Ines Geipel

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Ines Geipel (2004)

Ines Geipel, auch Ines Schmidt (* 7. Juli 1960 in Dresden), ist eine ehemalige deutsche Leichtathletin und heute Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Sie betätigt sich als Schriftstellerin und Publizistin, besonders in der Aufarbeitung ihrer Erfahrungen als Opfer der DDR-Diktatur, vor allem des staatlich verordneten Dopings im DDR-Leistungssport. Als Themenfeld ergab sich in der DDR unterdrückte Literatur. Sie war maßgeblich daran beteiligt, die Schriftstellerin Inge Müller (1925–1966) bekannt zu machen. Zeitweise beschäftigte sie sich mit den Hintergründen von Massenmorden durch Einzeltäter. Von 2013 bis Dezember 2018 war sie Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfevereins.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ines Geipel wuchs in Dresden auf. Im Jahr 1974 schickten sie ihre Eltern nach Thüringen auf die Internatsschule in Wickersdorf, eine „Spezialschule mit erweitertem Russischunterricht“, die dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) mit einem Patenschaftsvertrag verbunden war. Dass ihr Vater, Direktor des Dresdner Pionierpalastes Schloss Albrechtsberg, unter acht Identitäten für das MfS in Westdeutschland als Terroragent für die Abt. IV im Einsatz war, erfuhr sie erst in den späten 1990er Jahren durch Einsicht in ihre OPK. Ihr Großvater war als NS-Funktionär in der SS aktiv.[1] Ab 1977 betrieb sie Leistungssport beim SC Motor Jena und war Anfang der 1980er Jahre Mitglied der DDR-Leichtathletik-Nationalmannschaft. 1984 stellte sie, damals unter dem Namen Ines Schmidt, gemeinsam mit Bärbel Wöckel, Ingrid Auerswald und Marlies Göhr als Staffel des SC Motor Jena in Erfurt mit 42,20 s den noch bestehenden Vereins-Weltrekord über 4 × 100 Meter auf.[2] Nachdem sie sich 1984 in einem Vorbereitungslager auf die Olympischen Spiele in einen mexikanischen Geher verliebt hatte, wollte sie aus der DDR fliehen. Ihre Fluchtpläne wurden von der Staatssicherheit vereitelt und Ines Geipel fortan mit Zersetzungsmaßnahmen belegt.[3] Der Speerwerfer und spätere Trainer beim SC Motor Jena, Jürgen Falkenthal, bespitzelte Geipel als Führungs-IM (inoffizieller Mitarbeiter) mit dem Decknamen „Ilja Vogelberg“.[4] Bei einer Blinddarmoperation 1984 wurde ihr im Stasi-Auftrag der gesamte Bauch samt Muskulatur durchschnitten.[5] So musste sie im Jahr 1985 ihre Sportler-Karriere abbrechen und begann ein Germanistikstudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Eine Dissertation wurde ihr ebenso wie eine berufliche Perspektive wegen ihrer Kontakte zur Jenaer Opposition verweigert.[3] Im Sommer 1989 floh Geipel über Ungarn aus der DDR und ging nach Darmstadt, wo sie an der Technischen Universität ein Magisterstudium der Philosophie absolvierte. Seit 2001 ist sie an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Professorin für Deutsche Verssprache.[6] Geipel lebt in Berlin.

Wie nahezu 12.000 Sportler in der DDR,[7] davon auch viele unwissentlich, war Geipel in das System des organisierten Dopings einbezogen.[8] Im Jahr 2000 war Geipel Nebenklägerin im Berliner Hauptprozess um das DDR-Zwangsdoping, in dem der einstige DTSB-Chef Manfred Ewald wegen Beihilfe zur Körperverletzung in zwanzig Fällen zu einer Freiheitsstrafe zur Bewährung verurteilt wurde.[9][10] Das Urteil wurde vom Bundesgerichtshof bestätigt, der das Zwangsdoping als mittelschwere Kriminalität einstufte. Geipel wurde daher vom Bundesverwaltungsamt als Doping-Opfer anerkannt.[11] Am 28. Juli 2005 bat die ehemalige Athletin den Deutschen Leichtathletik-Verband um Streichung ihres Namens aus der Rekordliste, da sie ihren Rekord nur durch unfreiwillige Einbindung in das ostdeutsche Zwangsdopingsystem erreicht habe und er das Resultat einer Körperverletzung sei. Der Verband stand diesem Ansinnen anfangs ablehnend gegenüber. Im Mai 2006, nach Androhung von juristischen Schritten durch Geipel, wurde ihr Name durch ein Sternchen ersetzt.[2][12]

