Infanterie-Regiment „von Grolmann“ (1. Posensches) Nr. 18

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Infanterie-Regiment von Grolman (1. Posensches) Nr. 18

Aktiv 1. Juli 1813 bis 15. April 1919
Staat Königreich Preußen
Streitkräfte Preußische Armee
Truppengattung Infanterie
Unterstellung VIII. Armee-Korps

Das Infanterie-Regiment von Grolman (1. Posensches) Nr. 18 war ein Infanterieverband der Preußischen Armee.

Benennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

* 1. Juli 1813 06. Reserve Infanterieregiment
* 25. März 1815 18. Infanterieregiment
* 5. November 1816 18. Infanterieregiment (3. Westpreußisches)
* 10. März 1823 18. Infanterieregiment
* 4. Juli 1860 01. Posensches Infanterieregiment Nr. 18
* 27. Januar 1889 Infanterie-Regiment von Grolman (1. Posensches) Nr. 18

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regiment wurde am 1. Juli 1813 durch AKO aus dem 1. und 2. Reserve-Bataillon des 6. Infanterieregiments und dem 4. Reserve-Bataillon des 10. Regiments gebildet. Im Jahr 1815 wurde das III. Bataillon zum Füsilierbataillon ernannt. Im Jahr 1859 wurde viele Offiziere und Mannschaften an das 58. Infanterieregiment abgegeben. Am 27. September 1866 wurden die 13/14/15 Kompanie an das 83. Infanterieregiment abgegeben. Am 1. April 1881 kam die 4. Kompanie an das 132. Infanterieregiment. Am 1. April 1887 wurde ein IV. Bataillon errichtet, aus der 5. Kompanie des 132. Infanterieregiments, dem 6./23, 11./18,6./23, 11./18 sowie dem 6./63, daraus wurden die 13.–15. Kompanie gebildet. Die abgegebenen Kompanien des Regiments wurden stets wieder aufgefüllt.
Am 1. April 1890 wurde dann das IV. Bataillon an das 141. Infanterieregiment abgegeben, Danach wurde am 2. Oktober 1893 das IV. (Halb-)Bataillon errichtet und am 1. April 1897 das IV. Bataillon an das 175. Infanterieregiment abgegeben.

Gefechtskalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Befreiungskriege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1813
Es nahm an der Belagerung von Glogau sowie den Gefechten bei Zerbau, Zarkau und Neukirch teil. In der Schlacht bei Dresden war das Regiment teil der 9. Brigade des II. Armeekorps. Es kämpfte wieder im Gefecht bei Falkenhayn sowie den Schlachten bei Kulm, Leipzig und der Belagerung von Erfurt. Bei Leipzig stand das Regiment bei Wachau und verlor 2/3 seines Personals.
1814
Es war bei der Belagerung von Luxemburg, sowie den Gefechten bei La Ferte sous Jouarre, Beauville und May. Ferner kämpft es in der Schlacht bei Laon sowie den Gefechten bei Pontavaure, Montils, Claye und zum Schluss in der Schlacht bei Paris.
1815
Im Sommerfeldzug war das Regiment der 13. Brigade des IV. Armeekorps und nahm an der Schlacht bei Belle Alliance teil. Es stand 4 Stunden lang auf dem Kirchhof von Planchenoit der alten und jungen Garde gegenüber. Es wurden zahlreiche Adler erbeutet: 1. und 2. Grenadier-Regiment, 1. Jäger-Regiment, 2. Voltigeur-Regiment sowie das 5. und 8. leichte Linien-Regiment und 10. Linien-Regiment.

Von 1813 bis 1815 verlor das Regiment 72 Offiziere und 2041 Mannschaften, allein bei Belle Alliance 21 Offiziere und 794 Mannschaften.

Auszeichnung

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Unruhen von 1848 nahm es an den Gefechten bei Gostyn, Grätz, Xions, Buk und Kowalski. Bei Kowalski geriet der General Ludwik Mierosławski in Gefangenschaft.

Auszeichnung

Deutsch-Dänischer Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Krieges von 1864 war es Teil der 10. Infanteriebrigade der 5. Division. Damit nahm es am Sturm auf die Düppeler Schanzen teil. Verlust: 11 Offiziere und 131 Mannschaften

Auszeichnung[1]

Deutscher Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1866 kam das Regiment zur 5. Infanteriedivision der I. Armee. Es kämpfte bei Gitschin und Königgrätz. Verlust: 12. Offizier und 279 Mann

