In einem kühlen Grunde

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Titelblatt der Anthologie Deutscher Dichterwald (1813)

In einem kühlen Grunde ist ein Gedicht von Joseph von Eichendorff, das auch unter dem Titel Das zerbrochene Ringlein zu finden ist.

Textgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1807/08 schrieb von Eichendorff in seinen Tagebüchern über die unerfüllte Liebe zu Käthchen Förster, Tochter eines Rohrbacher Küfermeisters, an die ein Gedenkstein am Philosophenweg in Heidelberg erinnert. Dieser Treuebruch inspirierte Eichendorff wahrscheinlich zu dem Gedicht.[1]

1813 wurde das Gedicht unter dem Pseudonym „Florens“ und unter dem Titel Lied[2] in der Anthologie Deutscher Dichterwald veröffentlicht. Eichendorff nahm das Gedicht auch in seinen 1812 verfassten und 1815 veröffentlichten Roman Ahnung und Gegenwart auf, wo es zum ersten Mal unter Eichendorffs eigenem Namen gedruckt wurde.

Vertonung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1814 vertonte Friedrich Glück das Gedicht,[3] das besonders als Chorsatz von Friedrich Silcher unter dem Titel Untreue Bekanntheit erlangte. Die Comedian Harmonists nahmen das Lied am 7. Januar 1932 in einem Arrangement von Erwin Bootz auf Schellack auf.[4][5] Das Lied wurde unter anderem ferner von Heino, den King’s Singers, Hein & Oss, den Fischer-Chören, Chanticleer und Max Raabe interpretiert.[6]

Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Schauenburg Allgemeines Deutsches Kommersbuch 223.jpg

Das zerbrochene Ringlein.

In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad
Mein’ Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.

Sie hat mir Treu versprochen,
Gab mir ein’n Ring dabei,
Sie hat die Treu’ gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.

Ich möcht’ als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus,
Und singen meine Weisen,
Und geh’n von Haus zu Haus.
 
Ich möcht’ als Reiter fliegen
Wohl in die blut’ge Schlacht,
Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht.
 
Hör’ ich das Mühlrad gehen:
Ich weiß nicht, was ich will —
Ich möcht’ am liebsten sterben,
Da wär’s auf einmal still![7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Audiodatei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem kühlen Grunde, gesungen von Franz Porten, Columbia Hartguss-Wachswalze #50264, ca. 1905.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.derwesten.de/kultur/aus-dem-leben-eines-taugewas-id1650838.html
  2. Deutscher Dichterwald von Justinus Kerner, Friedrich Baron de la Motte Fouqué, Ludwig Uhland und Andern. Heerbrandt, Tübingen 1840, S. 40 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  3. Volksmusik-Archiv
  4. Eberhard Fechner: Die Comedian Harmonists. Heyne, München 1998, ISBN 3-453-87315-7, S. 397.
  5. Ulrich Etscheit, Julian Metzger (Hrsg.): Comedian Harmonists. Das Original. Band 2. Gustav Bosse, Kassel 1999, ISBN 3-7649-0437-2, ISMN M-2011-0437-9 (Suche im DNB-Portal) , S. 35–37 u. Anm. Umschlag S. II.
  6. coverinfo.de
  7. Joseph von Eichendorff: Gedichte. Duncker und Humblot, Berlin 1837, S. 432 (Digitalisat).