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Ine Marie Eriksen Søreide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ine Marie Eriksen Søreide, 2020

Ine Marie Eriksen Søreide (* 2. Mai 1976 in Lørenskog) ist eine norwegische Politikerin der konservativen Partei Høyre, deren Vorsitzende sie seit Februar 2026 ist. Seit 2001 ist sie Abgeordnete im Storting. Von Oktober 2013 bis Oktober 2017 war sie die Verteidigungsministerin ihres Landes, anschließend bis Oktober 2021 der erste weibliche Außenminister Norwegens.

Søreide wuchs zunächst in der Ortschaft Strømmen, etwas westlich von Oslo, auf. Ihr Vater war Elektriker, ihre Mutter wurde bereits früh in Søreides Kindheit arbeitsunfähig. Im Alter von 14 Jahren zog sie mit ihrer Mutter nach Tromsø. Sie gab an, dass ihr politisches Interesse durch den Fall der Berliner Mauer geweckt wurde. Sie wurde schließlich während des Wahlkampfs für die Volksabstimmung über den Beitritt Norwegens zur Europäischen Union Mitglied in der Høyre-Parteijugend, der Unge Høyre.[1]

Ab 1995 studierte Søreide Rechtswissenschaften an der Universität Tromsø. In dieser Zeit wurde sie Mitglied der Konservativen Partei Høyre und engagierte sich in der Lokalpolitik. Von 2000 bis 2004 war sie Vorsitzende der Parteijugend Unge Høyre. Zudem ist sie Mitglied im Parteivorstand von Høyre.

Bei der Parlamentswahl 2001 gelang Søreide der direkte Einzug in das norwegische Nationalparlament Storting nicht. Sie wurde stattdessen Vararepresentantin, also Ersatzabgeordnete. Als solche kam sie für die gesamte Legislaturperiode zum Einsatz, da ihr Parteikollege Per-Kristian Foss als Mitglied der Regierung sein Mandat ruhen lassen musste. Søreide wurde Mitglied im Kirchen-, Bildungs- und Forschungsausschuss. Bei der Wahl 2005 erhielt sie schließlich ein direktes Mandat im Wahlkreis Oslo. Nun wurde sie Vorsitzende des Kirchen-, Bildungs- und Forschungsausschusses. Im Anschluss an die Stortingswahl 2009 übernahm sie den Vorsitz des Außen- und Verteidigungsausschusses.

Am 16. Oktober 2013 wurde sie zur Verteidigungsministerin in der Regierung Solberg ernannt. Da sie zuvor erneut ins Parlament eingezogen war, sie als Mitglied der Regierung ihr Mandat jedoch ruhen lassen musste, wurde sie fortan von Heidi Nordby Lunde vertreten. Am 20. Oktober 2017 wechselte Søreide ins Außenministerium und sie wurde die erste Frau des Landes, die den Außenministerposten bekleidete.[2] Im Anschluss an die Wahl 2017 übernahm Mathilde Tybring-Gjedde die Vertretung im Storting. Ihre Amtszeit als Außenministerin endete mit dem Abtritt der Regierung Solberg am 14. Oktober 2021.

Nachdem sie als Regierungsmitglied ihr Mandat im Parlament hatte ruhen lassen müssen, kehrte Søreide im Oktober 2021 in das Storting zurück. Dort wurde sie Vorsitzende des Außen- und Verteidigungsausschusses. Diesen Posten behielt sie auch nach der Parlamentswahl 2025.[3] Am 14. Februar 2026 wurde sie als Nachfolgerin von Erna Solberg einstimmig zur neuen Høyre-Vorsitzenden gewählt.[4]

Eriksen Søreide forderte in einem Interview nach der Annexion der Krim durch Russland 2014 höhere Rüstungsanstrengungen aller europäischen NATO-Staaten. Sie äußerte im April 2014, Norwegen sei besonders wegen seiner knapp 200 Kilometer langen gemeinsamen Grenze mit Russland gefährdet.[5]

Eriksen Søreide war ab 2006 mit dem konservativen Politiker Øystein Eriksen Søreide verheiratet.[2][1]

Søreide spricht sich für den Beitritt Norwegens zur Europäischen Union (EU) aus. Sie begründet ihre Position damit, dass die Interessen Norwegens mit einer vollen Mitgliedschaft am besten vertreten werden können.[1]

Commons: Ine Marie Eriksen Søreide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b c Johan Falnes, Amalie Naley Andersen: Røper skilsmisse. In: TV 2. 6. November 2025, abgerufen am 16. November 2025 (norwegisch).
  2. a b Marie Melgård: Arbeiderdatteren som ble utenriksminister: – Jeg har alltid jobbet hardt. In: Verdens Gang. 21. Oktober 2017, abgerufen am 28. Oktober 2020 (norwegisch (Bokmål)).
  3. Biografi: Søreide, Ine Eriksen. In: Stortinget. Abgerufen am 22. Oktober 2025 (norwegisch).
  4. Henrik Einangshaug: Slutt for Erna Solberg – overlater roret til Ine Eriksen Søreide. In: NRK. 14. Februar 2026, abgerufen am 14. Februar 2026 (norwegisch).
  5. Reaktion auf Ukraine-Konflikt. In: tagesschau.de. Tagesschau bei Das Erste, 22. April 2014, archiviert vom Original am 23. April 2014; abgerufen am 23. April 2014: „Erhebliche Verstärkung des Militärs“