Impfdurchbruch

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Als Impfdurchbruch (englisch vaccine breakthrough infection) wird eine symptomatische Infektion bei einem Geimpften bezeichnet, die mittels PCR oder Erregerisolierung diagnostiziert wurde.[1]

Für Impfdurchbrüche gibt es verschiedene Ursachen. Eine Möglichkeit ist eine Mutation des Pathogens, gegen das geimpft worden ist. Wenn dadurch der Erreger nicht mehr vom Immunsystem erkannt wird, kommt es trotz einer vorangegangenen Impfung oder einer überstandenen Infektion zu einer Erkrankung.[2]

Die Begriffe "Impfdurchbruch" und Impfversagen werden im "Fachwörterbuch Infektionsschutz" des Robert Koch-Instituts synonym verwendet.[3]

Prinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Fluchtmutationen verändern sich Pathogene im Zuge einer Immunevasion. Dadurch sind möglicherweise auch die Epitope betroffen, die zuvor im Rahmen der Immunantwort erkannt wurden. Dadurch kann sich das Pathogen für etwa zwei bis fünf Tage weniger gehindert vermehren bzw. vermehrt werden, bis sich das Immunsystem auf die veränderten Epitope eingestellt hat.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Hepatitis-B-Virus sind Mutationen im HBsAg beschrieben, die zu einem Impfdurchbruch führen.[4][5]

Beim Influenzavirus A ist die Mutationsrate so hoch, dass neutralisierende Antikörper vor allem gegen jeweils einen Stamm wirken[6] und Influenzaimpfstoffe daher jährlich in ihrer Zusammensetzung an die zirkulierenden Varianten des letzten Jahres angepasst werden.

Impfdurchbrüche aufgrund der hohen Mutationsrate sind – neben der Viruslatenz – eine der Herausforderungen bei der Entwicklung eines HIV-Impfstoffs.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wochenbericht RKI In: rki.de
  2. H. Blaha: Infektions- und Tropenkrankheiten, Schutzimpfungen. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-96426-8, S. 149.
  3. Fachwörterbuch Infektionsschutz S. 66 In: rki.de
  4. W. H. Gerlich: Breakthrough of hepatitis B virus escape mutants after vaccination and virus reactivation. J. Clin. Virol. (2006) 36 (Suppl. 1): S. 18–22 PMID 16831688.
  5. K. Tajiri, Y. Shimizu: Unsolved problems and future perspectives of hepatitis B virus vaccination. In: World journal of gastroenterology. Band 21, Nummer 23, Juni 2015, S. 7074–7083, doi:10.3748/wjg.v21.i23.7074, PMID 26109794, PMC 4476869 (freier Volltext).
  6. J. Wrammert, K. Smith, J. Miller, W. A. Langley, K. Kokko, C. Larsen, N. Y. Zheng, I. Mays, L. Garman, C. Helms, J. James, G. M. Air, J. D. Capra, R. Ahmed, P. C. Wilson: Rapid cloning of high-affinity human monoclonal antibodies against influenza virus. In: Nature. Band 453, Nummer 7195, Mai 2008, S. 667–671, doi:10.1038/nature06890, PMID 18449194, PMC 2515609 (freier Volltext).
  7. J. K. Mann, T. Ndung'u: HIV-1 vaccine immunogen design strategies. In: Virology journal. Band 12, 2015, S. 3, doi:10.1186/s12985-014-0221-0, PMID 25616599, PMC 4318220 (freier Volltext).