In the Heights (Film)

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Film
OriginaltitelIn the Heights
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Spanisch
Erscheinungsjahr 2021
Länge 143 Minuten
Altersfreigabe FSK 6[1]
Stab
Regie Jon M. Chu
Drehbuch Quiara Alegría Hudes
Produktion Anthony Bregman,
Quiara Alegría Hudes,
Mara Jacobs,
Lin-Manuel Miranda,
Scott Sanders
Musik Lin-Manuel Miranda
Kamera Alice Brooks
Schnitt Myron Kerstein
Besetzung
Synchronisation

In the Heights ist ein Musicalfilm von Jon M. Chu, der am 22. Juli 2021 in die deutschen Kinos kommen soll. Es handelt sich um eine Adaption des mehrfach mit dem Tony Award ausgezeichneten, gleichnamigen Musicals von Lin-Manuel Miranda und Quiara Alegria Hudes über die Bewohner des Stadtviertels Washington Heights in Manhattan.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner von Washington Heights können auf die George-Washington-Brücke blicken

In Washington Heights, einem Stadtviertel von New York City im Norden Manhattans, leben viele Menschen, so auch Usnavi, der eine Bodega betreibt, die ihm seine verstorbenen Eltern hinterlassen haben. Sein Cousin Sonny hilft ihm bei der Arbeit. Usnavi würde am liebsten sein Geschäft schließen und zurück in die Dominikanische Republik ziehen, an die er vage Erinnerungen aus seiner Kindheit hat. Doch einiges hält ihn auch in den Washington Heights, so Benny, den er bereits seit kleinauf kennt, die schöne Kubanerin Vanessa und auch Nina, eine Freundin Usnavis aus Kindertagen, der ihr Vater ein Studium in Stanford ermöglicht hat, die aber vor Heimweh in die Gegend zurückgekehrt ist.

Als bekannt wird, dass jemand aus Washington Heights 96.000 US-Dollar im Lotto gewonnen hat, malen sie sich alle aus, was sie mit dem Geld machen würden.[2][3][4]

Das Musical In the Heights[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film basiert auf dem Musical In the Heights mit Musik von Lin-Manuel Miranda und einem Text von Quiara Alegria Hudes, das den Einfluss der Gentrifizierung auf ein Einwandererviertel thematisiert. Miranda hatte im zweiten Jahr seines Studiums mit der Arbeit an In the Heights begonnen. Das Musical verbindet lateinamerikanische Musikstile und Hip-Hop mit herkömmlicher Musical-Musik. Es schrieb Geschichte, weil es auf den Erfahrungen von Hispanics basiert und sich auf den Alltag dieser Bevölkerungsgruppe konzentriert.[5] Eine frühe Variante von In the Heights wurde 1999 uraufgeführt. 2007 war das Musical Off-Broadway und 2008 auf dem Broadway zu sehen. Miranda spielte darin die Hauptrolle des Usnavi. Die Broadway-Produktion gewann vier Tony Awards, die zugehörige Aufnahme einen Grammy.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stab und Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anthony Ramos spielt im Film in der Hauptrolle Usnavi de la Vega

Das Musical wurde von Quiara Alegría Hudes auch für den Film adaptiert. Regie führte Jon M. Chu.[6] Im Film spielt Miranda nun den Piragua Guy. Neben ihm sind im Film Anthony Ramos in der Rolle von Usnavi de la Vega und Melissa Barrera in der Rolle von Vanessa zu sehen.[6] Stephanie Beatriz und Dascha Polanco spielen Carla und Cuca, Daphne Rubin-Vega ist in der Rolle von Daniela zu sehen, Vanessas Chefin.[4] Olga Merediz, die bereits im Musical mitwirkte, spielt Abuela Claudia. Gregory Diaz ist in der Rolle von Usnavis Cousin Sonny zu sehen. Leslie Grace spielt Nina, Jimmy Smits ihren Vater Kevin Rosario und Corey Hawkins ihren Ex-Freund Benny, der bei ihrem Vater arbeitet.[5] Als Teenager wird Nina von Ariana Greenblatt gespielt.

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden in den Washington Heights statt, dem Handlungsort des Films. Der Name bezieht sich auf das Fort Washington, den höchsten Punkt Manhattans. Unter anderem dienten hier die George-Washington-Brücke als auch der Eingangsbereich vor der U-Bahnstation 168th Street als Kulisse.[4] Als Kamerafrau fungierte Alice Brooks.

Filmmusik und Soundtrack-Album[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lin-Manuel Miranda hatte die Stücke für sein gleichnamiges Musical geschrieben und komponiert.[7] Zu den sich ständig weiterentwickelnden Song- und Tanznummern, die auch im Film verwendet werden, erklärt Björn Schneider, diese griffen gekonnt die Stimmungen und die vor allem kulturellen Hintergründe der darbietenden Person auf: „Eine phantastische Idee ist es, dass einige der Charaktere bei der Interpretation und Darbietung ihrer Songs ihr Herkunftsland repräsentieren – und die Musik des Landes. Man hört die Rhythmus-getriebenen, Percussions-lastigen Musikstile Plena und Bomba aus Puerto-Rico. Den folkloristisch geprägten Merengue aus der Dominikanischen Republik. Oder die kubanischen Musikrichtungen Guajira und Son Cubano. Und der Salsa als lateinamerikanisches Kulturgut, als Tanz und Musikgenre, darf natürlich ebenso wenig fehlen.“[8] Das Soundtrack-Album mit insgesamt 17 Musikstücken wurde am 11. Juni 2021 von Warner Music veröffentlicht.[9] Der erste Song In the Heights, das Titellied des Films und gleichzeitig das erste Stück auf dem Album, wurde vorab im April 2021 veröffentlicht.[10][9] Der Song Home All Summer wurde von Miranda neu für den Film geschrieben. Die Latin-Pop-Nummer wird am Ende des Films und über den Abspann von Anthony Ramos, Leslie Grace und Marc Anthony gesungen.[11]

Marketing und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein erster Teaser-Trailer wurde am 10. Dezember 2019 veröffentlicht[12], ein weiterer Trailer Mitte März 2021.[13] Am 26. Juni 2020 sollte der Film in die US-Kinos kommen, der Kinostart in Deutschland war am 6. August 2020 geplant.[14] Der US-Starttermin wurde jedoch wegen der Coronavirus-Pandemie auf den 18. Juni 2021 verschoben.[15][16][17] Ein Kinostart in Deutschland war zwischenzeitlich am vorherigen Tag geplant und wurde zuletzt auf den 22. Juli 2021 verschoben.[18] Ab Juni 2021 soll der Film außerdem für einen Monat ohne Aufpreis beim US-amerikanischen Streamingdienst HBO Max verfügbar sein.[19] Die Premiere erfolgte bereits am 9. Juni 2021 beim Tribeca Film Festival, wo In The Heights als Eröffnungsfilm gezeigt wurde.[20][21]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe und Themen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA wurde der Film von der MPAA als PG-13 eingestuft.[22] In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 6 Jahren freigegeben.

Von der Deutschen Film- und Medienbewertung wurde In the Heights mit dem Prädikat Besonders wertvoll versehen. In der Begründung heißt es, die Mischung aus lateinamerikanischen Rhythmen, hinreißend dargebotenen Balladen und jeder Menge Rap und Hip Hop reiße jeden Zuschauenden von den Sitzen. Dazu behandele In the Heights auch relevante Probleme unserer Zeit, wie die Gentrifizierung, den latenten Rassismus und die Sehnsucht nach den eigenen Wurzeln der Eltern oder Großeltern, die ihre Heimat hinter sich lassen mussten, etwas das sich auch in allen Szenen und in allen Musiknummern widerspiegele.[23]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olga Merediz spielt im Film Abuela Claudia

Der Film wurde bislang von 96 Prozent der bei Rotten Tomatoes erfassten 300 Kritiken positiv bewertet, mit durchschnittlich 8,3 von 10 möglichen Punkten,[24] und erhielt auf Metacritic einen Metascore von 85 von 100 möglichen Punkten.[25]

David Ehrlich von IndieWire schreibt, dieses von Herzen kommende Stück Hollywood-Unterhaltung auf der großen Leinwand zu sehen, sei wie nach einem langen Jahr im Exil nach Hause zu kommen und festzustellen, dass es dort vielleicht sogar besser ist, als man es in Erinnerung hat. So seien die Kinos in diesen Tagen auch Orte, die von dem Film wunderbar wieder zum Leben erweckt werden können. Da Jon M. Chu nicht wirklich wisse, wie man „klein macht“, suche er im Alltag nach dem Spektakel und finde dieses in der Bewegung. Der Regisseur habe so ein Porträt über „ein Volk in Bewegung“ gezeichnet, auch wenn das Filmset am Broadway statisch bleibe, was Ehrlich mit einer Schneekugel vergleicht, in der man beobachten kann, was auf den Straßen von Washington Heights vor sich geht und wo die Figuren mit offenen Augen zu träumen scheinen. Die Straßen bestünden buchstäblich aus Musik, bis hin zu den Kanaldeckeln, die sich wie Plattenteller drehen. Anthony Ramos zeige hierbei in der Hauptrolle, die im Musical noch mit Miranda besetzt war, eine der charismatischsten und sympathischsten Performances in einem Film seit langem. Während das Musical In the Heights in Bezug auf die Einwanderererfahrung nuancierter und ehrlicher gewesen sei, als es für eine erfolgreiche Broadway-Show möglich erschien, lasse das Drehbuch von Quiara Alegría Hudes für den Film jedoch einige der realistischsten Momente seines Material falsch wirken, und auch eine glaubwürdige Protestszene sei Chu nicht gelungen, so Ehrlich.[3]

Jazz Tangcay von Variety schreibt über das Soundtrack-Album, mit dem Lin-Manuel Miranda die Washington Heights fröhlich zelebriert, dieses sei ebenso stark wie der Film, ohne sich dessen Dialoge und prächtiger Bilder bedienen zu können. Anthony Ramos sei nicht nur in der Rolle von Usnavi entzückend, auch seine Stimme sei vom Anfang des Films mit der Eröffnungsnummer In the Heights bis zum Ende knackig, egal ob er rappt oder singt. Über Olga Merediz, die bereits im Musical spielte und als Abuela Claudia zu sehen ist, schreibt Tangcay, diese wiederhole ihre Rolle am Broadway mit einer Kraft, als würde sie diese zum ersten Mal erforschen.[11]

Patrick Heidmann von epd Film entdeckt als eine der kleineren Schwächen des Films den Mangel an Handlung, und man müsse schon etwas übrig haben für Tanz und Gesang, wenn man an diesem seine Freude haben möchte. Dennoch überzeuge der Film als Leinwandmusical mehr als vergleichbare Produktionen der letzten Zeit, und Anthony Ramos sei ein ungemein einnehmender Protagonist, wie auch der ganze Cast es verstehe, die ausgelassene Lebendigkeit, die im Hochsommer auf New Yorker Straßen herrschen kann, auf ein Musicalniveau zu überhöhen. So sei In the Heights im Ergebnis ein mitreißendes Kinoerlebnis.[26]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Anthony Ramos Nicolás Artajo Usnavi
Mateo Gómez Klaus-Dieter Klebsch Alejandro
Corey Hawkins Leonhard Mahlich Benny
Marc Anthony Marcel Collé Gapo
Jimmy Smits Bernd Vollbrecht Kevin Rosario

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für In the Heights. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 206666/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Leah Greenblatt: 'In the Heights' review: Lin-Manuel Miranda's vibrant musical dazzles on screen. In: Entertainment Weekly, 21. Mai 2021.
  3. a b David Ehrlich: 'In the Heights' Review: Big Screen Version of Lin-Manuel Miranda’s Other Broadway Hit Is a Dream Come True. In: indiewire.com, 21. Mai 2021.
  4. a b c David Rooney: Lin-Manuel Miranda’s 'In the Heights': Film Review. In: The Hollywood Reporter, 21. Mai 2021.
  5. a b Peter Debruge: 'In the Heights' Review: Lin-Manuel Miranda’s Pre-'Hamilton' Block Party Is a Blast on the Big Screen. In: Variety, 21. Mai 2021.
  6. a b David Gewirtzman: Schedule of Upcoming Movie Musical Adaptations. In: playbill.com, 12. Dezember 2019.
  7. In The Heights (Original Broadway Cast Recording). In: genius.com. Abgerufen am 3. Juni 2021.
  8. Björn Schneider: In the Heights. In: programmkino.de. Abgerufen am 8. Juni 2021.
  9. a b Lin-Manuel Mirandas Musical „In The Heights“ kommt ins Kino und den Titeltrack gibt es schon heute . In: warnermusic.de, 23. April 2021.
  10. Emily Zemler: Hear ‘In the Heights’ From the Musical Film’s Official Soundtrack. In: Rolling Stone, 23. April 2021.
  11. a b Jazz Tangcay: 'In The Heights' Soundtrack Album Reaches the Same Heights as the Movie. In: Variety, 11. Juni 2021.
  12. Ale Russian: Lin-Manuel Miranda's In The Heights Teaser: See the Big Screen Musical Adaptation Burst to Life. In: people.com, 11. Dezember 2019.
  13. Kristen Lopez: 'In the Heights' Debuts 'Power-Full' New Trailer, Poster, and Photos. In: indiewire.com, 14. März 2021.
  14. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 15. Februar 2020.
  15. Christopher Campbell: All the Movie Releases Changed by the Coronavirus Pandemic. In: filmschoolrejects.com, 19. März 2020.
  16. Rebecca Rubin: Lin-Manuel Miranda’s 'In the Heights' Sets New Release Date for Summer 2021. In: Variety, 21. April 2020.
  17. Scott Mendelson: 'In The Heights' Will Now Be The Least Surprising Surprise Hit Of Summer 2021 Instead Of 2020. In: Forbes, 21. April 2020.
  18. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 13. Mai 2021.
  19. Anthony D’Alessandro: Warner Bros Sets Entire 2021 Movie Slate To Debut On HBO Max Along With Cinemas In Seismic Windows Model Shakeup. In: deadline.com, 3. Dezember 2020.
  20. Rebecca Rubin: 'In the Heights' to Open Tribeca Film Festival. In: Variety, 16. April 2021.
  21. https://newyork.cbslocal.com/2021/06/09/tribeca-film-festival-returns/
  22. In the Heights. In: commonsensemedia.org. Abgerufen am 24. Mai 2021.
  23. https://www.fbw-filmbewertung.com/uploads/fbwdb_film/infopdf/2b7a4553e23605c7671c03488d79c22081f55527.pdf
  24. In the Heights. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 24. Juni 2021.
  25. In the Heights. In: metacritic.com. Abgerufen am 13. Juni 2021.
  26. Patrick Heidmann: Kritik zu In the Heights. In: epd Film. Abgerufen am 16. Juli 2021.