Indigo und die 40 Räuber

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Werkdaten
Titel: Indigo und die 40 Räuber
Form: Operette
Originalsprache: deutsch
Musik: Johann Strauss (Sohn)
Libretto: Richard Genée
Uraufführung: 10. Februar 1871
Ort der Uraufführung: Wien
Ort und Zeit der Handlung: Auf der Insel Makassar im 19. Jahrhundert
Personen
  • Ali Baba, ein Eseltreiber (Tenor)
  • Indigo, König von Makassar (Tenor)
  • Romadour, Oberpriester (Bariton)
  • Janio, lustiger Rat (Tenor)
  • Fantasca (Sopran)
  • Dalfemio, Finanzminister
  • Corruptio, Justizminister
  • Behemio, Kriegsminister
  • Etrillio, Polizeiminister
  • Girouetto, Präsident der Volksvertretung
  • Chimerico, ein Poet
  • Haremsdamen, Eunuchen, Volk

Indigo und die 40 Räuber ist die erste aufgeführte Operette von Johann Strauss (Sohn). Das Libretto stammt ursprünglich von Richard Genée, wurde aber im Lauf der Zeit mehrfach überarbeitet. Der Text basiert auf der Geschichte von Ali Baba und den vierzig Räubern aus Tausendundeine Nacht. Das Werk erlebte seine Uraufführung am 10. Februar 1871 im Theater an der Wien in Wien.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Operette spielt auf der Insel Makassar im 19. Jahrhundert.

Das Mädchen Fantasca und ihre Begleiter Janio aus Wien erleiden einen Schiffbruch. Sie werden gerettet und kommen anschließend als Sklaven zu König Indigo von Makassa. Dieser verliebt sich in Fantasca und nimmt sie in seinen Harem auf, wo er sie gefangen hält. Allerdings hat er bei ihr keine Chance. Um sie dennoch für sich gewinnen zu können holt er sich Rat bei Janio, den er gleichzeitig zu seinem Ratgeber ernennt. Das wiederum erweckt die Eifersucht, des ebenfalls aus Wien stammenden einflussreichen Oberpriesters Romadour. Dieser sieht in Janios Ernennung eine Gefahr für seine eigene Position am Hof des Königs.

Mit Hilfe von Ali Baba planen Fantasca und andere Damen aus dem Harem ihre Flucht. Romadour allerdings kommt schnell hinter diesen Plan. Allerdings sieht er für sich die Chance den verhassten Janio loszuwerden, weil er zu Recht davon ausgeht, dass dieser sich der Flucht von Fantasca anschließen wird. Daher deckt er den Fluchtplan nicht auf, der dann auch prompt gelingt. Die Flüchtlinge verstecken sich in einem Wald, wo sie sich als Räuber verkleiden. Die heranrückenden Truppen des Königs, die die Flüchtlinge verfolgen sollten, erkennen die Verkleidungen nicht und nehmen an tatsächlich gefährlichen Räubern gegenüberzustehen. Aus Angst ergreifen sie die Flucht. Eigentlich wären die Flüchtlinge nun gerettet. Allerdings beschließen Ali Baba und Janio nun für sich Kapital aus der Geschichte zu schlagen und einen einfacheren weiteren Fluchtweg einzuschlagen. Sie betäuben Fantasca und die anderen Damen und bringen sie, immer noch als Räuber verkleidet, zurück an den Königshof. Dort muss der König, der einst eine Belohnung für die Ergreifung der tatsächlich existierenden Räuber ausgesetzt hatte, zu seinem Wort stehen und Fantasca, Janio und Ali Baba als Belohnung in die Freiheit entlassen.

Rezeption und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Operette Indigo und die 40 Räuber begann sich der bis dahin vor allem als Walzerkomponist bekannte Johann Strauss auch als Komponist von musikalischen Bühnenwerken einen Namen zu machen. Allerdings war dem Werk in seiner ursprünglichen Form wenig Erfolg beschieden, was vor allem an dem etwas schwachen Textbuch lag. Das Libretto wurde im Lauf der Jahre mehrfach überarbeitet. In Paris erschien bald eine neue Fassung mit dem Titel "La Reine Indigo" ("Königin Indigo"). Im Jahr 1877 kam das Werk unter dem neuen Titel nach Wien zurück, wo es erneut am Theater an der Wien gespielt wurde. Die bekannteste Textfassung des Werks schuf Ernst Reiterer im Jahr 1906. Unter Beibehaltung der Musik trug das Werk nun den Titel Tausend und eine Nacht. In dieser Fassung wird das Werk gelegentlich bis heute ab und zu an verschiedenen Theatern, 1992 beim Neujahrskonzert und bei diversen Festspielen (u.a die Bregenzer Seefestspiele) aufgeführt. Allerdings erreichte das Werk auch in den überarbeiten Versionen des Textbuches nicht die Popularität von späteren Strauss-Operetten wie z. B. Die Fledermaus oder der Zigeunerbaron. Die bekanntesten Musiknummern sind:

  • Ja so singt man in der Stadt, wo ich geboren
  • Wie schön war diese Nacht (Traumlied)
  • Schlummerlied
  • Indigo-Marsch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]