Infektiologie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Infektiologie (abgeleitet von „Infektion“), eigentlich Infektologie (von lateinisch inficere), ist die Lehre vom Gesamtgebiet der Infektionen und der Infektions- und Infestationskrankheiten.[1] Sie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft in den Bereichen Biologie und Medizin, die sich mit der Erforschung, Verhütung und Behandlung viraler, bakterieller und protozoaler Infektionen beim Menschen beschäftigt. Auf staatlicher Ebene ist in Deutschland das Robert-Koch-Institut, Berlin, im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit, bei der Gesundheitsüberwachung und Hygiene führend.

Infektiologische Grundlagenforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundlagenforschung erfolgt in der Infektionsbiologie (Bakteriologie, Virologie, Parasitologie und Immunologie) und Epidemiologie. In Deutschland sind daran u. a. Institute von Universitäten, der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft beteiligt.

Medizinische Infektiologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Röntgen des Brustkorbes: 37-jähriger Mann mit Lungenentzündung

Die ambulante und klinische Versorgung von Patienten mit Infektionskrankheiten erfolgt in der medizinischen Infektiologie. Bei Infektionen mit hochansteckenden Erregern werden die Patienten in speziellen Isolierstationen behandelt.

Klinisch bedeutsame Infektionserkrankungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infektiologische Kliniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonderisolierstation der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité
  • Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité in Berlin: Die Klinik wurde 1891 von Robert Koch gegründet. Hier ist der einzige deutsche Lehrstuhl für klinische Infektiologie und die größte deutsche Sonderisolierstation für hochansteckende Krankheiten angesiedelt.
  • Bernhard-Nocht-Institut und Klinik in Hamburg: Die Klinik wurde 1900 speziell zur Behandlung von Tropenkrankheiten gegründet.
  • Zentrum für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Jena: Das Zentrum betreut im Rahmen eines klinikumsweiten Konsiliardienstes und einer Spezialambulanz Patienten mit verschiedenen Infektionskrankheiten nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Der Forschungsschwerpunkt sind neue Strategien gegen Infektionen durch multi-resistente Erreger.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. Bauernfeind, P M Shah: Lexikon der Mikrobiologie und der Infektologie. Schattauer, Stuttgart, 1990.
  • Friedrich Hofmann, Friedrich-Wilhelm Tiller: Praktische Infektiologie - Erreger/Diagnose/Therapie/Prävention, ecomed Verlagsgesellschaft, Landsberg 2001, ISBN 3-609-63333-6
  • A. Krämer, R. Reintjes: Infektionsepidemiologie. Methoden, moderne Surveillance, mathematische Modelle, Global Public Health. Berlin, Springer, 2003 ISBN 3-540-42764-3
  • Sebastian W. Lemmen: Infektologie, Leitfaden Krankenhaushygiene.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Infektiologie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Köhler: Infektiologie. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 667.