Immergrünes Felsenblümchen

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Immergrünes Felsenblümchen
Immergrünes Felsenblümchen (Draba aizoides)

Immergrünes Felsenblümchen (Draba aizoides)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Arabideae
Gattung: Felsenblümchen (Draba)
Art: Immergrünes Felsenblümchen
Wissenschaftlicher Name
Draba aizoides
L.

Das Immergrünes Felsenblümchen (Draba aizoides) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Felsenblümchen (Draba) in der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Habitus und Laubblätter
Habitus, Blütenstände und Blüten im Detail
Illustration aus Atlas der Alpenflora

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Immergrüne Felsenblümchen ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 10 Zentimetern erreicht. Die bis zu 2 Zentimeter langen Laubblätter bilden dichte Rosetten. Es sind keine Stängelblätter vorhanden.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa je nach Standort von Februar bis August. Die traubigen Blütenstände enthalten drei bis zwanzig Blüten. Die gestielten, zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier Kronblätter sind anfangs gelb und werden oft später weißlich. Die Kronblätter sind etwa so lang wie die Staubblätter. Die Griffel sind 1,5 bis 3 Millimeter lang.[1]

Die Fruchtstiele sind 5 bis 15 Millimeter lang. Die Schötchen sind 6 bis 13 Millimeter lang, oben zugespitzt, meist kahl und selten am Rand spärlich behaart.

Bei beiden Unterarten liegt Diploidie vor mit der Chromosomenzahl 2n = 16.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Immergrünen Felsenblümchen handelt es sich um einen krautigen Chamaephyten.[1] Das Immergrüne Felsenblümchen gehört zum Grundstock der nivalen Flora. Es ist durch immergrüne, ledrige Laubblätter an extreme Standorte ausgezeichnet angepasst. Die im Herbst vorgebildeten Blüten können auch ohne Schneeschutz überwintern. Bei schlechtem Wetter ist auch Selbstbestäubung möglich. Früchte reifen erst im Winter nach, daher zählt das Immergrüne Felsenblümchen zu den sogenannten Winterstehern.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet von Draba aizoides ist auf die Bergländer Süd- und Mitteleuropas beschränkt, von den Pyrenäen, dem Appennin und den Alpen bis zu den Karpaten mit Vorposten in Belgien und in Wales.[3]

Die kalkliebende Pflanze bevorzugt Felsspalten und Steinschutt bis in die alpine Höhenstufe. Bei den Vorkommen in der kollinen bis montanen Höhenstufe handelt es sich um Eiszeitrelikte.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Draba aizoides erfolgte durch Carl von Linné. Ein Synonym für Draba aizoides L. ist Draba affinis Host.

Von Draba aizoides gibt es zwei Unterarten:

  • Gewöhnliches Immergrünes Felsenblümchen (Draba aizoides L. subsp. aizoides): Sie hat mit einer Länge von nur 4 bis 6 Millimetern kleinere Kronblätter; ihre Rosettenblätter sind meist zusammenneigend und sie blüht von April bis Juli.
  • Voralpisches Immergrünes Felsenblümchen (Draba aizoides subsp. beckeri (A.Kern.) Hörandl & Guterm., Syn.: Draba beckeri A.Kern.): Sie hat mit einer Länge von 6 bis 8 Millimetern größere Kronblätter; die Rosettenblätter sind meist spreizend und die Blütezeit reicht Februar bis April. Sie kommt als Seltenheit nur in Niederösterreich, in der Steiermark und in den Kleinen Karpaten der Slowakei vor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen. Erkennen & bestimmen. Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Bestimmungsbuch für alle in der Republik Österreich, in der Autonomen Provinz Bozen / Südtirol (Italien) und im Fürstentum Liechtenstein wildwachsenden sowie die wichtigsten kultivierten Gefäßpflanzen (Farnpflanzen und Samenpflanzen) mit Angaben über ihre Ökologie und Verbreitung. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. OÖ Landesmuseum, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 10 Cruciferae (Sisymbrium to Aubrieta). Helsinki 1994, ISBN 951-9108-09-2. Draba aizoides auf Seite 80-81.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Draba aizoides L., Immergrünes Felsenblümchen. In: FloraWeb.de.
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 456.
  3. Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 10 Cruciferae (Sisymbrium to Aubrieta)., Helsinki 1994, ISBN 951-9108-09-2. Draba aizoides auf Seite 80-81.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Immergrünes Felsenblümchen (Draba aizoides) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien