Ingress (Spiel)

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Ingress
Ingress Logo vector.svg
Studio Niantic Labs
Publisher Google
Erstveröffent-
lichung
14. Dezember 2013 (Android)
14. Juli 2014 (iOS)
Genre Augmented Reality, Alternate Reality, MMOG
Medium Download
Sprache Englisch, Deutsch, Tschechisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch, Koreanisch, Japanisch, vereinfachtes Chinesisch, traditionelles Chinesisch
Aktuelle Version 1.104.1(Android), 1.104.1 (iOS)

Ingress ist ein Augmented-Reality-/Alternate-Reality-Spiel[1] der Firma Niantic Labs für mobile Geräte mit den Betriebssystemen Android und iOS. Das Spiel wird unter Zuhilfenahme von Standortdaten des GPS im Freien gespielt und nutzt Gebäude, Denkmäler und andere auffällige Objekte der materiellen Welt zur Einteilung und Gestaltung der virtuellen Spielwelt. Im Spiel existieren zwei Gruppierungen, die mit dem Ziel gegeneinander antreten, möglichst große öffentliche Bereiche unter ihre virtuelle Kontrolle zu bringen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingress-Spieler der Erleuchteten (grün)

Hintergrund des Spiels bildet die Entdeckung einer neuartigen fiktiven Energie (Exotic Matter, kurz: XM), die sich zunehmend auf der Erde ausbreitet. Als Verursacher wird eine unbekannte Gruppierung namens Shaper vermutet, die überall auf der Erde sogenannte Portale errichtet hat, durch die die neue Energie beständig in die Welt einsickert. Die Beweggründe der Shaper sind nicht bekannt, allerdings wurde festgestellt, dass Menschen mit Hilfe dieser Energie unterschwellig beeinflusst werden können. Zwei Fraktionen befinden sich im Wettstreit um den Umgang mit dieser neuen Energie: die Erleuchteten und der Widerstand. Der Spieler muss sich zu Beginn entscheiden, welcher Seite er sich anschließen möchte.[2]

Die Fraktion der Erleuchteten (engl.: Enlightened) wird im Spiel grün dargestellt. Es ist die Fraktion, die die Energie zum Vorteil der Menschheit nutzen möchte. Allerdings beruht das nur auf Vermutungen, da im Spiel nicht bekannt ist, ob diese Energie der Menschheit wirklich den Fortschritt bringt oder noch unbekannte, negative Auswirkungen hat. Sie werden im Spielerjargon auch als Frösche (engl.: Frogs / Toads) bezeichnet.

Ingress-Spieler des Widerstands (blau)

Ihre Gegenspieler bilden den Widerstand (engl.: Resistance), der verhindern möchte, dass die Energie weiter auf die Erde kommt. Sie gehen davon aus, dass das schlecht für die Menschen ist, weil sie durch die Energie manipuliert werden. Auch diese Fraktion hat keine genaue Kenntnis über die Energie, somit ist nicht klar, ob sie den Fortschritt verhindert oder tatsächlich Schaden von der Menschheit abwendet. Sie werden im Spiel blau dargestellt, im Spielerjargon werden die Spieler dieser Fraktion als Schlümpfe (engl.: Smurfs) bezeichnet.

Beide Fraktionen versuchen, möglichst viel Gebiet unter so genannten Kontrollfeldern zu erobern, die zwischen den Portalen errichtet werden. Das Gebiet wird weltweit zusammengezählt und daraus die Spielwertung errechnet.[3] Im weiteren Verlauf des Spiels findet der Spieler Informationsfetzen (Medien wie Zeitungsausschnitte, Dokumente oder Tonaufnahmen auf YouTube und Facebook), anhand derer die Story weiterentwickelt wird. Diese Informationen kann der Spieler auch über den wöchentlichen Ingress Report erhalten, welcher von Susanna Moyer moderiert wird. Die Inhalte des Ingress Report umfassen nicht nur neue Story-Elemente, sondern auch Infos über neue Funktionen des „Scanners“ (so der Name der App im Jargon des Spiels), XM-Anomalien (offizielle Veranstaltungen, an denen die Fraktionen gegeneinander antreten) oder Aktionen von „Agenten“ auf der ganzen Welt.

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Aktionen eines Spielers werden über den sogenannten Scanner ausgeführt. Als Spielfeld wird eine virtuelle Karte mit dunklem Farbschema angezeigt, die auf den Geodaten von Google Maps basiert. Neben der aktuellen Position des Spielers (Pfeil) und seinem Aktionsradius (als Kreis), werden Portale, Resonatoren und die Exotische Materie (exotic matter, XM) in der näheren Umgebung dargestellt. Gespielt wird, indem man sich mit seinem Android- oder iOS-Gerät zu den Portalen bewegt und der Scanner dadurch herumliegende XM einsammelt. Befindet sich ein Portal im Aktionsradius, kann damit interagiert werden. Portale können gehackt, eingenommen, ausgebaut, verlinkt oder angegriffen werden. Ein Gebiet wird erobert, indem mehrere Portale verlinkt, also virtuell verbunden werden. Hierzu wird der Schlüssel des jeweiligen Portals benötigt. Werden drei Portale miteinander verlinkt, entsteht ein Kontrollfeld. Der Wert eines eroberten Gebiets richtet sich danach, wie viele Menschen – „Mind Units“ (MU) – statistisch gemittelt in diesem Gebiet wohnen.

Bei zu hoher eigener Geschwindigkeit (ca. über 50 km/h) sind abgesehen vom Sammeln von XM keine Aktionen möglich. Durch bereits oben genannte Aktionen erhält man Aktionspunkte (AP); diese werden zum Aufsteigen im Level benötigt. Spieler können sich optional verifizieren lassen.

Exotic Matter (XM)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „exotische Materie“ (engl. Exotic Matter, kurz XM) wird durch weiß-blaue Punkte auf der Karte dargestellt und entsteht insbesondere an Portalen in großer Konzentration. Sie wird innerhalb des Aktionsradius automatisch aufgesammelt, solange man noch nicht seinen maximalen XM-Vorrat (abhängig vom Spieler-Level) erreicht hat. Die vorhandenen XM-Punkte sind für alle Spieler vor Ort eine gemeinsame Ressource. Sammelt ein Spieler sie auf, sind sie für andere für 20 Minuten verbraucht, dann werden sie erneuert.

XM wird für nahezu alle Aktionen im Spiel benötigt, also z.B. für das Hacken von Portalen oder das Setzen oder Angreifen von Resonatoren. Das Aufladen geschwächter Resonatoren kostet relativ viel XM.

Portale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die für das Spiel wichtigen Items (XMP Burster, Resonatoren, Modifikatoren, Powercubes, Portal-Schlüssel und Medien) zu erhalten, muss der Spieler Portale hacken. Portale sind mit real existierenden Sehenswürdigkeiten, Statuen, Bauwerken, kulturell bedeutsamen oder anderweitig auffälligen Orten verknüpft und müssen mit Hilfe von GPS-Koordinaten und der Scanner-App vom Spieler aufgesucht werden. Unbesetzte Portale werden grau dargestellt und können von einer Fraktion eingenommen werden, indem mindestens einer von bis zu acht Resonatoren um das Portal herum platziert wird. Es wird dann in der Farbe der eigenen Fraktion dargestellt. Gehackt werden können sowohl neutrale, als auch eigene und gegnerische Portale, wobei man bei eigenen Portalen mehr Gegenstände (Items) bekommt, bei den gegnerischen XM verliert, dafür jedoch zusätzlich 100 Aktionspunkte (Action Points, AP) sammelt. Wurde ein unmodifiziertes Portal von einem Spieler viermal gehackt, gilt es für diesen für die nächsten 4 Stunden als ausgebrannt. Mit dem Itemtyp Multihack kann diese Zahl jedoch erhöht werden.

