Inline-Skaterhockey

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bully mit orangem Inline-Skaterhockeyball

Inline-Skaterhockey ist eine dem Inlinehockey artverwandte Sportart, die sich jedoch im Gegenatz zu dieser nicht aus dem Eishockey, sondern aus dem Rollhockey entwickelte. Als zweispurige Rollschuhe in den 1990er Jahren durch einspurige Inline-Skates abgelöst wurden, wechselten viele Spieler vom Rollhockey (Skaterhockey) zum Inline-Skaterhockey welches als Nachfolge gesehen wurde.

Spiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breaksituation

Dieser Sport wird in einer dem Eishockey ähnlichen Ausrüstung, auf Inlineskates oder z. T. noch traditionellen Rollschuhen, mit Eishockeyschlägern und einem speziellen orangen Hartkunststoffball gespielt. Weiterhin gibt es einen weicheren Ball, der ein Spielen auch auf einfachen freien Plätzen (Parkplätze, wenig frequentierte Straßen, Höfe) ermöglicht. Der Ball stellt einen wesentlichen Vorteil zum Inlinehockey dar, welches mit Puck gespielt wird, was in Turnhallen verboten ist. Offizielle Spielstätten für Inline-Skaterhockey sind Dreifachturnhallen mit normalen Flächenschwingböden, abgetaute Eishockeyanlagen und Anlagen mit Kunststoff-, Beton- oder Feinasphaltflächen.

Eine Mannschaft besteht aus mindestens einem Torhüter und vier Feldspielern; in unbegrenztem Wechsel dürfen insgesamt bis 18 Spieler (incl. 2 Torwarte) eingesetzt werden. Ein normales Spiel dauert 3 × 20 Minuten, wobei nicht bei jeder kurzen Unterbrechung die Zeit, anders als im Eishockey, angehalten wird. Ein normales Ligaspiel wird von zwei Schiedsrichtern geleitet, zwei Zeitnehmer betreuen die Uhr und Strafbänke. Es gibt zwei, fünf und zehn Minuten Strafen und den Platzverweis.

Ähnlich wie beim Eishockey gilt ein regelgerechter Körpereinsatz als "normale Härte", im Unterschied zum Inlinehockey (welches deshalb auch als "für Einsteiger besser geeignet" apostrophiert wird). Dies wird im Regelbuch des ISHD extra ausgeführt:[1]

Inline-Skaterhockey ist ein Sport mit zugelassenem Körpereinsatz und jeder Spieler, der an einem Spiel teilnimmt, macht dies auf eigene Gefahr. Alle Vereine und Mannschaften müssen ihre Spieler vor Spielbeginn ausdrücklich darauf hinweisen.

Im Inline-Skaterhockey werden nationale und internationale Meisterschaften (unter dem Dach der IISHF) ausgetragen.

Unterschiede zum Eishockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torsituation

Im Herren-, Damen- und Juniorenbereich wird 3 × 20 Minuten, im Jugend- und Schülerbereich 3 × 15 Minuten und bei den Bambini 3 × 12 Minuten gespielt. Bei den Bambini muss − ähnlich wie beim Eishockey − zusätzlich alle 90 Sekunden ein Blockwechsel erfolgen.[2] Mit Ausnahme der 1. und 2. Herren-Bundesligen wird bei nationalen Titelkämpfen − im Gegensatz zum Eishockey − mit laufender Zeit gespielt; dabei wird die Zeit bei Spielunterbrechungen nur in den letzten beiden Minuten des letzten Drittels sowie während eines Powerplays (Überzahlsituation) gestoppt oder wenn es der Schiedsrichter veranlasst, z. B. bei einer längeren Verletzungspause. Bei internationalen Meisterschaften und Titelwettkämpfen wird mit gestoppter Zeit gespielt (Pkt. 8.28 der Wettkampfordnung [3]).

Die Anzahl der Feldspieler beim Inline-Skaterhockey ist mit vier Feldspieler ebenso wie beim Inlinehockey, aber geringer als beim Eishockey mit fünf Feldspielern. In der Bambini-Spielklasse (beim Eishockey offiziell Kleinstschüler genannt) beträgt die Mindestteamgröße 8 Feldspieler (2 Blöcke) und ein Torwart (8+1 Regel).

