Industrie-Club Düsseldorf

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Eingang Industrieclub, 2017
Elberfelder Straße 6, 2017

Der Industrie-Club e.V. Düsseldorf ist eine Vereinigung von führenden Persönlichkeiten der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens mit Sitz in Düsseldorf, Elberfelder Straße 6 im Gebäude des Steigenberger Parkhotels. Heute hat der Club etwa 1200 Mitglieder. Frauen werden seit 1977 als Mitglieder zugelassen.

Der Verein wurde am 30. März 1912 gegründet. Sein erster Präsident war Wilhelm Marx, der vormalige Bürgermeister Düsseldorfs und dessen Ehrenbürger. Er amtierte von 1913 bis 1924, ihm folgten als Präsidenten die Industriellen Emil Kirdorf (1924–1928) und Karl Haniel (1928–1944). Zu seinen berühmten Mitgliedern zählten Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, Carl Duisberg, Heinrich Lueg, August Thyssen, Fritz Thyssen und Walther Rathenau.

Redner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den tragenden Pfeilern der Institution des Industrie-Clubs gehören die zahlreichen Vorträge gesellschaftspolitisch bedeutender Redner, zu denen die Club-Mitglieder regelmäßig eingeladen werden. In den vergangenen Jahren waren etwa Angela Merkel, Sigmar Gabriel, Herfried Münkler, John B. Emerson, Rainer Maria Woelki, Hannelore Kraft, Christoph M. Schmidt, Christian Lindner, Udo Di Fabio, Monika Grütters, Simone Bagel-Trah, Ulrich Grillo, Karl-Ludwig Kley, Tom Buhrow, Jens-Weidmann, Hans-Joachim Watzke, Johannes Teyssen, Wolfgang Huber, Daniel Kehlmann oder Bernhard Schlink zu Gast. Vieldiskutiert ist bis heute Hitlers Rede vor dem Industrie-Club Düsseldorf am 26. Januar 1932.[1] Im April 1932 sprach auch Hermann Göring vor den Mitgliedern des Clubs. Nach 1945 wurden unter anderem Willy Brandt (1959), Konrad Adenauer (1964), Helmut Schmidt (1967), später auch Ralf Dahrendorf und Hildegard Hamm-Brücher als Redner eingeladen.

Förderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen besonderen Schwerpunkt setzt der Club auf die Förderung der Wissenschaft. Er verleiht den Wissenschaftspreis des Industrie-Clubs im Land Nordrhein-Westfalen und die Seneca-Medaille für international herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Alternsforschung. Zudem fördert der Industrie-Club im Rahmen des Deutschlandstipendiums insgesamt 25 hochbegabte Studenten der Heinrich-Heine-Universität und der Hochschule Düsseldorf. Neben der finanziellen Unterstützung profitieren die Stipendiaten von einer engen Bindung an das Clubleben. So werden sie etwa zu ausgewählten Veranstaltungen eingeladen und bekommen so die Möglichkeit, aktuelle gesellschaftspolitische Diskussionen mit hochrangigen Rednern zu verfolgen. Das 2014 ins Leben gerufene Mentorenprogramm, an dem sich engagierte Club-Mitglieder beteiligen, soll den Industrie-Club-Stipendiaten den Erstkontakt zu ihrem Förderer erleichtern und Brücken in die Arbeitswelt bauen.

Club-Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den einzelnen Mitgliedern, die gemeinsam die Mitgliederversammlung bilden, verfügt der Industrie-Club über einen Vorstand, einen Beirat sowie eine Geschäftsführung.

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit setzt sich der Vorstand aus dem Vorsitzenden Joachim F. Scheele, dessen zwei Stellvertretern Theo Siegert und Dirk Grolman sowie den Vorstandsmitgliedern Eduard H. Dörrenberg, Claus Gielisch, Ulrich Grillo, Stefan Hamelmann, Roland Oetker und Gerrit Woeste zusammen.

Vorsitzende des Industrie-Clubs seit 1913[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle:[2]

Beirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgabe des Beirates des Industrie-Clubs ist die Wahrnehmung der ihm durch die Satzung des Clubs zugewiesenen Aufgaben sowie die beratende Unterstützung des Vorstandes. Der Beirat selbst ist mit derzeit (2017) 15 Mitgliedern relativ groß, davon sind vier Beiratsmitglieder weiblich. Die Mitglieder des Beirats sind Wulff O. Aengevelt, Friderike Bagel, Daniel von Borries, Florian Braunfels, Heike Cohausz-Voss, Felix Droste, Richard C. Geibel, Susan von Heill, Olaf Huth, Dirk Matejovski, Ulrich Michaelis, Joachim Manuel von Möller, Anne-José Paulsen, Werner Schaurte-Küppers und Friedrich Springorum.

Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtliche Geschäftsführerin des Vereins ist seit 2011 Heidi Schädlich.

Geschäftsführer des Industrie-Clubs seit 1914[3][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto T. Schüller (1914–1934)
  • Alexander Hevelke (1934–1949)
  • Carl August Zapp (1949–1951)
  • Klaus Biebrach (1951–1974)
  • Philipp Dürr (1974–1982)
  • Günther Freiherr von Teuffel (1982–1992)
  • Bernd Dieckmann (1993–2003)
  • Klaus Germann (2003–2010)
  • Heidi Landwers-Schädlich (seit 2011)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Teigeler: Stille Elite am Rhein. In: taz, 17. August 2006 (online)
  2. Volker Ackemann: Treffpunkt der Eliten. Die Geschichte des Industrie-Clubs Düsseldorf. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Droste, Düsseldorf 2012, ISBN 978-3-7700-1236-7, S. 32.
  3. Volker Ackemann: Treffpunkt der Eliten. Die Geschichte des Industrie-Clubs Düsseldorf. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Droste, Düsseldorf 2012, ISBN 978-3-7700-1236-7, S. 34.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Tilly: 60 Jahre Industrie-Club e.V. Düsseldorf 1912–1972. Düsseldorf 1972.
  • Industrie-Club e.V. Düsseldorf (Hrsg.): Offenheit und Öffentlichkeit. Reden vor den Mitgliedern des Industrie-Clubs e.V. Düsseldorf 1948–1999. Halem, Köln 2001.
  • Volker Ackermann: Treffpunkt der Eliten. Die Geschichte des Industrie-Clubs Düsseldorf. Droste, Düsseldorf 2006, ISBN 3-7700-1236-4.
  • Redezeit. Reden im Industrie-Club von 1914 bis 2006. Droste, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-7700-1267-1.
  • Thorsten Breitkopf: Industrie-Club: 100 Jahre Treffpunkt der Mächtigen. In: Rheinische Post vom 18. Februar 2012, S. C6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 51° 13′ 36″ N, 6° 46′ 39″ O