Ingeborg Stadelmann

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Ingeborg Stadelmann (* 1956 im Allgäu) ist eine deutsche Hebamme, Autorin, Verlegerin und Referentin.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadelmann legte 1976 ihr Hebammenexamen ab und war im Anschluss acht Jahre lang in einer Klinik tätig. Seit Mitte der 1980er-Jahre arbeitet sie freiberuflich in der Schwangerenvorsorge, in der Hausgeburtshilfe und in der Wochenbettbetreuung. Sie ist Mitbegründerin einer Hebammenpraxis und initiierte 1999 die Gründung des Geburtshauses Erdenlicht in Kempten.

In Zusammenarbeit mit der Bahnhof-Apotheke Kempten begann sie Ende der 1980er-Jahre, Aromamischungen nach eigenen Rezepturen herzustellen und zu vertreiben. 1994 erschien ihr Buch Die Hebammen-Sprechstunde, das als eines der meistverkauften Ratgeber zu den Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett gilt und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Das Buch erscheint im Eigenverlag (Stadelmann Verlag), da es, laut Stadelmann, von anderen Verlagen wegen fehlender Fotos abgelehnt wurde. In ihrem eigenen Verlag, der inzwischen auch Werke anderer Autoren veröffentlicht, publizierte sie zudem weitere Gesundheitsratgeber mit naturheilkundlichem Schwerpunkt.

Ingeborg Stadelmann hält bundesweit Vorträge zu alternativmedizinischen Themen wie natürlicher Geburtshilfe, Kräuterheilkunde, Homöopathie und Aromatherapie. Auf wissenschaftlichen Nachweisen beruhende Medizin (Evidenzbasierte Medizin) lehnt sie ab.[1]

Des Weiteren leitet sie Fortbildungen und Fachseminare für Hebammen, Pflegefachkräfte und pharmazeutisch ausgebildetes Personal. Seit 2004 ist Stadelmann Mitglied im Vorstand des gemeinnützigen Vereins Forum Essenzia e.V., der sich für die Förderung, den Schutz und die Verbreitung der Aromatherapie, Aromapflege und Aromakultur einsetzt. Seit 2009 ist sie erste Vorstandsvorsitzende.

Ingeborg Stadelmann ist verheiratet und Mutter dreier Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999 Goldener Apfel der Kempt’ner Frauenliste für ihre Verdienste als Hebamme und Initiatorin des Kemptener Geburtshauses [2]
  • 2004 Goldene Ehrenbrosche mit Brillant des Bayerischen Hebammenverbands für ihre herausragenden Verdienste[3]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadelmanns Propagierung alternativmedizinischer Therapien sowie weitreichende Ablehnung wissenschaftlich unumstrittener Formen der Diagnostik und Therapie wird von Fachleuten kritisiert. Dazu gehören etwa die Ablehnung von Ultraschalluntersuchungen oder Vitamin-D-Gabe. Ebenfalls wird ihr vorgeworfen, unkritisch die Hausgeburt zu propagieren, selbst in Fällen, in denen eine eindeutige Gefährdung der Schwangeren besteht.[4]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sebastian Herrmann: Die Globulisierung des Kreißsaals. In: Sueddeutsche.de. Abgerufen am 21. April 2013.
  2. Kempt´ner Frauenliste: Verleihung des Goldenen Apfels
  3. http://www.stadelmann-verlag.de/portrait-ingeborg-stadelmann.html
  4. Simone Kunz: Wehen: Verklärte Schmerzen. In: Focus.de. Abgerufen am 5. Mai 2013.