Ingolf U. Dalferth

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Ingolf U. Dalferth (* 1948 in Stuttgart) ist ein deutscher Religionsphilosoph und evangelischer Theologe. Er gilt als methodischer Grenzgänger zwischen Analytischer Philosophie, Hermeneutik und Phänomenologie und ist ein ausgewiesener Experte in Fragestellungen der gegenwärtigen Religionsphilosophie und Orientierungsphilosophie.

Von 1998 bis 2012 war Dalferth Direktor des Instituts für Hermeneutik und Religionsphilosophie an der Universität Zürich. Seit 2007 ist er Danforth Professor of Philosophy of Religion an der Claremont Graduate University in Kalifornien. Er ist Herausgeber der Theologischen Literaturzeitung (Leipzig) sowie von Religion in Philosophy and Theology (Tübingen).

Biographie[Bearbeiten]

Ingolf U. Dalferth studierte in Tübingen, Edinburgh, Wien und Cambridge Theologie, Philosophie und Linguistik. Nach Promotion und Habilitation in Theologie an der Universität Tübingen hatte er verschiedene Stellen als Studieninspektor am Evangelischen Stift Tübingen, als Lecturer in Durham und als Professor in Tübingen, Uppsala und Frankfurt a.M. inne. Von 1995 bis 2013 war er Professor für Systematische Theologie, Symbolik und Religionsphilosophie an der Universität Zürich. In den Jahren 2005 und 2006 wurde er mit Ehrendoktortiteln der Universitäten Uppsala und Kopenhagen ausgezeichnet.

Werk[Bearbeiten]

Schwerpunkte der Forschungstätigkeit von Ingolf U. Dalferth sind christologische, ekklesiologische und methodologische Themen der Systematischen Theologie, Religionsphilosophie (Analytische Religionsphilosophie, Phänomenologie), Semiotik und Hermeneutik (Zeichentheorie, Sprachprozesse, Verstehensformen) sowie Kirche und Ökumene (Anglikanismus). Zu seinem Arbeitsbereich gehören auch verschiedene Funktionen innerhalb der schweizerischen und deutschen Kirche sowie in der Ökumene.

Bibliographie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Kontingenz des Bösen, in: Das Böse. Drei Annäherungen, hg. von dem Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, Freiburg i. Br. 2011 (daneben die Beiträge von Karl Kardinal Lehmann, Die Frage nach dem Ursprung des Bösen, und von Navid Kermani, Islamische Deutungen des Unheils auf der Welt), S. 9-52. ISBN 978-3-451-34057-4
  • Radikale Theologie. Glauben im 21. Jahrhundert. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2010. ISBN 978-3-374-02786-6
  • Malum. Theologische Hermeneutik des Bösen, Tübingen 2008. ISBN 978-3-16-149447-5
  • Bibel in gerechter Sprache? Kritik eines misslungenen Versuchs. Mohr Siebeck, Tübingen 2007. ISBN 978-3-16-149448-2
  • Das Böse. Essay über die kulturelle Denkform des Unbegreiflichen. Mohr Siebeck, Tübingen 2006. ISBN 978-3-16-149031-6
  • Leiden und Böses. Vom schwierigen Umgang mit Widersinnigem. Evangelische Verlansanstalt, Leipzig 2006. ISBN 978-3-374-02411-7
  • Becoming Present. An Inquiry into the Christian Sense of the Presence of God, Leuven/Paris/Dudley 2006.
  • Evangelische Theologie als Interpretationspraxis. Eine systematische Orientierung, Leipzig 2004. ISBN 978-3-374-02120-8
  • Die Wirklichkeit des Möglichen. Hermeneutische Religionsphilosophie, Tübingen 2003.
  • Auf dem Weg der Ökumene. Die Gemeinschaft evangelischer und anglikanischer Kirchen nach der Meissener Erklärung, Leipzig 2002. ISBN 978-3-374-01949-6
  • Gedeutete Gegenwart. Zur Wahrnehmung Gottes in den Erfahrungen der Zeit, Tübingen 1997.
  • Der auferweckte Gekreuzigte. Zur Grammatik der Christologie. Mohr, Tübingen 1994. ISBN 3-16-146296-3
  • Jenseits von Mythos und Logos. Die christologische Transformation der Theologie, Freiburg u.a. 1993.
  • Gott. Philosophisch-theologische Denkversuche, Tübingen 1992.
  • Kombinatorische Theologie. Probleme theologischer Rationalität. QD 130, Herder, Freiburg u.a. 1991. ISBN 3-451-02130-7
  • Theology and Philosophy, Oxford 1988.
  • Existenz Gottes und christlicher Glaube. Skizzen zu einer eschatologischen Ontologie, München 1984.
  • Religiöse Rede von Gott, Studien zur Analytischen Religionsphilosophie und Theologie, München 1981.

Weblinks[Bearbeiten]