Ingersleben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ingersleben
Ingersleben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ingersleben hervorgehoben
Koordinaten: 52° 13′ N, 11° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Börde
Verbandsgemeinde: Flechtingen
Fläche: 31,29 km2
Einwohner: 1374 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km2
Postleitzahl: 39343
Vorwahlen: 039400, 039050, 039052,
Kfz-Kennzeichen: BK, BÖ, HDL, OC, OK, WMS, WZL Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 15 0 83 323
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lindenplatz 13–15
39345 Flechtingen
Bürgermeister: Torsten Kniep
Lage der Gemeinde Ingersleben im Landkreis Börde
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Ingersleben ist eine Gemeinde ohne namengebenden Hauptort im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Flechtingen an.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im nordwestlichen Teil der Magdeburger Börde. Das Gelände fällt in Richtung Südwesten zum Allertal um etwa 30 m ab. Ingersleben an der Grenze zu Niedersachsen. Der ehemalige innerdeutsche Grenzübergang Marienborn befand sich auf dem Gemeindegebiet. Überregionale Bedeutung hat die Gemeinde durch das bisherige einzige Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) in Deutschland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Bürgermeister der Gemeinde ist laut der Wahl vom 6. Dezember 2009 Torsten Kniep.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut der Kommunalwahl am 6. Dezember 2009 hat der Gemeinderat 12 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,23 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CDU 5 Sitze
  Liste Eimersleben 4 Sitze
  Allgemeine Bürgervertreter Morsleben 2 Sitze
  Ostingersleben für Gemeinde Ingersleben 1 Sitz0

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingersleben wurde erstmals im Jahre 1111 als Ingressleben und 1121 als Iggersleve erwähnt. Der Namensbestandteil Inger- stammt von dem Personennamen Ingher, die Endung -leben bedeutet: „Hinterlassenschaft, Erbe“.[2]

Im Mittelalter wurde der Ort Ingersleben, auch West-, dann Aller-Ingersleben (Ingersleben uff der Alre) genannt. Er gehörte ursprünglich den Edlen von Waresleben und Hornburg, dann den Grafen von Grieben zu Ammensleben. Das Patronat und 25 Hufen kamen 1120 an das Stift Groß Ammensleben. Im 14. Jahrhundert gehörte es der Familie von Bartensleben; auch die Familie von Berwinkel war im Ort begütert, Busso von Berwinkel vermachte 1395 den halben Zehnt des Dorfes dem Kloster Marienborn.[3] Die andere Hälfte besaßen die von Alvensleben zu Erxleben. Das Patronat kam später auf das Ludgerikloster vor Helmstedt und durch Vergleich im Wesentlichen seit 1662 an die Familie von Veltheim.[4] Nach dem 30-jährigen Krieg hatte Alleringersleben im Jahre 1650 nur noch 60 erwachsene Einwohner. Anfang des 18. Jahrhunderts gab es eine verheerende Feuersbrunst, die den unteren Teil des Dorfes völlig einäscherte; auch 1792 in Ostingersleben, als 33 Wohnstellen vernichtet wurden.

Im Jahre 1818 gab es in Alleringersleben ein Vorwerk mit Schäferei (Besitz: von Veltheim), 61 Wohnhäuser, 399 Einwohner, eine evangelisch-lutherische Kirche mit Schule, ein Krug und drei Wassermühlen; in Ostingersleben (Besitz/Patronat: von Alvensleben zu Erxleben) 65 Wohnhäuser, 446 Einwohner, eine evangelisch-lutherische Kirche, ein Krug und eine Windmühle.[5]

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Alleringersleben, Eimersleben, Morsleben und Ostingersleben zur neuen Gemeinde Ingersleben zusammen.[6] Diese wurde Mitgliedsgemeinde der ebenfalls an diesem Tag gegründeten Verbandsgemeinde Flechtingen. Am selben Tag wurde auch die Verwaltungsgemeinschaft Flechtingen aufgelöst.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Kulturdenkmale in Ingersleben

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 1, die Braunschweig mit Magdeburg verbindet, führt direkt durch die Gemeinde. Eine Anbindung an die Bundesautobahn 2 ist unmittelbar mit der Anschlussstelle Alleringersleben (64) gegeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2016 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Vgl. Gunhild Winkler: Die Ortsnamen auf -leben – Versuch einer Typologie und Analyse. In: Namenkundliche Informationen Nr. 95/96, 2009, S. 209-232 (PDF; 1,22 MB@1@2Vorlage:Toter Link/www.namenkundliche-informationen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.), ISSN 0943-0849.
  3. Samuel Walther: Singularia Magdeburgica, oder Merkwürdigkeiten aus der Magdeburgischen Historie 1732, Band 8, Seite 220
  4. J. A. F. Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirk Magdeburg, 1843, Band 1, Seite 295
  5. Karl von Seydlitz: Der Regierungsbezirk Magdeburg: Geographisches statistisches und Topographisches Handbuch, Magdeburg 1820, Seite 163, 172
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ingersleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien