Indescher See

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Der Tagebau Inden im Rheinischen Braunkohlerevier
Blick in den Tagebau, 2003

Indescher See oder Indescher Ozean ist der Name für einen künstlichen See, der nach der Auskohlung des Tagebaus Inden bei Inden im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen, entstehen soll.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprünglichen Planung zufolge sollte das Restloch des Tagebaus mit Erde gefüllt werden. Im September 2006 stellte der Gemeinderat Inden einen Antrag, wonach das Restloch des Tagebaus ab dem Jahre 2035 zu einem Freizeitsee werden soll. Der See hätte dann eine Fläche von 1.160 ha (entspricht 11,6 km²) und wäre damit der größte See in Nordrhein-Westfalen. Allerdings sind für die nahegelegenen Tagebaue Garzweiler (23 km²) und Hambach (42 km²) noch größere Seen in Vorplanung. Die Tiefe des geplanten Sees soll bei bis zu 180 Metern liegen.

Der See läge ungefähr auf dem Gebiet des Tagebaus Inden II, die Orte Schophoven, Merken und Lucherberg direkt am See. Ähnlich wie heute schon an Tagebau-Restseen in Ostdeutschland soll auch in Inden ab 2035 eine Nutzung möglich sein; dann wird mit einem wachsenden Freizeit- und besonders Wassersportangebot gerechnet. Der endgültige Pegel soll im Jahr 2065 erreicht sein.

Eine alternative Rekultivierungsmöglichkeit ist die Verfüllung mit Erde. Dazu wäre jedoch eine (auch im Braunkohlenplan ausgewiesene) 5,5 km lange Bandstraße, vorbei an 8000 Menschen in sechs Ortschaften, notwendig, die durch Verfüllung mit Wasser aus der nahegelegenen Rur überflüssig würde.

Rechtliche Auseinandersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Braunkohleausschuss der Bezirksregierung Köln beschloss am 5. Dezember 2008 trotz des Widerspruches der Stadt Düren[1], das Restloch des Tagebaus ab dem Jahre 2030, statt mit Erde zu verfüllen, zu einem Restsee zu fluten.[2] Die Stadt Düren reichte gegen die Änderung des Braunkohlenplans Klage vor dem Landesverfassungsgericht in Münster ein, da sie ihre Planungshoheit verletzt sah. Die Stadt sieht sich durch den geplanten See von Nachbarstädten abgeschnürt. Außerdem befürchtet sie, dass der Restsee nicht sicher sein könnte und Hangrutsche ähnlich wie im Jahr 2009 am Concordiasee passieren könnten. In der Verhandlung am 25. Oktober 2011 wurde die Verfassungsklage der Stadt Düren abgewiesen.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nächster Schritt für den Restsee Inden. Aachener Zeitung, 3. Mai 2011, abgerufen am 1. November 2011.
  2. Der größte See in NRW entsteht in Inden. (Nicht mehr online verfügbar.) Aachener Zeitung, 5. Dezember 2008, ehemals im Original; abgerufen am 6. August 2011: „Der Kreis Düren und vier Kommunen hatten für den See als Teil ihres Projektes «Indeland» plädiert.“
  3. Burkhard Giesen: Klage gegen den Restsee: «Wir haben noch Hoffnung». Aachener Nachrichten, 25. Oktober 2011, abgerufen am 1. November 2011.

Koordinaten: 50° 52′ 6,9″ N, 6° 23′ 3,9″ O