Weitere Unterschiede zum Eishockey sind, dass es keine Abseits- sowie keine Icingregelung gibt. Dafür gibt es einen Freistoß, der unter anderem bei hohem Stock sowie dann, wenn der Torhüter den Ball ohne gegnerische Bedrängnis festhält, ausgespielt wird. Sowohl das Verbot des Ballhaltens als auch die fehlenden Abseits- und Icingregeln beschleunigen den Spielfluss.

Des Weiteren gibt es beim Inline-Skaterhockey eine gelbe und eine rote Karte. Eine gelbe Karte bedeutet für den Spieler eine zehnminütige Disziplinarstrafe. Wie beim Fußball erhält ein Spieler mit seiner zweiten gelben Karte zuzüglich noch die rote Karte und wird des Feldes verwiesen. Bekommt ein Spieler bei einem harten Vergehen gleich die rote Karte, so wird der Spieler für mehrere Spiele gesperrt. Über die Höhe des Strafmaßes entscheidet der Spielausschuss der ISHD.

International gibt es zusätzlich eine schwarze Karte, welche – gegenüber der roten Karte – zu einem Feldverweis nicht nur für ein Spiel, sondern bei einem Turnier (die übliche Ausspielform internationaler Begegnungen) zu einem Spielverbot für alle weiteren Spiele bis zur Festsetzung der konkreten Strafe durch die IISHF führt.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Dach des internationalen Verbandes International Inline Skater Hockey Federation (IISHF) ist der Deutsche Rollsport und Inline Verband (DRIV) durch seine Sportkommission für Inline-Skaterhockey, die ISHD, organisiert.

Anders als Inlinehockey ist Inline-Skaterhockey traditionell stark auf Nordrhein-Westfalen ausgerichtet. Die Assenheim Patriots wechselten 2008/09 von der IHD-Bundesliga zum ISHD-Spielbetrieb.[4]

Inline-Skaterhockey ist in Deutschland verbreiteter als Inlinehockey, da letzteres aufgrund des Pucks in den meisten Turnhallen nicht ausgeübt werden darf.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschschweizer Vereine machen im Begriff keinen Unterschied und nennen die Sportart Inline-Skaterhockey ebenfalls Inlinehockey. Der im IISHF organisierte Verband ist der SIHV (Schweizerischer Inline Hockey Verband).

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ca. 2008:

Die Liga des Österreichischen Rollsport- und Inline-Skate-Verband[5] ist in mehrere Conferences aufgeteilt, wobei die Eastern Conference wiederum in 3 Divisionen aufgeteilt ist.

Ab 2009:

Aufteilung in Bundesliga (Herren / Damen getrennt), Nationalliga und Landesligen (LL Wien/NÖ; LL Burgenland/Stmk; LL Oberösterreich); Ligenbetrieb nun durch die neu gegründete Inline-Skaterhockey Austria (ISHA).[6]

Sitz der ISHA ist in Stegersbach, Burgenland. 2011 bestreiten fünf Teams die Österreichische Bundesliga: Vienna 95ers – WAT XX, Admiral Sportwetten Red Dragons Altenberg, ISV Tigers Stegersbach, IHC Irish Moose Linz und HC Mad Dogs Wiener Neustadt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ISHD-Regelbuch (Memento des Originals vom 11. Oktober 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ishd.de (S. 2; PDF; 1,6 MB)
  2. Sonderregeln für die Bambini-Spielklasse
  3. ISHD-Spielregeln 2009 (Memento des Originals vom 25. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ishd.de (pdf; 1,6 MB)
  4. Assenheim spielt nun (auch) Skaterhockey. Abgerufen im 3. August 2009.
  5. 2. Kaderlehrgang 21. bis 23. März 2014 in Wörgl
  6. INLINESKATERHOCKEY AUSTRIA (Memento vom 16. Januar 2013 im Internet Archive)