Die Einnahme von Portalen ist weiterhin wichtig, um Gebiete unter die virtuelle Kontrolle der eigenen Fraktion zu bringen und so Punkte für die Gesamtwertung der eigenen Gruppierung zu sammeln. Dies geschieht über das Verlinken der eingenommenen Portale. Dafür müssen drei Portale (im Dreieck - also drei Links) verbunden werden. Um Portale verlinken zu können, müssen beide zum Zeitpunkt der Verlinkung mit jeweils acht Resonatoren voll bestückt sein. Außerdem benötigt man einen sogenannten Portal-Schlüssel für das Portal, zu dem gelinkt werden soll, der mit Hilfe des Scanners aufgenommen werden kann. Zudem dürfen zwischen diesen Portalen keine andere Links im Weg sein und das Ausgangsportal darf auch nicht bereits von einem Feld abgedeckt sein. Ein Portal kann maximal acht ausgehende Links haben und benötigt zum Aufrechterhalten des Links immer mindestens drei Resonatoren.[4] Miteinander verlinkte Portale verstärken gegenseitig ihre Widerstandskraft gegen Angriffe.

Gegnerische Portale können erobert werden, indem die Resonatoren mit Items des Typs XMP-Burstern oder Ultra-Strikes beschossen und zerstört werden. Sind alle Resonatoren zerstört, wird das Portal wieder neutral (grau) und kann mit eigenen Resonatoren bestückt werden. Darüber hinaus gibt es den Jarvis-Virus und den ADA-Refactor, mit denen ein Spieler ein Portal direkt übernehmen kann, wodurch alle Resonatoren und Modifikatoren erhalten bleiben.

Mitspieler konnten in der Vergangenheit neue Portale vorschlagen, die nach einer Frist von einigen Wochen bis wenigen Monaten gegebenenfalls von Niantic Labs freigeschaltet oder auch abgelehnt wurden.[5] Diese Funktion ist seit August 2015 ausgesetzt, da weltweit über 24 Millionen Anfragen für neue Portale eingingen. Niantic plant, das Einreichen von Portalen künftig wieder phasenweise einzuführen.

Action-Points und Spieler-Level[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für ausgeführte Aktionen werden Action-Points (AP) vergeben. Nach Erreichen einer bestimmten Menge dieser Punkte steigt der Spieler in ein höheres Level auf. Auch Resonatoren, XMP und Ultra-Strikes sind Leveln zugeordnet. Ein Spieler darf nur solche Objekte einsetzen, deren Level kleiner oder gleich seinem Spieler-Level sind. Neben den reinen AP werden auch weiterführende Statistiken erfasst (Anzahl der Hacks, Anzahl „entdeckter“ Portale, Anzahl der zerstörten oder eingebauten Resonatoren etc.). Sobald ein Spieler eine bestimmte Anzahl erreicht hat, erhält er dafür eine Medaille (Badge), die es in den Stufen Bronze, Silber, Gold, Platin und Onyx, auch Black genannt, gibt. Um über Level 8 hinaus zu gelangen, muss der Spieler zusätzlich noch eine gewisse Menge Medaillen verschiedener Stufen erreicht haben. Das derzeit maximale Spieler-Level ist 16. Resonatoren, XMP, Powercubes und Ultra-Strikes gibt es bis zu Level 8. Ein Vorteil von Spieler-Leveln höher als 8 ist, dass der XM-Tank vergrößert wird und sich die maximale Reichweite, in der man ein Portal wieder aufladen kann, erhöht.

Items[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Items sind benutzbare Gegenstände im Spiel und können vom Spieler durch das Hacken eines Portals oder durch Passcodes erlangt werden. Items können auch abgelegt (drop) und wieder aufgenommen und so zwischen verschiedenen Spielern ausgetauscht werden. Bei manchen Items gibt es Abstufungen im Level und der Häufigkeit des Auftretens.