Auszeichnung
  • 2 Pour le Merite (Hauptmann von Schkopp, Premier-Lieutenant von Offermann[5])
  • 1 Roter Adlerorden 3. Klasse mit Schwertern
  • 9 Rote Adlerorden 4. Klasse mit Schwertern
  • 1 Roter Adlerorden 4. Klasse
  • 1 Kronenorden 2. Klasse mit Schwertern
  • 1 Kronenorden 3. Klasse mit Schwertern
  • 8 Kronenorden 4. Klasse mit Schwertern
  • 1 Ritterkreuz des Hohenzollern-Hausordens mit Schwertern (Seconde-Lieutenant von Dioszeghy)
  • 8 Militärehrenzeichen 1. Klasse
  • 97 Militärehrenzeichen 2. Klasse

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Krieg kam das Regiment in die 11. Infanteriedivision des VI. Armeekorps. Er nahm an Vorpostengefechten bei Choisy-le-Roy teil sowie den Belagerungen von Pfalzburg und Paris teil.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1815 war das Regiment im Feld.

  • 1815–1816 Mainz, Wehrstadt, Nieder-Ulm
  • 1816–1817 Köln, Jülich
  • 1817–1818 Okkupation-Armee in Frankreich
  • 1819–1820 Glogau, Jauer, Löwenberg, Schweidnitz
  • 1820–1833 Posen, Rawitsch, Fraustadt
  • 1833–1834 Posen, Rawitsch, Bromberg
  • 1834–1848 Posen, Fraustadt, Gnesen
  • 1848 Posen, Krotoschin
  • 1849 Danzig
  • 1850 Köln, Düsseldorf
  • 1851–1860 Glogau, Liegnitz
  • 1860–1864 Guben, Spremberg, Cottbus
  • 1864–1866 Frankfurt an der Oder, Spremberg, Cottbus
  • 1866–1871 Schweidnitz, Reichenbach
  • 1871–1881 Glatz
  • 1881–1890 Gleiwitz, Beuthen
  • 1890– Osterode

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
Oberst von Löbell 1. Juli 1813 bis 23. März 1815
Oberstleutnant/Oberst von Koskull 1816
Oberst Schleyer 1827 bis 30. März 1828
Oberst von der Osten-Sacken 30. März 1828 bis 7. Dezember 1830
Oberstleutnant/Oberst von Rosenberg-Grusczynski 30. März 1832 bis 30. März 1838
Oberst von Bojanowski 1838
Oberst von Burski 7. April 1842 bis 17. Oktober 1842
Oberstleutnant/Oberst von Woyna 17. Oktober 1844 bis 16. September 1848
Oberstleutnant/Oberst Hann von Weyhern 3. August 1848 bis 22. März 1853
Oberstleutnant/Oberst August Wilhelm von Wangenheim[6] 1857
Oberst von Schmidt 1859
Oberst von Kettler 1863 bis 30. Oktober 1866
Oberst von Rentz 1866 bis 8. Juni 1869
Oberst von Bock 18. Juni 1869 bis 23. Mai 1873
Oberst Hermann Crüger 1873
Oberst Wilhelm von Perbandt 1875
Oberst Gustav von Lindeiner gen. von Wildau 1878
Oberst Graf Heinrich von Bethusy-Huc 1884
Oberst Julius von Netzer 1885
Oberst von Hagen 13. Oktober 1887 bis 29. Juli 1890
Oberst Karl Pohl 1890
Oberst Hans von Brause 1892
Oberst Wilhelm Tischler 1893
Oberst Friedrich Molière 1897
Oberst Amandus Menze 1898
Oberst Paul Engelbrecht 1901
Oberst Felix Rummelspacher 1903
Oberst Wilke von Karger 1911
Oberst Ewald Mecke 1914 bis 27. Oktober 1915

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul von Abel: Stammliste der königliche preußischen Armee, 1904, S.63f
  • Georg Alt: Das königliche preußische stehende Heer , 1869, Band 1, S.165f
  • Werner Meyer: Das Infanterie-Regiment v. Grolman (1. Posensches) Nr. 18 im Weltkriege; (Band 285 des preuß. Anteils der Erinnerungsblätter), Oldenburg i. O. 1929, Digitalisat
  • Rudolph von Wedell: Geschichte des Königl. Preußischen 18. Infanterie-Regiments von 1813 bis 1847, Digitalisat
  • Arthur von Löbell: Das 18. Infanterie-Regiment bei Belle-Alliance

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Königlich Preußischer Staats-Anzeiger: 1864, S.1544 Namen der ausgezeichneten Offiziere und Mannschaften
  2. Geschichte der Preussischen Feldzüge von 1866, S.353, Fußnote
  3. Die Ritter des Ordens pour le mérite, Band 2, S.447
  4. (* 25. November 1833; † 31. August 1870), Gefallen bei Vionville [1]
  5. Franz Offermann (* 20. März 1835; † 20. September 1870), gefallen bei Metz
  6. Stammliste des Offizer-korps des Infanterie-regiments von Horn, Nr.333