Ines Geipel wurde 2011 wegen ihres Engagements für in der DDR unterdrückte Literatur und für ihre Aufarbeitung des DDR-Zwangsdoping-Systems samt Entschädigung der Doping-Opfer mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.[13] Von 2013 bis Dezember 2018 war sie Vorsitzende der Doping-Opfer-Hilfe.[14] 2017 wurde Geipel mit dem Goldenen Band der Sportpresse ausgezeichnet.[15]

2014 gehörte sie zu den Unterzeichnern des „Offenen Briefs Kulturschaffender in Deutschland zum Krieg in Gaza“, der am 1. August 2014 veröffentlicht wurde.[16]

Literarische Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur in der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ines Geipel begann ihre schriftstellerische Karriere 1996 mit der Herausgabe eines Bands unter dem Titel Irgendwo; noch einmal möcht ich sehn, der Texte von und zu[17][18] Inge Müller versammelt und beim Aufbau-Verlag erschien. Um diesen Band gab es Streit. Brigitte Maria Mayer, die Witwe von Inge Müllers vormaligen Ehemann Heiner Müller, lehnte eine von Wolf Biermann beigetragene „Ballade“[19][20] ab, die Heiner Müller in ein schlechtes Licht rückte, und setzte den Verlag unter Druck, wie Der Spiegel am 10. Juni 1996 meldete.[17] Anlässlich der Enthüllung einer von ihr gestifteten Gedenkstele für Inge Müller am 4. Juni[20] hatte sie ungeplant Kenntnis vom eigentlich schon für die Veröffentlichung im August vorgesehenen Manuskript erhalten.[21] In einer auf den 16. Juni datierten „Nachbemerkung“ zum „Nachwort“ berichtet Geipel, Biermann habe gedroht, bei Streichung auch seinen zweiten Beitrag (einen Brief) zurückzuziehen, Geipel, dann ihre Herausgeberschaft niederzulegen. Nur die „Ballade“ entfiel,[22][18] für Geipel noch ein Scheitern der Konzeption.[20] Der Band wurde nach nur einer Auflage vom Markt genommen. Das erregte Aufsehen, die Sicherung des weit zerstreuten Nachlasses wie auch Geipels 2002 erschienene Inge-Müller-Biografie Dann fiel auf einmal der Himmel um[18] (die viel Lob erntete) verhalfen der Berlinerin zu einer umfassenden Rezeption als gesamtdeutsche Dichterin (eventuell in Zusammenwirken mit Sonja Hilzingers Inge-Müller-Textsammlung Daß ich nicht ersticke am Leisesein ebenfalls von 2002).[23][24]

Im Jahre 1999 gab Ines Geipel den Band Die Welt ist eine Schachtel. Vier Autorinnen in der frühen DDR: Susanne Kerckhoff, Eveline Kuffel, Jutta Petzold, Hannelore Becker heraus. Dieser wie auch die Arbeiten zu Inge Müller bildeten den Fundus für das 2001 gegründete „Archiv unterdrückter Literatur in der DDR“, das die Autorin gemeinsam mit ihrem Schriftstellerkollegen Joachim Walther aufgebaut hat und das mittlerweile über 100 Vor- und Nachlässe von in der DDR unveröffentlicht gebliebenen Autoren umfasst.[25][26] Das Archiv wird seit 2005 durch die Edition „Die Verschwiegene Bibliothek“, Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/M., ergänzt, deren Herausgeber Ines Geipel und Joachim Walther sind.[27][28] Für diese Edition und die Gründung des „Archivs unterdrückter Literatur“ wurden Geipel und Walther mit dem Antiquaria-Preis zur Förderung der Buchkultur ausgezeichnet.

