Immenhausen

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Immenhausen in Hessen, zu einem namensgleichen Ort in der Gemeinde Kusterdingen bei Tübingen siehe Immenhausen (Kusterdingen), zu dem ehemaligen Ort in der Gemarkung Naumburg siehe Immenhausen (Naumburg)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Immenhausen
Immenhausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Immenhausen hervorgehoben
51.4272222222229.48248Koordinaten: 51° 26′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 28,53 km²
Einwohner: 6849 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 240 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34376
Vorwahl: 05673
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 014
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
34376 Immenhausen
Webpräsenz: www.immenhausen.de
Bürgermeister: Jörg Schützeberg (parteilos)
Lage der Stadt Immenhausen im Landkreis Kassel
Bad Karlshafen Gutsbezirk Reinhardswald Trendelburg Trendelburg Hofgeismar Hofgeismar Oberweser Oberweser Wahlsburg Reinhardshagen Liebenau Grebenstein Immenhausen Fuldatal Espenau Vellmar Calden Breuna Zierenberg Zierenberg Ahnatal Habichtswald Wolfhagen Naumburg Bad Emstal Schauenburg Baunatal Fuldabrück Lohfelden Söhrewald Helsa Kaufungen Nieste Niestetal KasselKarte
Über dieses Bild

Immenhausen ist eine Kleinstadt im Landkreis Kassel, Hessen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Immenhausen liegt in Nordhessen etwa 12 Kilometer nördlich der Innenstadt Kassels am Südwesthang des Reinhardswalds. Der Ort wird in Ost-West-Richtung von der Holzkape, einem Esse-Zufluss, durchflossen, die vom fünf Kilometer nordöstlich befindlichen Junkernkopf kommt (Entfernungen jeweils Luftlinie) und unterhalb der Kernstadt die Spechtenbeck aufnimmt. An diesem Berg entspringt auch der den Ortsteil Holzhausen durchlaufende Osterbach, ein Zufluss der Fulda.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Immenhausen grenzt im Osten an den gemeindefreien Gutsbezirk Reinhardswald, im Süden an die Gemeinden Fuldatal und Espenau, sowie im Westen und Norden an die Stadt Grebenstein (alle im Landkreis Kassel).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Immenhausen gehören neben der Kernstadt die dörflichen Stadtteile Mariendorf (im Nordosten) und Holzhausen (im Osten).

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1015 machte Kaiser Heinrich II. in Immenhausen Station.[2] 1019 wird das nahe Reginhereshuson (Reginhereshusen) erwähnt – nun die im Stadtgebiet gelegene Wüstung Reinersen. Ab 1123 ist Dudo von Immenhausen beurkundet, ein Gefolgsmann des Mainzer Erzbischofs Adalbert I., der ihn auf der Burg Rusteberg als Verwalter der Umgebung einsetzte, zu der auch Hofgeismar gehörte.[3] Die Grafen von Northeim setzten Dudo als Vogt für das Kloster Bursfelde ein. Dudos Tochter Richenza heiratete in erster Ehe Siegfried IV. von Boyneburg und später Heinrich von Asselburg.[4]

Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche St. Georg an der Stelle einer zerstörten romanischen Kirche aufgebaut. Im 16. Jahrhundert hielt Bartholomaeus Rieseberg hier eine Predigt.

Im 19. Jahrhundert gab es Stadtbrände.

Siehe auch Burg Immenhausen

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Dezember 1970 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Holzhausen und Mariendorf in die Kleinstadt Immenhausen eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [6]

Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,8 %
26,0 %
19,4 %
1,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 30
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
-20,9 %p
+26,0 %p
-3,9 %p
-1,2 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 52,8 12 73,7 23 69,4 22
FL Freie Liste 26,0 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 19,4 5 23,3 7 30,6 9
FDP Freie Demokratische Partei 1,8 0 3,0 1
Gesamt 100,0 23 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 55,2 50,9 60,1

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Immenhausen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

  • Montaigu im Département Vendée in Frankreich (seit 1991) und
  • Modigliana in Italien (seit 2007).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • In Immenhausen befindet sich das Bundeszentrum des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e. V. (BdP)
  • Aktions-, Kultur- und Jugendzentrum (AKKU)
  • Im Glasmuseum Immenhausen gibt es Informationen zur Glasgeschichte und zur Tradition der Glasherstellung in Nordhessen und Südniedersachsen, insbesondere wird der Glasgestalter und Unternehmer Richard Süßmuth vorgestellt, der Namensgeber der letzten Glashütte in Immenhausen, die 1996 endgültig ihre Produktion einstellte. Außerdem wird die Entwicklung des Gebrauchsglases seit 1890 dokumentiert und in wechselnden Sonderausstellungen besonders mit der zeitgenössischen Glaskunst bekannt gemacht.
  • Seit 2000 wird alle drei Jahre bundesweit der Immenhäuser Glaspreis ausgeschrieben, an dem sich in Deutschland lebende und arbeitende Glaskünstler und Glaskünstlerinnen beteiligen können.
  • Jeweils am letzten Samstag im Oktober wird im Ortsteil Holzhausen der Literaturpreis Holzhäuser Heckethaler im Rahmen einer Lesung der Preisträger verliehen. Im Jahr 2006 langten rund 190 Einsendungen von teilnahmeberechtigten Autoren und Autorinnen im Alter von 16 bis 30 Jahren ein, zur Lesung am 26. Oktober 2006 im Bürgerhaus Holzhausen kamen etwa 180 Gäste.
  • Osterfeuer von der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr
  • Karnevalsveranstaltungen gehören seit 1950 zum kulturellen Leben in Immenhausen. Traditionsreichster Verein ist die Karnevalsgesellschaft Holzhausen, die alljährlich im Bürgerhaus Holzhausen ihre Prunksitzungen mit Prinzessin, Prinz, Kinderprinzessin und Kinderprinz abhält. Die Abteilung Fußball der TSV 1889/06 Immenhausen e.V. feiert seit 1970 Karneval in der Jahnturnhalle in Immenhausen. In der 350 Plätze fassenden Halle werden jedes Jahr an den letzten beiden Wochenenden vor Rosenmontag umfangreiche und kurzweilige Sitzungen angeboten. Als dritter karnevalstreibender Verein bietet die Karnevalsgruppe der katholischen Kirche (KKK) Fröhliches und Spaß in der Narrenzeit. Der mit 100 Plätzen fassende Sitzungssaal im Pfarramt der katholischen Kirche ist der kleinste der drei Karnevalssäle. Abschluss des närrischen Treibens ist Rosenmontag, an dem alle drei karnevalstreibenden Vereine zur traditionellen Rathausstürmung in Immenhausen einladen. Anschließend wird ausgelassen bei einem der wenigen nordhessischen Straßenkarnevale rund um das Rathaus gefeiert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Glasmuseum Immenhausen mit wechselnden Sonderausstellungen zum Thema Glaskunst
  • Evangelische Stadtkirche St. Georg, mit beachtenswerten Wandmalereien aus der Mitte des 15. Jahrhunderts
  • Rathaus, ein markantes barockes Bauwerk auf dem Marktplatz aus dem 17. Jahrhundert.
  • Hufeisenturm mit angrenzender Stadtmauer Besichtigung nur in den Öffnungszeiten

Verkehr[Bearbeiten]

Immenhausen hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Kassel–Warburg.

Ausflugsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Berühmte Bewohner in der Vergangenheit[Bearbeiten]

Immenhausen – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Historische dokumentierte Variationen des Ortsnamens sind: Emmenhusen (1123), Emmenhusin (1201), Immenhusen (1303) und Emmenhusen (1363). (Immenhausen, im Historischen Ortslexikon Hessen)
  3. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Band 1, 1837, S. 316ff
  4. Gattinnen Heinrichs von Asselburg
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398.
  6. Wahlergebnis auf hsl.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Immenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Immenhausen – Reiseführer