Inkjet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inkjets, oder Inkjetsysteme werden in der industriellen Buchbinderei, in Lettershops und zur Codierung in der Verpackungsindustrie eingesetzt. Es ist ein berührungsloser Druck im Gegensatz zu den herkömmlichen Druckverfahren wie Offsetdruck oder Tiefdruck. Des Weiteren benötigt der Inkjetdruck keine feste Druckform,[1] das heißt, es können nacheinander unterschiedliche Informationen, wie zum Beispiel Adressen oder variable Grafiken gedruckt werden; dafür wird auf eine Datenbank zurückgegriffen.

Inkjet für die Adressierung, bestehend aus zwei Druckköpfen und Adresscontroller. Bei diesem System ist die Tinte wachsbasiert. Es ist auf einem Vakuumtransporttisch montiert.

Druckverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt unterschiedliche Varianten von Inkjetsystemen:

Continuous Inkjet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Continuous-Inkjet-Verfahren werden ausschließlich lösungsmittelbasierende Tinten (Aceton/Ethanol) mit hoher Fluidität verwendet. Normalerweise wird die Farbe (Tinte) im System mit dem Lösungsmittel („Make Up“) automatisch gemischt und das Mischungsverhältnis überwacht. So wird die optimale Flussfähigkeit während des Betriebes garantiert. Beim Druck werden aus jeder der 128 Düsen kontinuierlich (englisch continuous) Tintentropfen in hoher Frequenz gespritzt. Vor dem sogenannten „Tintenvorhang“ befindet sich eine Hochspannungselektrode. Die Tintentropfen werden beim Austritt aus der Düsenplatte elektrostatisch aufgeladen und durch das Anlegen unterschiedlicher Ströme an der Elektrode abgelenkt. Durch diese Ablenkung entsteht auf dem Substrat (Papier, Verpackung usw.) das Druckbild. Nicht verwendete (abgelenkte) Tropfen werden wieder aufgefangen und dem Tintenkreislauf rückgeführt.[1]

Moderne Hochleistungsgeräte haben eine Auflösung in Laufrichtung von 128 × 256 dpi und eine Druckgeschwindigkeit von bis zu 600 Metern pro Minute. Typische Anwendungsbereiche finden sich bei der Adressierung von Katalogen, Broschüren und Mailings sowie der Codierungen von Verpackungen („Haltbarkeitsdatum“).

Drop-on-demand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Drop-on-demand-Verfahren befindet sich die Tinte in einem Tank im Druckkopf. Im Tank wird ein Unterdruck aufgebaut, damit die Tinte nicht von selbst aus den Düsen unterhalb des Kopfes austritt. Der Druck ist so eingestellt, dass sich immer ein Tropfen Tinte in der Düse befindet. Durch eine Piezokeramik wird die Düsenkammer verkleinert, der Tropfen wird aus der Düse auf das Substrat geschossen und erzeugt so das Druckbild.[2] Der Vorteil dieses Systems ist, dass die Tropfengröße durch den Impuls der Piezokeramik gesteuert werden kann. Es werden lösungsmittelbasierende Tinten auf der Basis von Hewlett-Packard-Druckköpfen mit einer höheren Viskosität als bei der Continuous-Inkjet-Technik verwendet. Im Hochleistungsbereich kommen auch Tinten, die durch ultraviolettes Licht trocknen, und Tinten auf Wachsbasis zum Einsatz.

Drucker, die auf dieser Technologie basieren, erreichen eine Auflösung von bis zu 660 dpi in Laufrichtung und eine Druckgeschwindigkeit von bis zu 80 Metern pro Minute. Das Verfahren wird bei herkömmlichen Bürodruckern, aber ebenso im industriellen Bereich angewendet, z. B. der Adressierung von Katalogen, Broschüren und Mailings.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Skript zur Vorlesung Printmedientechnik in der Studienrichtung Informatik mit Studienschwerpunkt Medieninformatik. Hochschule Bochum, 16. Juni 2006, S. 43, abgerufen am 3. Februar 2012 (PDF; 12,1 MB).
  2. Skript zur Vorlesung Printmedientechnik in der Studienrichtung Informatik mit Studienschwerpunkt Medieninformatik. Hochschule Bochum, 16. Juni 2006, S. 44, abgerufen am 23. November 2012 (PDF; 12,1 MB).