Resonatoren
Resonatoren verstärken die „exotische Materie“ (XM „Exotic Matter“), die ein Portal generiert. Jedes Portal kann bis zu 8 Resonatoren in sogenannten Slots (dt. Steckplätze) aufnehmen. Beim Setzen des ersten Resonators übernimmt das Portal dabei die Ausrichtung des Spielers, der diesen Resonator setzt, d.h. das Portal wird von dessen Fraktion kontrolliert. Jeder Resonator kann eine gewisse Menge XM speichern, wobei er jeden Tag 15 % der Gesamtkapapzitat durch den sogenannten Decay (dt. Zerfall) verliert. Auch Angriffe feindlicher Spieler reduzieren die gespeicherte Energie. Resonatoren, deren Energie auf 0 sinkt, zerfallen vollständig, so dass der Slot wieder frei wird. Zerfällt der letzte Resonator, wird das betreffende Portale wieder neutral und kann wieder eingenommen werden.
Resonatoren gibt es in 8 Stufen (Leveln), wobei pro Portal und Spieler nur eine begrenze Menge an Resonatoren gesetzt werden darf (z.B. darf ein Spieler nur je einen L8- und L7-, aber bis zu vier L3- oder acht L1-Resonatoren setzen). Die Summe aller Resonatorlevel geteilt durch acht abgerundet ergibt das Portallevel.
Waffen
Waffen werden benutzt, um gegnerische Resonatoren zu zerstören. Man unterscheidet sie zwischen „eXotic Matter Pulse“ (kurz: XMP) und Ultrastrikes. Letztere haben eine geringere Reichweite als XMPs, verfügen dafür über die doppelte Schadenswirkung. Während XMPs für den allgemeinen Gebrauch genutzt werden, eignen sich Ultrastrikes im Besondern für das Zerstören von Modifikatoren. Für beide Arten gilt, dass sie „aufgeladen“ und dadurch ihre Angriffswirkung um bis zu 20 % verstärkt werden können.
Modifikatoren
Portale können mit bis zu vier Modifikatoren ausgestattet werden, um die Portaleigenschaften zu verbessern. Jeder Spieler kann maximal zwei Modifikatoren pro Portal setzen. Modifikatoren gibt es in bis zu drei verschiedenen Häufigkeitsstufen (häufig/selten/sehr selten). Je seltener, desto größer ist die Wirkung:
  • Portal Shield (häufig/selten/sehr selten): Reduziert den Schaden bei gegnerischen Angriffen am Portal und den Resonatoren.
  • AXA Shield (sehr selten): Eingeführt im Rahmen einer Kooperation mit dem Versicherungskonzern AXA. Reduziert den Schaden am Portal und den Resonatoren nochmals besser als der sehr seltene Portal Shield.
  • Link Amp (selten/sehr selten): Erhöht die Reichweite der möglichen Links. Sehr seltene Link Amps können nicht gehackt werden, sondern sind lediglich über Passcodes verfügbar.
  • Softbank Ultra Link (sehr selten): Eingeführt im Rahmen einer Kooperation mit Softbank. Erhöht neben der Reichweite die Zahl maximal möglicher ausgehender Links um je acht, so dass maximal 40 ausgehende Links möglich sind.
  • Heat Sink (häufig/selten/sehr selten): Verkürzt die Abkühlzeit eines Portals zwischen zwei Hacks.
  • Multi-Hack (häufig/selten/sehr selten): Lässt ein Portal erst nach zusätzlichen Hacks ausbrennen.
  • Turret (selten): Erhöht die Anzahl der vom Portal ausgeführten Attacken auf gegnerische Spieler.
  • Force Amp (selten): Verstärkt den durch das Portal verursachten Schaden dieser Attacken.
Während sich die Wirkung mehrerer eingesetzter Portal Shields addiert, verstärken sich die Wirkungen der restlichen Modifikatoren nicht im selben Maß. Im Laufe der Spielgeschichte wurden einzelne Wirkungsweisen immer wieder mehr oder weniger von den Entwicklern modifiziert, so wurde die Wirksamkeit und Haltbarkeit der Shields mehrfach verändert.
Viren
Viren, oder auch „Flipcards“, erlauben es, ein gegnerisches oder eigenes Portal zu drehen, sodass es der jeweils anderen Faktion angehört. Enthaltene Resonatoren und Modifikatoren bleiben dabei erhalten, anliegende Links und Felder werden zerstört. Es gibt zwei Varianten, den Jarvis-Virus (grün) und den ADA-Refactor (blau).
Der Jarvis-Virus kann blaue Portale drehen, so dass sie unter der Kontrolle der Enlightened stehen. Umgekehrt kann mit einem ADA-Refactor ein grünes Portal unter die Kontrolle der Resistance gebracht werden. Es ist möglich, ein Portal der eigenen Faktion zu drehen (z.B. um Links der eigenen Faktion zu zerstören). Nach dem ein Portal mit einem Virus gedreht worden ist, müssen 60 min vergehen, bis das Portal erneut mit einem Virus gedreht werden kann.
Capsules
In Capsules (dt. Kapseln) können bis zu 100 Items gespeichert werden und ermöglichen dadurch einen schnellen Itemtransfer zwischen zwei Spielern. Kapseln wurden als Spielelement 2014 hinzugefügt und 2015 in Kooperation mit Mitsubishi UFJ Financial Group durch die sogenannten MUFG-Kapseln ergänzt, die eine zufallsgesteuerte "Verzinsung" der eingelagerten Items bieten.
Power Cubes
Power Cubes speichern eine gewisse Menge an XM, welche bei Anwendung dem Spieler gutgeschrieben wird. Cubes gibt es in acht Stufen; sie enthalten pro Stufe 1000 XM. Zudem gibt es Lawson-PowerCubes, die nicht nach Leveln unterschieden werden. Bei Aktivierung lädt der Lawson-Cube automatisch den XM-Speicher auf, bis der Cube verbraucht ist. Während dieser Zeit wird kein XM gesammelt. Cubes werden nicht automatisch aktiviert, wenn der XM-Vorrat des Spielers zur Neige geht. Außerdem geht überschüssiges XM verloren, wenn die freie Kapazität des Spielers nicht ausreicht, um den Inhalt des Cubes aufzunehmen. Cubes können nur einmal benutzt werden, es ist nicht möglich, XM darin abzulegen oder teilweise zu entnehmen.

