Indische Breitspur

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Vergleich verschiedener Spurweiten:
  • Indische Breitspur

Die indische Breitspur, zuweilen auch Kolonialspur genannt, ist bei Eisenbahnen eine Spurweite von 1676 mm (5½ Fuß). Sie ist die größte Spurweite weltweit, die in häufigem Gebrauch ist.

Verbreitung[Bearbeiten]

Diese Spurweite war zuerst in Schottland bei zwei kurzen isolierten Strecken zu finden - bei der Dundee and Arbroath Railway (1836-1847) und bei der Arbroath and Forfar Railway (1838- ).

Die Einführung der Spurweite in Indien geht auf eine Entscheidung von James Broun-Ramsay, 1. Marquess of Dalhousie zurück, von schottischem Adel, der es zum Generalgouverneur von Britisch-Indien brachte. Ausgehend von Madras (heute Chennai) wurde ein Eisenbahnnetz auf dem Subkontinent errichtet - die starken Seitenwinde und im Innenland teils großen Steigungen ermunterten zur Wahl einer großen Spurweite. Wo dies nicht sinnvoll erschien, wurde dagegen Meterspur gewählt. Die Indian Railways sind heute dabei, im Projekt Unigauge die verbleibenden meterspurigen Strecken auf Breitspur umzubauen. So ist die indische Breitspur heute nicht nur in der Region des ehemaligen britischen Kolonie verbreitet, sondern das Netz wächst in Indien, Pakistan, Bangladesch und Sri Lanka beständig weiter

In Nordamerika existierte die Breitspur ebenfalls, und wurde zu jener Zeit "Provincial gauge", "Portland gauge" oder "Texas gauge" genannt. Strecken gab es in Kanada und den US-Bundesstaaten Maine, New Hampshire und Vermont sowie Louisiana und Texas. Diese Spurweite, ebenso wie die in den Südstaaten der USA genutzte Spurweite von exakt fünf englischen Fuß (1524 mm), wurde in den 1870er und 1880er Jahren weitgehend durch die Normalspur ersetzt. Die letzte Bahnstrecke dieser Spurweite in Kanada, die Carillon and Grenville Railway, wurde etwa 1912 stillgelegt.

Einzelne Strecken in dieser Spurweite existieren noch in Argentinien und Chile. Außerdem wurde bei der Bay Area Rapid Transit (BART) diese Spurweite 1972 neu eingeführt - das Design der BART-Schnellbahnen zur Anbindung von San Francisco weist dabei auch andere Eigenheiten auf.

Vorteile[Bearbeiten]

Durch die breitere Spurweite können größere Personen- oder Gütermengen pro Zuglänge transportiert werden. Auf der indischen Breitspur können Züge zwei Lagen ISO-Container auf gewöhnlichen Flachwagen tragen und benötigen keine Doppelstock-Containertragwagen, um den Schwerpunkt tiefer zu legen.