2009 erschien Geipels Buch Zensiert, verschwiegen, vergessen über die Lebensbilder von zwölf zur Zeit der DDR verfemten[29] Autorinnen, von denen zwei unter den Haftbedingungen im Zuchthaus Hoheneck zugrunde gingen.[30][31][32]

2015 erschien in Zusammenarbeit mit Joachim Walther das Buch Gesperrte Ablage. Unterdrückte Literaturgeschichte in Ostdeutschland 1945–1989. Das Buch dokumentiert (im Anhang) das „Archiv unterdrückter Literatur in der DDR“.[26][33][34]

Eigene Belletristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 erschien Geipels erster Roman Das Heft. Antje Rávic Strubel schrieb über ihn: „Wenn Kafka und Herta Müller je ein Buch zusammen geschrieben hätten, dann so eins.“[35] 1999 erschien außerdem der Gedichtband Diktate.

2005 erschien ihr zweiter Roman Heimspiel. Eine junge Frau flieht 1989 aus der DDR über Ungarn in den Westen. Geschildert werden ihre Erinnerungen an eigenartige Eltern während dieser Tage. Alles erinnert auch sehr an Ines Geipels Biografie. Vom Sprachstil sind die Rezensenten großer Tageszeitungen gelangweilt bis überaus beeindruckt.[36] Die Welt schrieb: „Ein Buch des Abschieds, fast eine Elegie auf eine schmerzhafte, schmerzende Heimat, vor brillanten Bildern überbordend.“

Doping in der DDR und überall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2001 veröffentlichte die ehemalige DDR-Leistungssportlerin Verlorene Spiele. Journal eines Doping-Prozesses. Das Buch spielte eine maßgebende Rolle bei der Befürwortung des Entschädigungsfonds für im DDR-Sport Geschädigte, der noch im selben Jahr in Höhe von zwei Millionen Euro vom Bundestag beschlossen wurde.

Dem nachkommunistischen Doping wandte sich Geipel im Jahr der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking mit No Limit. Wie viel Doping verträgt die Gesellschaft zu. Dafür besuchte sie zwar auch das dort geplante Dopingkontrolllabor, doch jenseits des Spitzensports geht es um Doping im Fitnessstudio bis hin zum Neuro-Enhancement und zur Gentechnik.[37][38]

Heutige Gesellschaft: Amokläufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 erschien ihre heftig umstrittene „literarische Dokumentation“ Für heute reicht’s. Amok in Erfurt.[39] Das Buch warf Fragen zur Aufklärung des Schulmassakers in Erfurt auf und den Sicherheitskräften Versagen, den Rettungskräften wenig Professionalität während des Einsatzes in der Schule vor.[40] Die von der thüringischen Landesregierung eingesetzte Gasser-Kommission kam dagegen zu dem Ergebnis, dass sich die Darstellung der Ermittlungsbehörden weitgehend bestätigt habe. Es habe zwar Mängel bei der Kommunikation zwischen den Einsatzkräften und Versäumnisse, Vorbereitungen für den SEK-Einsatz zu treffen, gegeben, doch letztlich ohne schwere Folgen.[41] Die Kommission erklärte zudem, dass in diesem Buch hinsichtlich „dessen Ego-Shooter-Aktivitäten ein […] nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmendes Bild von Robert Steinhäuser gezeichnet“ werde und „an dieser Stelle ohne gesichertes Faktenwissen offensichtlich ins Blaue hinein geschrieben“ worden sei; ein Freund von Steinhäuser „kenne niemanden aus dem nahen Umfeld von Robert Steinhäuser, mit dem die Autorin gesprochen habe.“[42] 2012 folgte Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens über weitere Amokläufe bzw. Massenmorde zwischen 1996 und 2011: Port Arthur, Emsdetten, Winnenden und Utøya. Nach dem Anschlag eines Heranwachsenden 2016 in München wies Geipel insbesondere darauf hin, dass wir „über die Idealitätskrankheit dieser jungen Männer sprechen“ sollten, und erkannte auch hier Parallelen zu früheren Amokläufen. Es brauche „Angebote, um sie an die Gesellschaft zu binden“.[43]

Leben in der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrem 2019 veröffentlichten Buch Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass greift Geipel das für die DDR-Geschichte so signifikante Thema des Verschweigens aus der Sicht mehrerer Generationen auf. Dabei bricht sie zum einen das „toxische Schweigen“ auf, mit dem nicht nur die SS-Vergangenheit ihrer beiden Großväter, sondern auch die Stasi-Tätigkeit des Vaters verhüllt wurde. Den Anstoß erhält die Autorin von ihrem todkranken Bruder, mit dem sie in ihrer Kindheit den Gewaltexzessen des Vaters ausgeliefert war. Der sechs Jahre jüngere Bruder hatte seinerseits die in der SED-Diktatur auferlegten gesellschaftlichen Zwänge in der DDR bis zur Selbstverleugnung verdrängt. Zum anderen sieht Geipel in diesen Verdrängungsmustern eine sich wechselseitig bedingende Wesensähnlichkeit mit dem „aggressiven Angstsystem, den Schweigegeboten und Lügen, auf denen die DDR ihren Staat aufbaute und auf die der Osten später mit einem kollektiven Gedächtnisverlust reagierte.“[44] Geipel beleuchtet historisch interessante Zusammenhänge zwischen den Anfangsjahren der Sowjetischen Besatzungszone und den 70er und 80er Jahren der späteren DDR. Sie schildert, wie das Konzentrationslager Buchenwald beim staatlichen Neuanfang im sowjetischen Machtbereich als Quasi-Gründungsmythos vereinnahmt und umgedeutet wurde. Walter Ulbricht, Stalins Beauftragter für die kommunistische Weichenstellung in der Sowjetischen Besatzungszone, hielt die schützende Hand über ehemalige rote Funktionshäftlinge, die von Mithäftlingen schwer belastet wurden. Der Grund, so macht Geipel an den Quellen deutlich, resultierte aus Ulbrichts „strategischer Geschichtspolitik“,[45] denn dieser stellte mit seinem Viertel von Moskau-Rückkehrern gegenüber den drei Vierteln Buchenwald-Häftlingen die Minderheit dar. Die „anfangs so selbstbewussten Buchenwaldkommunisten ... waren über diesen Weg in der Hand der Parteispitze, erpressbar und für die neue Moskau-Linie problemlos einzusetzen.“[46] Ein beachtlicher Aktionismus sei nötig gewesen, so führt die Autorin weiter aus, bis der SED diese „prekäre Achsendrehung über die Jahre sogar gelang.“[47] Schließlich leisteten Jugendliche in der DDR jahrzehntelang ihr Gelöbnis zur Jugendweihe auf dem Gelände des Konzentrationslagers, die 14-jährige Geipel gehörte zu ihnen.[48] Die Autorin bezieht in ihre Betrachtung auch den Roman Nackt unter Wölfen eines kommunistischen Buchenwaldhäftlings von 1958 mit ein, der nach anfänglichen Parteibedenken zu einem Schlüsselroman der frühen DDR werden konnte. Erst mit diesem Roman und seiner weiteren Verwertung in den DDR-Medien wandelte sich die Instrumentalisierung des Lagers endgültig zu einem „Buchenwald-Staccato“, das, so Geipel, „Programm geworden (war), ein Absolutum, die Staatsdoktrin schlechthin. Eine gedächtnispolitische Hypnose, unter der Millionen Ostdeutsche DDR-loyal gemacht wurden, insbesondere, weil in ihr die seelischen Tiefenformate der postfaschistischen DDR verhandelt und in der Folge betoniert wurden. Verschweigen, wegerzählen, umdeuten, nivellieren, ausblenden, vermeiden, vergessen. Es waren Mimikry-Angebote der Macht. Das Mehrheitsbewusstsein nahm sie an.“[49] Ines Geipel „schreibt die Geschichte der DDR als ein Drama der jahrzehntelangen Schuldverdrängung“,[44] in dem die zahlreichen Belege für antisemitische Übergriffe in den Schubläden der SED-Funktionäre verschwanden, während in der Spätphase des Regimes „die versprengte, linke Punk-Szene kriminalisiert und zerrieben, die grassierende Skinhead-Kultur aber ignoriert oder sogar geduldet wurde. Auffallend oft, so Geipel, waren Skins Kinder von Stasi-Mitarbeitern, die dann Straftaten der eigenen Söhne deckten.“[44] Geipel ermöglicht einen objektiven, fast mikroskopisch-genau anmutenden Blick auf die politischen und psychologischen Wirkkräfte, die die DDR-Gesellschaft formten.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele (Autor)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997: Gemeinsam mit Heike Tauch: Ach du lieber Augustin, wie fröhlich ich bin – Regie: Ulrich Gerhardt (Hörspiel nach Inge Müller, Irgendwo, noch einmal möcht’ ich sehnORB/DLF)[51]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Hochreiter: Joining in the Conversation. Bemerkungen zu Aufgaben und Haltungen der Biographik anlässlich Ines Geipels Versuch über Inge Müller. In: Christian von Zimmermann, Nina von Zimmermann (Hrsg.): Frauenbiographik. Lebensbeschreibungen und Porträts (= Mannheimer Beiträge zur Sprach- und Literaturwissenschaft. Band 63). Narr, Tübingen 2005, ISBN 3-8233-6162-7, S. 287–310 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Anke Gilleir: “Ophelia, die der Fluss nicht behalten hat”: Inge Müller im Gedächtnis. In: Arne De Winde, Anke Gilleir (Hrsg.): Literatur im Krebsgang: Totenbeschwörung und memoria in der deutschsprachigen Literatur nach 1989 (= Amsterdamer Beiträge zur neueren Germanistik. Band 64). Rodopi, Amsterdam / New York 2008, ISBN 978-90-420-2322-2, S. 109–124, doi:10.1163/9789004332973_008 (Diskussion von Geipels Biografie in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. März 2019]): „This essay investigates the meaning of the different memories of Inge Müller; […] focusing on Ines Geipel‘s extensive biography – it tries to show how and to what extent literary remembrance is caught in a struggle between narcissistic figuration and the impossibility of representation.“

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ines Geipel: Vom Sprinten zum Schreiben. Fernseh-Porträt von Radio Bremen für arte, 2008.
  • Einzelkämpfer (2013): Dokumentarfilm über vier Spitzensportler der ehemaligen DDR, darunter Ines Geipel. Filmpremiere auf der Berlinale 2013.

Rundfunkberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ines Geipel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Information zu Ines Geipel in einem Projekt der Nemetschek Stiftung, 2016.
  2. a b Andreas Schirmer: Doping-Bestmarke aus der DDR. Sprinterin lässt Rekord löschen. In: www.n-tv.de, 6. Mai 2006.
  3. a b ZOV Sportverräter – Spitzenathleten auf der Flucht. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung. Zentrum Deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg e. V., Berlin 2011, S. 26.
  4. Gegen die Nebelwand. In: Der Spiegel, 24. April 2006.
  5. Michael Reinsch: Der Schrecken steht mitten im Raum. In: FAZ.net. 12. April 2011, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  6. Homepage der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«
  7. Joscha Weber: Geipel: „Doping of minors is a form of child abuse“. In: www.bpb.de, 16. August 2013.
  8. Ilko-Sascha Kowalczuk: „Ich habe ein behindertes Kind“ – DDR-Doping und die Folgen. In: www.bpb.de, 30. September 2005.
  9. Ines Geipel: Verlorene Spiele. Journal eines Doping-Prozesses. Berlin 2001, S. 152.
  10. Der Prozess. In: Spiegel Online, 18. Juli 2000.
  11. Geipel verlangt Rente für DDR-Doping-Opfer (Memento vom 20. Februar 2009 im Webarchiv archive.today). In: www.sportal.de, abgerufen am 11. Februar 2016.
  12. Stichtag 5. Mai 2006 – Ines Geipel erzwingt Streichung aus Rekord-Liste. In: www1.wdr.de, 5. Mai 2011, abgerufen am 11. März 2016.
  13. Hohe Ehrung für Ines Geipel. In: Thüringische Landeszeitung, 16. Juli 2011.
  14. https://www.welt.de/debatte/kommentare/article185155480/Brutalitaet-der-DDR-In-was-fuer-einem-Land-lebe-ich-heute.html 8.12.2018 Kommentar in Die Welt
  15. Ines Geipel mit "Goldenem Band" ausgezeichnet. In: Berliner Morgenpost. 15. November 2017 (morgenpost.de [abgerufen am 6. November 2018]).
  16. http://www.gazaopenletter.de/
  17. a b Das Veto der Witwe. In: Der Spiegel. Nr. 24, 1996 (online – auch auf planetlyrik.de).
  18. a b c Peter Walther (Hrsg.): Musen und Grazien in der Mark. Ein historisches Schriftstellerlexikon. Lukas Verlag, Berlin 2002, ISBN 978-3-931836-69-6, Eintrag „Müller, Inge“, S. 158 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 11. März 2019]): „Mit Beiträgen zu ihrem Werk (u. a. von Herta Müller, Adolf Endler, Reinhard Jirgl, Heiner Müller, Annett Gröschner und Wolf Biermann)“
  19. Wolf Biermann: Legende vom Selbstmord der Inge Müller im Jahre '66. In: taz.de. 11. Juni 1996, abgerufen am 12. März 2019.
  20. a b c Ines Geipel (Hrsg.): Irgendwo; noch einmal möcht ich sehn. 1996, S. 351–353, Nachwort, Nachbemerkung (planetlyrik.de, Google-Buchsuche Anfang/Ende [abgerufen am 10. März 2019]).
  21. Peter Walther: The Ballad of Inge and Heiner. In: taz.de. 11. Juni 1996, abgerufen am 12. März 2019.
  22. Reinhard Tschapke: Beleidigter Dichter, gekränkte Witwe. In: welt.de. 30. Juli 1996, abgerufen am 11. März 2019: „Nur unter Zwang nahm der Aufbau-Verlag vor Wochen aus dem fast fertigen Band eine umstrittene Biermann-Ballade wieder heraus. Ein zweiter Barden-Beitrag blieb dagegen. Es ist ein Brief, den Wolf Biermann 1988 an Torsten Heyme schrieb.“
  23. Rena Lehmann: Verschüttete Erinnerung. Ines Müller als erinnernde und nicht-erinnerte Autorin. In: Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat. Band 17, Nr. 17, 2005, ISSN 0948-9878, S. 20–41, hier S. 31 f. (Volltext [PDF; 174 kB]): „Die Zeitungen reagierten 1996 mit weitaus umfangreicheren Berichten als noch 1985. […] Sie wurde nun als eine der wichtigsten Nachkriegsdichterinnen wahrgenommen. […] Nur sechs Jahre nach Herausgabe des Bandes von Ines Geipel erschien Inge Müllers Biographie von Ines Geipel im Henschel Verlag. Etwa zeitgleich brachte der Aufbau-Verlag eine weitere Textsammlung [Fn.: Inge Müller: Daß ich nicht ersticke am Leisesein. Hrsg. von Sonja Hilzinger. Berlin: Aufbau-Verlag, 2002.] auf den Markt, der die meisten im Nachlaß auffindbaren Texte der Autorin enthält. Seit dem Erscheinen der beiden umfangreichen Veröffentlichungen kann von der „vergessenen Autorin“ keine Rede mehr sein. […] Sie zählt heute zum Kanon der deutschen Literatur.“
  24. Ingeborg Gleichauf: Vielleicht werde ich plötzlich verschwinden. Gesammelte Texte von Inge Müller und die Inge-Müller-Biografie von Ines Geipel. In: literaturkritik.de. 1. August 2002, abgerufen am 17. März 2019.
  25. Michael Bienert: Das Archiv unterdrückter Literatur. Mundtot, aber nicht für immer. In: Stuttgarter Zeitung. 11. Januar 2011 (Volltext auf text-der-stadt.de [abgerufen am 18. März 2019]).
  26. a b Katja Stopka: I. Geipel u. a.: Gesperrte Ablage. In: H-Soz-Kult. 31. Mai 2016, abgerufen am 10. März 2019 (Rezension).
  27. Simone Neteler: Die „Verschwiegene Bibliothek“. In: deutschlandfunk.de. 1. Juli 2005, abgerufen am 9. März 2019.
  28. Publikationen der Reihe Die verschwiegene Bibliothek. Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, abgerufen am 11. März 2016.
  29. Ines Geipel. In: literaturtipps.de. Abgerufen am 13. März 2019.
  30. Martin Straub: Unter der Decke des DDR-Alltags. (Memento vom 16. Dezember 2013 im Internet Archive) In: Thüringische Landeszeitung. 3. Juni 2009 (Rezension).
  31. Sabine Brandt: Zum Schweigen gebracht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Juli 2009.
  32. Rezensionsnotizen zu Zensiert, verschwiegen, vergessen bei perlentaucher.de
  33. Geipel, Walther: Gesperrte Ablage, Inhaltsverzeichnis in der Google-Buchsuche
  34. Geipel, Walther: Gesperrte Ablage, Inhaltsverzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek (PDF; 137 KiB)
  35. Und was verschenken Sie? Zehn Schriftsteller plaudern ihr Weihnachtsgeheimnis aus, hier: Antje R. Strubel. In: welt.de, 15. Dezember 2001, abgerufen am 12. März 2019.
  36. Rezensionsnotizen zu Heimspiel bei perlentaucher.de, abgerufen am 17. März 2019.
  37. Doping und Sp(r)itzenathleten. Die pharmakologische Aufrüstung der Körper. In: Die Berliner Literaturkritik. 18. September 2008, abgerufen am 13. März 2019.
  38. Ines Geipel: No Limits. Klett-Cotta, Stuttgart 2008, S. 87 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 13. März 2019]).
  39. Rezensionsnotizen zu Für heute reicht’s. Amok in Erfurt bei perlentaucher.de (Januar/Februar 2004).
  40. Torsten Harmsen: „Für heute reicht’s“: Ines Geipels „literarisches Sachbuch“ über den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium: Finales Rettungs-Chaos. In: Berliner Zeitung, 2. Februar 2004.
  41. Bericht der Kommission Gutenberg-Gymnasium des Landes Thüringen, S. 292 f. Abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 2,97 MB).
  42. Bericht der Kommission Gutenberg-Gymnasium des Landes Thüringen, S. 338. Abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 2,97 MB).
  43. Ines Geipel im Gespräch mit Änne Seidel: Gewaltprävention: „Unterscheidung von Terror und Amok wirkungslos“. Deutschlandfunk, 24. Juli 2016, abgerufen am 24. Juli 2016.
  44. a b c Alex Rühle: Vergletschert. In: Süddeutsche Zeitung, 1. März 2019.
  45. Ines Geipel: Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass. Stuttgart 2019, S. 65.
  46. Ines Geipel: Umkämpfte Zone, S. 63.
  47. Ines Geipel: Umkämpfte Zone, S. 64.
  48. Vgl. Ines Geipel: Umkämpfte Zone, S. 59.
  49. Ines Geipel: Umkämpfte Zone, S. 70 f.
  50. Udo Scheer: Ines Geipel: Verlorene Spiele. Journal eines Dopingprozesses. In: Deutschlandfunk, 23. April 2001 (Rezension).
  51. ARD-Hörspieldatenbank. Inge Müller: Ach du lieber Augustin, wie fröhlich ich bin. Deutsches Rundfunkarchiv, abgerufen am 9. März 2019.