Passcodes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Passcodes gewähren dem Spieler Items. Sie sind üblicherweise in Medien und Dokumenten versteckt, welche über soziale Medien (wie Google+ oder Facebook) verbreitet werden und müssen von den Spielern gefunden und entschlüsselt werden. Passcodes können auch zu verschiedenen Anlässen (z.B. Ingress-Events) oder von Werbepartnern direkt an Spieler ausgegeben werden. Für die Eingabe eines Codes erhält man AP, XM, Items und/oder auch Badges. Dabei gibt es für jeden Code andere Belohnungen, für denselben Code jedoch immer die gleichen. Es gibt verschiedene Limitierungen, die eine zu häufige Eingabe eines Codes verhindern sollen. So ist es einem Spieler nicht möglich einen Code mehrmals einzugeben. Des Weiteren laufen Codes nach einer gewissen Zeit oder nach einer gewissen Anzahl an Benutzungen ab. Codes aus sozialen Medien enthalten oft XM, AP und mehrere Items und können von mehreren Spielern benutzt werden, während die Codes, die direkt an Spieler ausgegeben werden, oft nur einmal benutzt werden können und häufig nur ein Item enthalten.

Missionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Missionen wurden mit dem Update auf Version 1.61.2 eingeführt. Missionen sind eine scriptbasierte Spielerweiterung, bei der beispielsweise Portale in einer bestimmten Reihenfolge aufgesucht und unterschiedliche Aufgaben erfüllt werden müssen. Die Missionen können seit ihrer Einführung zunächst nur von wenigen ausgewählten Spielern erstellt werden. Die Spielerweiterung arbeitet mit der Datenbank der Google-App Field Trip zusammen, die ebenfalls bei Niantic entwickelt wird. Missionen werden von Spielern erstellt und nach einer Kontrolle durch Niantic freigeschaltet. Anschließend können alle Spieler diese Mission durchführen. Da im Profil jedes Agenten dessen abgeschlossene Missionen erscheinen, werden häufig sogenannte Mosaik-Missionen erstellt; dabei handelt es sich um eine Serie von Missionen, welche in der richtigen Reihenfolge abgeschlossen ein Bild ergeben.

Anomalien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingress-Spieler in Hannover während einer Anomalie

Anomalien sind offiziell von Niantic veranstaltete, Ingress-bezogene Events, in welchen beide Fraktionen gegeneinander antreten und bestimmte Portale erobern müssen. Anhand der Ausgänge der Anomalien wird die Hintergrundgeschichte weiterentwickelt. Während anfangs meistens einzelne Events stattfanden, sind mittlerweile die meisten Anomalien Teil einer Serie, welche sich über einige Wochen zieht. Dabei findet im Lauf einer Reihe in regelmäßigen Abständen Events in verschiedenen Städten statt, deren Ergebnisse am Ende der Eventreihe zusammengerechnet werden. Bei diesen Anomalien wird zwischen Hauptanomalien (Primary) und Nebenevents (Satellite oder Secondary) unterschieden. Während bei den Hauptanomalien wichtige Personen aus der Hintergrundgeschichte mitwirken, geht es bei Nebenevents hauptsächlich um das Spielgeschehen.

