Ingvild Goetz

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Ingvild Eva Regina Goetz, geborene Otto (* 1941 in Kulm in Westpreußen), ist eine deutsche Kunstsammlerin und Kuratorin.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde 1941 als Tochter des Unternehmers Werner Otto und seiner ersten Ehefrau Eva (geborene Haffner) in Kulm geboren.[1][2]

Goetz studierte politische Wissenschaften und gründete 1969 einen Verlag für grafische Editionen in Konstanz. 1972 eröffnete sie in Zürich die Galerie Art in Progress, wo sie in den Folgejahren als Galeristin tätig war. Nach dem politischen Happening Schnee von Wolf Vostell wurde ihre Arbeitsgenehmigung nicht mehr bewilligt, und sie übersiedelte 1973 mit ihrer Galerie nach München. In ihrer Galerie zeigte sie unter anderem Werke von Cy Twombly, Jochen Gerz, Bruce Nauman und Christo.[3]

Nachdem sie 1984 einen Teil aus dem Familienvermögen erhalten hatte, gab sie ihren Beruf auf und widmet sich seitdem der Sammlung zeitgenössischer Kunst. Einige Werke aus der Galeriezeit bildeten die Grundlage. Nach einer Orientierungsphase wurde die Arte Povera zu einem ihrer Sammlungsschwerpunkte. Später kamen amerikanische Malerei der 1980er Jahre, Young British Artists, Kunst auf Papier, die Medienkunst und ausgewählte Einzelpositionen hinzu.

1993 zog sie mit ihrer „Sammlung Goetz“ in ein von dem Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfenes Museumsgebäude im Münchner Stadtteil Oberföhring.

2012 besitzt sie die größte Privatsammlung zeitgenössischer Kunst in Deutschland. Von den 4600 Kunstwerken sind 1286 Fotografien, 905 Arbeiten auf Papier, 356 Skulpturen, 853 Gemälde und der Rest Installationen, Filme, Videos und Dias. Als einen ihrer Gründe für das Sammeln von Kunst gibt sie an: „Sammeln ist eine Krankheit. Man arbeitet sich ab an Bildern. Aber Kunst ist auch die beste Therapie. Sehen Sie nur, was für ein ausgeglichener, höflicher, lieber Mensch Jonathan Meese ist, der teilweise so ausgeflippte Bilder malt.“[4] 2013 schenkte sie einen Teil ihrer Sammlung dem Freistaat Bayern und schloss über den anderen Teil einen Dauerleihvertrag ab,[5] der den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, dem Münchner Haus der Kunst und dem Neuen Museum in Nürnberg zur Verfügung gestellt wurde.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Viehöver: Die EinflussReichen: Henkel, Otto und Co - wer in Deutschland Geld und Macht hat, Campus Verlag, 2006, ISBN 3593376679.
  2. Matthias Schmoock: Werner Otto (PDF; 8,4 MB)
  3. Brita Sachs: Ingvild Goetz zum Geburtstag: Kunst ist ihre große Liebe. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 3. Juni 2021]).
  4. Lars Reichardt, Nan Goldin (Foto): Brauche ich das wirklich? In: Süddeutsche Zeitung Magazin. 2012, abgerufen am 8. Mai 2012 (Heft 18/2012).
  5. Christian Deutschländer und Simone Dattenberger: Spektakuläre Kunst-Schenkung an den Freistaat. Merkur Online, 5. September 2013
  6. Ehre für Oberföhringerin, Medaille »München leuchtet« für Ingvild Goetz, 22. August 2001, Wochenanzeiger München
  7. Sammlerin Ingvild Goetz erhält den Preis der Art Cologne, 1. November 2001, FAZ
  8. Gesine Jordan: Ein Kunst-Oscar für Sammlerin Ingvild Goetz: Treffpunkt - WELT. In: DIE WELT. 3. Juni 2007, abgerufen am 18. Januar 2017.
  9. https://ru.muenchen.de/2021/227/Kultureller-Ehrenpreis-der-Stadt-Muenchen-an-Ingvild-Goetz-99018