Inlinehockey

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Inlinehockeyspieler

Inlinehockey ist eine auf Inlineskates gespielte Mannschaftssportart. Von der Ausrüstung, dem Spielgerät Puck und einem Großteil der Regeln gleicht diese stark dem Eishockey.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbreitung des zweispurigen Rollschuhs führte zur Sportart Rollhockey, folglich gab es lange Zeit auch kein Inlinehockey, obwohl es technisch möglich gewesen wäre, einspurige Rollschuhe zu nutzen. Aus dem Rollhockey entwickelte sich das Inline-Skaterhockey.

Vorläufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der ältesten Belege der Sportart ist ein Film der Wochenschau Giornale Luce vom 3. November 1938. Es zeigt ein Inlinehockey-Spiel in der Nähe der Wiener Oper, ausgetragen wird es auf Inline-Skates mit Stahlrädern und einer Spieler- und Spielfeld-Ausstattung wie sie damals im europäischen Eishockey üblich war.[1]

Etablierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inlinehockey auf einem Freiplatz in Manhattan, New York

Immer wieder wurden Inline-Skates als Sommer-Trainingsgerät für Eishockeyspieler konstruiert, konnten sich jedoch auf dem Breitenmarkt nicht durchsetzen. Den heutigen Inlinehockeyskates sehr ähnlich war beispielsweise das Produkt der Firma Super Skate von Morris L Silver (Patent: US3880441A) von 1973, welches als Tandem roller hockey skate bezeichnet wurde.

Erst 1979 mit der Gründung der heutigen Firma Rollerblade des Eishockeypielers Scott Olson setzte der Erfolg ein, der auch die zweispurigen Rollschuhe verdrängte. Vergleichbar dem Straßenfussball entstand eine Streethockey-Szene. Mit der Roller Hockey International startete die erste Profi-Liga in den USA und Kanada, 1995 folgte die erste Weltmeisterschaft in Chicago.

Zu den frühesten Initiativen für Inlinehockey in Deutschland, die noch heute bestand haben zählen die Blue Arrows aus Sasbach, Baden-Württemberg und die Inlinehockey-Abteilung der TG Hanau in Hessen, beide datieren auf das Jahr 1994. In Karlsruhe wurde 1998 die erste deutsche Meisterschaft abgehalten, Neu-Isenburg besiegte Hanau 2:0. Die Beliebtheit nahm insbesondere in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre weiter zu, so dass man die Sportart in Deutschland zeitweise als „Trendsportart“ betrachtete.[2]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbreitung der Sportart steht in Wechselwirkung zum Eishockey und dem Interesse die Sportart unabhängig von dem Vorhandensein von Eisflächen zu betreiben. Einerseits in Regionen wo Eishockey verbreitet ist, aber Kunsteisbahnen im Sommer nicht betrieben werden, andererseits in Regionen wo keine Eisflächen vorhanden sind, in diesen ist ein ganzjähriger Spielbetrieb des Inlinehockey häufiger. Viele Eishockey-Verbände hatten oder haben Inlinehockey im Programm, darunter auch der Deutschen Eishockey-Bund (DEB), welcher mit dem DRIV kooperiert.

Inlinehockey in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inlinehockey wird mit vier Feldspielern und Tormann auf einem Feld in 1:2 Verhältnis (50×25 oder 40×20m) mit Inline-Puck gespielt, regional gibt es Ligen und Vereine, die auf Eishockeyfeldgröße ausgetragen werden und ihren Zweck im Sommerbetrieb von Eisbahnen haben. Die Spielstätten der Sportart sind in der Regel Außenanlagen mit Beton- oder Feinasphaltflächen und in den Sommermonaten Eisflächen ohne Eis.

Landesligen starteten 1995, auf Bundesebene wird der Sport seit 1998 betrieben. Im selben Jahr gründete der Deutsche Eishockey-Bund die Deutsche Inline-Hockey-Liga (DIHL), 2008 wurde mit der IHD-Bundesliga (Inlinehockey-Bundesliga) des Deutschen Rollsport- und Inline-Verband (DRIV) zusammengelegt. Der DRIV ist von der Internationalen Rollsport-Föderation (FIRS) anerkannt und stellt Mannschaften für vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannte internationale Begegnungen.

Im DRIV gibt es neben der Sportkommission (Fachsparte) für Inline-Hockey auch eine für Inline-Skaterhockey. Diese Sportart ist auf nationaler Ebene verbreiteter als Inlinehockey, einerseits weil sie (vom Skaterhockey kommend) älter ist, aber vor allem weil in den meisten Turnhallen in Deutschland keine Pucks erlaubt sind, jedoch die Sportart Inline-Skaterhockey (mit Ball) in diesen ausgeübt werden kann.