Ursprünglich waren Anomalien singuläre Events und wurden später zu Serien ausgebaut.

Einzelne Anomalien/Events:

  1. battleforcahokia (Winter 2012/13)
  2. SaveKlue (Frühling 2013)
  3. IngressSXSW (Frühling 2013)
  4. Freemisty (Frühling 2013)
  5. Operation Juice Club (Frühling 2013)
  6. Shaperdata (Frühling 2013)
  7. Magic Castle (Frühling 2013)
  8. Bowstring (Frühling 2013)
  9. IngressDays (Sommer 2013)
  10. TimeZero (Sommer 2013)
  11. SaveKlue (Sommer 2013)
  12. Voynich (Sommer 2013)
  13. Minotaur (Sommer 2013)

Die bisherigen Anomalieserien sind:

  1. Cassandra (Sommer 2013)
  2. 13Magnus (Herbst 2013)
  3. Recursion (Winter 2014)
  4. Interitus (Frühling 2014)
  5. Helios (Sommer 2014)
  6. Darsana (Herbst 2014)
  7. Shōnin (Winter 2015)
  8. Persepolis (Frühling 2015)
  9. Abaddon (Herbst 2015)
  10. Obsidian (Frühling 2016)
  11. Aegis Nova (Frühling/Sommer 2016)

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingress wurde am 16. November 2012 als geschlossene Beta gestartet. Damals bestand die Pflicht, sich auf der Homepage als Interessent zu registrieren, bevor man nach einer Wartezeit einen Freischaltcode erhielt. Zudem bestand die Möglichkeit, einen Aktivierungscode durch das Erstellen von Artworks, welche auf der Google-+-Seite von Ingress eingereicht werden können, zu erhalten oder sich von bereits im Spiel befindlichen Spielern einladen zu lassen.

Ab dem 31. Oktober 2013 war das Spiel in der offenen Beta-Phase, d.h. es konnte jeder – auch ohne Einladungscode – daran teilnehmen.[6] Am 14. Dezember 2013 wurde die Beta-Phase des Spiels beendet.

Seit dem 14. Juli 2014 gibt es Ingress auch im iTunes Store für Apple iOS ab Version 7.0.[7] Die App ist für die iPhones 5, 6 und 6 Plus optimiert.[8] Seit Version 1.58.3 ist es unter iOS möglich, Portale vorzuschlagen, seit Version 1.63.0 auch zu verändern. Die Eingabe von Passcodes ist in iOS jetzt auch möglich.[9]

Ende 2014 wurden drei neue Medaillen in das Spiel gebracht; "Trekker" für das Laufen von Kilometern, "Engineer" für das Stecken von Modifikatoren und "Spec-Ops" für das Beenden von Missionen. Am 15. Januar 2015 wurde zusätzlich eine "Recruiter" Medaille eingeführt, welche man für erfolgreich eingeladene neue Spieler erhält. Dabei zählen nur Spieler, die verifiziert sind und mindestens Level 3 erreichen.[10]

Am 26. Februar 2015 wurde die Medaille „Illuminator“ freigeschaltet, mit der mittels Felder-Bau „eingefangene“ Mind-Units (MU) honoriert werden. Alle bis zu diesem Zeitpunkt von einem Spieler errungenen persönlichen MUs zählen für die Bewertung der Medaillenklasse mit, sodass ein Spieler mit entsprechend hoher Anzahl an MUs unmittelbar in die entsprechende Klasse (Bronze, Silber, Gold etc.) eingestuft wurde. Durch die Medaillenzuteilung erfüllte Voraussetzungen für einen Levelaufstieg hoben die entsprechenden Spieler unmittelbar in den höheren Level, wenn die übrigen Voraussetzungen bereits erfüllt waren.

