. Innerhalb eines Jahrtausends wurde es mehrere Male verwüstet und wiederaufgebaut.

Im Jahre 993 wurde der heilige Schrein von Sebük Tigin zerstört, einem König der Ghaznawiden. Jedoch ordnete sein Sohn, Sultan Mahmud von Ghazni im Jahr 1009 an, den Schrein instand zu setzen und zu erweitern. Um 1150 erneuerte der seldschukische Sultan Ahmad Sandschar das Heiligtum und fügte neue Gebäude hinzu, nachdem sein Sohn auf wundersame Weise in dem Schrein geheilt worden war. Der Ilchan Öldscheitü, der zur Schia konvertierte, richtete im Jahr 1310 den heiligen Schrein ebenfalls her. Der berühmte muslimische Reisende Ibn Battuta besuchte Maschhad im Jahr 1333 und berichtete von einer großen Stadt, in der es Obstbäume, Flüsse und Mühlen in Hülle und Fülle gäbe.

Im 15. Jahrhundert, während der Herrschaft von Schāh Ruch, wurde es eine der wichtigsten Städte der Timuriden-Dynastie. Im Jahr 1418 finanzierte seine Frau Gauhar-Schad den Bau einer Moschee neben dem Schrein, die heute als Gauhar-Schad-Moschee (Gouharschad-Moschee) bekannt ist.

Am 20. Juni 1994 gab es ein Bombenanschlag auf den Schrein, 26 Menschen wurden dabei getötet.

Der Schrein ist auf der seit 2004 ausgegebenen 100-Rial-Münze abgebildet.

Innenhöfe (Sahn)[Bearbeiten]

Der Komplex umfasst insgesamt sieben Innenhöfe:

  • Sahn Inqilab - "Innenhof der Revolution"
  • Sahn Azadi - "Freiheits-Innenhof"
  • Sahn Imam Khomeini
  • Sahn Gowharshad-Moschee
  • Sahn Quds
  • Sahn Jumhuri Islami - "Innenhof der Islamischen Republik"
  • Sahn Jameh Razavi - "Großer Razavi-Innenhof"
  • Sahn Gadeer

Die Sahn enthalten des Weiteren 14 Minarette sowie drei Brunnen.

Hallen[Bearbeiten]

Von den Sahn führen nach Gelehrten benannte externe Gänge, genannt Bast, zu den inneren Bereichen der Moschee.

Die Bast-Gänge führen zu insgesamt 21 inneren Hallen (Riwaq), die die Grabkammer von ar-Ridā umgeben. Angrenzend an der Grabkammer befindet sich eine Moschee aus dem 10. Jahrhundert, bekannt als Bala-e-Sar Moschee.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Imam-Reza-Schrein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Islamic Seminaries At The Holy Shrine
  2. Sacred Sites: Mashhad, Iran
  3. The Glory of the Islamic World

36.2880459.61574Koordinaten: 36° 17′ 17″ N, 59° 36′ 57″ O