Inlinehockey in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschschweizer Vereine machen im Begriff keinen Unterschied und nennen auch die Sportart Inline-Skaterhockey ebenfalls Inlinehockey. Gespielt wird hauptsächlich auf Spielfeldgrössen von 60×30m oder 40×20m. Nur in Ausnahmefällen gibt es dazwischenliegende. Die Verbände sind getrennt organisiert. Während es nur einen 60×30m-Verband in der Schweiz gibt, existieren im 40×20m-Bereich verschiedene Verbände. Die verschiedenen Ligen:

  • SIHV Schweizerischer Inline Hockey Verband (Schweiz. Verband auf 40×20m-Spielfeldern mit Ball)
  • IHS Inline Hockey Schweiz (Schweiz. Verband auf 60×30m-Spielfeldern mit Puck)
  • RIHL Regional Inline Hockey Liga (Regionale Liga, Grossraum Luzern)
  • FSHBR Fédération Skater Hockey Broyard (Regionale Winterliga, Romandie)
  • Schweizer Inlinehockey Pokal (Wintermeisterschaft auf 60×30m-Spielfeldern)

Stand: 12. Dezember 2009

Inlinehockey in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Inlinehockey-Liga des Wiener Eishockeyverbandes (WIHL) ist in zwei Klassen aufgeteilt und wird zum Unterschied der Liga des ÖRSV mit Puck und auf Eishockeyfeldgröße gespielt. Des Weiteren organisiert der Eishockeyverband eine Bundesliga, in der vor allem Eishockeyspieler der höheren Spielklassen vertreten sind. | Der Bereich Inline-Skaterhockey wird in Österreich von der ISHA (Inline Skaterhockey Austria) organisiert. Hierbei gibt es drei Klassen: die Österreichische Bundesliga, die Nationalliga welche ebenfalls Österreich weit betrieben wird, sowie die Landesliga diese ist jedoch regional aufgeteilt. Derzeit gibt es eine Landesliga Wien/Niederösterreich, eine für Burgenland/Steiermark, sowie eine in Oberösterreich. Stand: 28. Juli 2011

Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Szene aus dem Inlinehockeyspiel Slowakei gegen Tschechien während der Weltmeisterschaft 2011

So wie die nationalen Meisterschaften von unterschiedlichen Verbänden organisiert werden, finden auch von den unterschiedlichen internationalen Sportföderationen verschiedene Weltmeisterschaften statt. So organisiert einerseits die Internationale Rollsport-Föderation FIRS Weltmeisterschaften für Frauen und Männer, andererseits die Internationale Eishockey-Föderation IIHF-Weltmeisterschaften für Männer.

Europameisterschaften werden bislang genauso wie Junioren- und Frauenweltmeisterschaften sowie Kontinentalpokale der Landesmeister nur von der FIRS ausgetragen. Zumindest die Juniorenweltmeisterschaften und die Pokalturnier der Landesmeister Europas und Südamerikas sind jedoch bereits bei der IIHF in Planung.

Vom Internationalen Olympischen Komitee wird nur die FIRS als Träger des Inlinehockey-Sports anerkannt, weshalb für die vom IOC veranstalteten World Games, bei denen Inlinehockey seit 2005 vertreten ist, eine Nationalmannschaft vom DRIV zusammengestellt wurde.

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielszene aus einem Länderspiel

Inlinehockey wird von zwei Mannschaften mit je 4 Feldspielern und einen Torwart gespielt. Die Spielzeit beträgt 2 × 25 Minuten.

Ziel des Spieles ist es, den Puck öfter in das gegnerische Tor zu befördern, als es der Gegner schafft. Diese befinden sich in der Mitte der beiden kurzen Seiten des Spielfelds. Bewacht werden sie von einem besonderen Spieler der jeweiligen Mannschaft, dem Torwart. Die anderen Spieler jeder Mannschaft werden Feldspieler genannt.

Die geringere Anzahl an Spielern im Gegensatz zum Eishockey, bei unwesentlich geringerer Fläche, erhöht die Wahrscheinlichkeit von Toren, weiterhin gibt es weder Abseits noch unerlaubte Befreiungsschläge. Inlinehockey ist jedoch körperlich wesentlich anstrengender, aufgrund der Reibung auf dem Asphalt.[3]

Spielfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren drei Spielflächengrößen: Es gibt das 60 × 30 Spielfeld (welches in der Regel umfunktionierte Eishockeyfelder sind), das 50 × 25 Spielfeld (ebenfalls mit der 1,25 m hohen umlaufenden Eishockey-Bande) und das kleinere 40 × 20 Spielfeld. Abweichungen sind dazwischen möglich solange das 1:2 Seitenverhältnis gewahrt bleibt.

Der Spielfeldbelag ist aus Holz, Kunststoff oder Zement.[4]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 3–4 % sämtlicher Patente, die je für Inlinehockey-Artikel erteilt wurden, entfallen auf die Firma Bauer Hockey, und rund 2 % auf CCM Hockey (und deren Vorgänger).[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Esibizioni con speciali pattini a rotelle a Vienna" Video des Giornale Luce auf Youtube.
  2. Beispiel: Christoph Zimmermann: Die Rolle von Events bei der Verbreitung von Trendsportarten, S. 75. 2000
  3. http://www.fnp.de/regionalsport/frankfurt/Nationale-Spitze;art701,2739437 Artikel der Frankfurter Neuen Presse
  4. https://www.ihd-inlinehockey.de/wordpress/wp-content/uploads/2016/06/IHD_Spielregeln_2014.pdf
  5. Weltrekord anerkannt: Inlinehockey-Spiel im Guinness-Buch. Allgemeine Zeitung Namibia, 11. Februar 2014 abgerufen am 12. Februar 2014
  6. Quelle: Google Patents z. B. unter https://patents.google.com/?q=inline&q=hockey&oq=inline+hockey

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Inline hockey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien