Informationsverbund Berlin-Bonn

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Der Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB) ist ein Informationsverbund des Bundes zur Vernetzung der Obersten Bundesbehörden.

Eingerichtet wurde der Informationsverbund Berlin-Bonn aufgrund des Umzuges des Deutschen Bundestages und des größten Teils der Bundesregierung nach Berlin. Er ermöglicht den schnellen und sicheren Datenaustausch zwischen den einzelnen Stellen in Berlin und Bonn.

Der IVBB ist ebenso wie der Informationsverbund der Bundesverwaltung (IVBV) einer der Grundpfeiler für die Verwaltungsmodernisierung im Rahmen der Initiative BundOnline 2005.

Telefonvorwahl 01888[Bearbeiten]

Der IVBB hatte bis Ende 2009 eine eigene Telefonvorwahl für eine bundeseinheitliche Bepreisung für Telefonate von Bürgern mit den Institutionen des Bundes. Diese Rufnummer wurde bereits 1997 eingeführt. Seitdem hat sich der Telefonmarkt sehr geändert, es gibt mittlerweile andere Festnetzbetreiber und Mobilfunknetze haben heute einen völlig anderen Stellenwert. Auch die Entgeltstruktur der Anbieter hat sich gegenüber 1997 stark geändert. Waren früher die Entgelte entfernungsabhängig, gibt es heute meist Standardentgelte. Wegen der Entfernungsabhängigkeit galt damals auch die einheitliche Bepreisung, zumindest in West-Ost-Richtung. Das bedeutete zum Beispiel: Wenn ein Teilnehmer aus Bonn eine Nummer im IVBB angerufen hat, war es entgeltmäßig gleich, ob der Zielanschluss in Berlin oder in Bonn war. Diese Vorgehensweise ließ sich, auch wegen der zum Teil fehlenden Interconnectionabkommen zwischen den einzelnen nationalen und internationalen Netzbetreibern nicht aufrechterhalten. Um dennoch in den Genuss der Vorteile eines Netzverbundes zu gelangen, wurde beschlossen, neue einheitliche Einwahlnummern für den IVBB zu schalten und die bundeseinheitliche Nummer 2008 auslaufen zu lassen. Zum 1. Januar 2010 wurde die Vorwahl 01888 abgeschaltet.

Neue IVBB-Telefonvorwahlen für Bonn und Berlin[Bearbeiten]

In den Ortsnetzen Bonn und Berlin wurden 2006 neue Einwahlnummern für den IVBB geschaltet. Diese waren parallel zur bundeseinheitlichen Vorwahl 01888 in Betrieb, um einen weichen Übergang für alle Beteiligten zu schaffen. Diese neue Regelung wird den jetzt geläufigen Gebührenstrukturen besser gerecht und bildet für Gespräche vom Mobilfunktelefon in den IVBB eine preiswertere Basis als das alte Modell.

Ortsnetz, unabhängig vom Sitz der
Ministerien und Verfassungsorgane
IVBB - Einwahlnummer Beispiel alt Beispiel neu
Berlin 030 18 «IVBB-Nummer» 01888 456789 030 18 456789
Bonn 0228 99 «IVBB-Nummer» 01888 456789 0228 99 456789

Künftig gibt es zwar zwei Einwahlnummern, es ist aber egal, welche man verwendet. Wegen der weitestgehend standardisierten Gebühren (es wird im Wesentlichen seitens der Anbieter nur noch zwischen Mobilfunk-, Orts- und Ferngespräch unterschieden) entsprechen die Kosten jetzt einem normalen Gespräch in das Ortsnetz Bonn oder Berlin. Eine Abrechnung als Sonderrufnummer gibt es nicht mehr. Als weiterer Vorteil ist nun die vollständige Erreichbarkeit aus dem Ausland zu sehen, da die Einwahlnummer ja aus dem Rufnummernbereich der jeweiligen Ortsnetze sind.

Einheitlicher Domain-Name für alle Bundeseinrichtungen[Bearbeiten]

Der IVBB umfasste bei seiner Einführung alle Dienste, die 1997 bereits verfügbar waren. Dazu zählen die Dienste E-Mail, Domain Name Service und auch Server für das World Wide Web. Damit hier ebenfalls eine leichte Zuordnung möglich war, wurde die Domain „bund.de“ reserviert und belegt. Nach Einführung im IVBB wurde diese Domain Zug um Zug auch von allen Bundesbehörden benutzt, die nicht am Standort Bonn oder Berlin waren.

Heute sieht man den Erfolg der Standardisierung, fast alle Ministerien bieten ihre Angebote unter der einheitlichen Adresse an: Beispielsweise das Bundesministerium des Innern unter www.bmi.bund.de oder das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter www.bmas.bund.de. Zusätzlich wurde noch ein Portal für den Bürger eingerichtet (www.bund.de), wo man einen guten Zugang zur Bundesverwaltung bekommt. Durch den einheitlichen Domain-Namen vermied man wirksam das Domain-Grabbing, wie es von einigen betrieben wird. Die Domäne findet auch bei den E-Mail-Adressen der Mitarbeiter des Bundes Verwendung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]