Am 5. März 2015 wurde die „Sojourner“ Medaille implementiert. Der Sinn hinter ihr ist, jeden Tag (im Zeitraum von 24 Stunden) mindestens ein Portal zu hacken.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Publizist Sascha Lobo bezeichnete Ingress in seiner Kolumne für Spiegel Online als „cleveres Amalgam aus Spielfreude, Datensammlung und Begleitmehrwerten für Google“. Es sei ein „Musterbeispiel“ für Gamification, da Google durch den Einsatz der Spieler zahlreiche Daten erhalte, die für das Geschäftsmodell des Konzerns hilfreich seien. Dazu zählen beispielsweise Aufnahmen und Beschreibungen von Gebäuden, Denkmälern und Objekten, die zur Verbesserung der firmeneigenen Anwendungen wie Street View verwendet werden könnten. Auch sei es dem Unternehmen gelungen, selbst Google-Skeptiker zum Sammeln von Bewegungs- und Landschaftsdaten zu animieren.[11]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik wird an der Möglichkeit geübt, auch historisch belastete Orte, wie KZ-Gedenkstätten als Portal einzurichten.[12] Nach der Kritik wurden einige entsprechende Portale gelöscht.[13]

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 2013 schloss Niantic mit Vodafone Deutschland einen Werbevertrag. Seitdem war jeder Vodafone-Shop gleichzeitig ein Ingress-Portal. Vodafone bot daher einen speziellen „Ingress“-Vertrag an. Neben einem erhöhten Datenvolumen erhielten die Kunden als Bonus für jede Aufladung der Guthabenkarte einen Passcode mit mehreren, teils seltenen Spiel-Gegenständen. Dieser Kooperationsvertrag ist im Februar 2015 ausgelaufen; alle Vodafone-Portale sind daher aus dem Spiel entfernt worden.

Seit Dezember 2014 ist der Versicherungskonzern AXA eine Partnerschaft mit Niantic eingegangen. Aufgrund der Partnerschaft erschienen das sogenannte „AXA Shield“, ein neuer Mod, sowie AXA-Portale an ausgewählten Filialen des Unternehmens.

Anfang/Mitte Juni 2015 wurde eine Kooperation mit zwei japanischen Unternehmen bestätigt. Infolge dessen kamen zwei neue Items ins Spiel: Die MUFG-Kapsel (eine Kapsel, die Items zufällig in Form von Zinsen vermehrt), sowie der SoftBank Ultra Link, der neben der Reichweitenerhöhung zusätzliche ausgehende Links ermöglicht sowie die Widerstandsfähigkeit der Portale gegen Angriffe erhöht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Greanias: The Alignment: Ingress (E-Book). @lantis Media Corp., Seattle, 2. April 2013.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ingress – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angeklickt: Alternate Reality Games (Memento vom 26. August 2013 im Internet Archive), WDR, 23. August 2013
  2. Ingress – Das Google Spiel im Kurztest
  3. Ingress Intel Map. In: Ingress. Google Inc., abgerufen am 19. August 2013 (englisch).
  4. Create a Control Field. In: Ingress. Google Inc., abgerufen am 19. August 2013 (englisch).
  5. New Portal submissions. In: Ingress. Google Inc., abgerufen am 19. August 2013 (englisch).
  6. caschy: Augmented-Reality-Spiel Ingress offen für alle. stadt-bremerhaven.de, 31. Oktober 2013, abgerufen am 13. Dezember 2014: „War es bislang nur auf Einladung nutzbar, so ist die Betaversion von Ingress für Android nun offen für alle nutzbar.
  7. Marcel Laser: Mobile Gaming: Ingress für Apple iOS erschienen. pocketpc.ch, 14. Juli 2014, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  8. „Ingress“ für iPhone, iPod touch und iPad im App Store von iTunes, abgerufen am 15. August 2014
  9. http://www.pocketpc.ch/magazin/news/android/ingress-fuer-ios-ein-kurzer-leitfaden-fuer-den-einstieg-7275/#comment-1728
  10. Recruiter Medal
  11. S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Google macht die Welt zum Spielfeld
  12. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/ingress-google-app-nutzt-kz-als-spielkulisse-a-1041686.html
  13. http://www.zeit.de/news/2015-07/02/geschichte-nach-protest-von-holocaust-opfern-kz-spielorte-in-ingress-geloescht-02142607
  14. THE ALIGNMENT: INGRESS. @lantis Books, abgerufen am 16. März 2013 (englisch).