Inlinehockey

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Inlinehockeyspieler

Inlinehockey ist eine auf Inlineskates gespielte Mannschaftssportart, die von der Ausrüstung, dem Spielgerät Puck und einem Großteil der Regeln stark dem Eishockey gleicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbreitung des zweispurigen Rollschuhs führte zur Sportart Rollhockey, folglich gab es lange Zeit auch kein Inlinehockey, obwohl es technisch möglich gewesen wäre, einspurige Rollschuhe zu nutzen.

Vorläufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der ältesten Belege der Sportart ist ein Video des Giornale Luce vom 3. November 1938. Es zeigt ein Inlinehockey-Spiel in der Nähe der Wiener Oper, ausgetragen wird es auf Inline-Skates mit Stahlrädern und einer Spieler- und Spielfeld-Ausstattung wie sie damals im europäischen Eishockey üblich war.[1]

Etablierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immer wieder wurden Inline-Skates als Sommer-Trainingsgerät für Eishockeyspieler konstruiert, konnten sich jedoch auf dem Breitenmarkt nicht durchsetzen. Erst 1979 mit der Gründung der Firma Rollerblade des Eishockeypielers Scott Olson setzte der Erfolg ein, der auch die zweispurigen Rollschuhe verdrängte. Mit der Roller Hockey International startete die erste Profi-Liga in den USA und Kanada, 1995 folgte die erste Weltmeisterschaft in Chicago. Die Beliebtheit nahm insbesondere in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre rasant zu, so dass man die Sportart in Deutschland zeitweise als „Trendsportart“ betrachtete.[2]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbreitung der Sportart steht in Wechselwirkung zum Eishockey und dem Interesse die Sportart unabhängig von dem Vorhandensein von Eisflächen zu betreiben. Einerseits in Regionen wo Eishockey verbreitet ist, aber Kunsteisbahnen im Sommer nicht betrieben werden, andererseits in Regionen wo keine Eisflächen vorhanden sind, in diesen ist ein ganzjähriger Spielbetrieb des Inlinehockey häufiger.

Inlinehockey in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einerseits wird Inlinehockey mit vier Feldspielern und Tormann auf einem ungefähr 20×40m großen Feld mit Inline-Puck gespielt, andererseits gibt es Ligen und Vereine, die auf Eishockeyfeldgröße und mit Spezialpucks ausgetragen werden.

Diese Lagerspaltung resultiert aus der Entwicklung der Sportart, bei dem sich zum einen ein „Sommer“-Spielbetrieb aus den Eishockeyvereinen unter dem Dach des zuständigen Eishockeyverbandes, zum anderen ein davon unabhängiger Spielbetrieb anderer Sportvereine unter dem Dach des zuständigen Rollsportverbandes ergab. Dies führt dazu, dass mehrere Weltmeisterschaften und nationale Meisterschaften existieren.

Die Spielstätten der Sportart sind Dreifachturnhallen mit normalen Flächenschwingböden, in den Sommermonaten Eisflächen ohne Eis und Außenanlagen mit Beton- oder Feinasphaltflächen.

In Deutschland wird der Spielbetrieb einerseits vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) nur für Proficlubs, andererseits vom Deutschen Rollsport und Inline-Verband (DRIV) veranstaltet.

Aus diesem Grund existierten in Deutschland zwei Deutsche Meisterschaften im Inlinehockey: Der Deutsche Eishockey-Bund organisiert die Deutsche Inline-Hockey-Liga (DIHL), von der Sportkommission „Inlinehockey“ des Deutschen Rollsport- und Inline-Verband (DRIV) wird die IHD-Bundesliga (Inlinehockey-Bundesliga) organisiert. Nur der DRIV ist jedoch von der Internationalen Rollsport-Föderation (FIRS) anerkannt und kann Mannschaften für vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannte internationale Begegnungen stellen.

Ab der Saison 2008 einigten sich der DEB und die IHD darauf, einen gemeinsamen Deutschen Inlinehockey-Meister auszuspielen. Die gemeinsame Liga übernahm den Namen DIHL, die IHD-Vereine mussten allerdings zusätzlich eine eigene IHD-Liga ausspielen, da nur so die Qualifikation für den Europapokal erlangt werden kann. Die beiden Verbände verständigten sich, dass nur der Sieger der DIHL den Titel des Deutschen Meisters tragen darf. Dabei organisierte die IHD den Spielbetrieb der Nord-, der DEB den der Süd-Divisionen.

In der DIHL sind dabei zu einem sehr großen Teil Eishockeyspieler und -clubs vertreten, die sich mit Inlinehockey in den Sommermonaten fit halten wollen.

Für Hobbyspieler gibt es auch einige verbandslose Ligen oder Einsteigerligen, die von den Landesverbänden des DRIV veranstaltet werden.

Inlinehockey in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschschweizer Vereine machen im Begriff keinen Unterschied und nennen auch die Sportart Inline-Skaterhockey ebenfalls Inlinehockey. Gespielt wird hauptsächlich auf Spielfeldgrössen von 60×30m oder 40×20m. Nur in Ausnahmefällen gibt es dazwischenliegende. Die Verbände sind getrennt organisiert. Während es nur einen 60×30m-Verband in der Schweiz gibt, existieren im 40×20m-Bereich verschiedene Verbände. Die verschiedenen Ligen:

  • SIHV Schweizerischer Inline Hockey Verband (Schweiz. Verband auf 40x20m-Spielfeldern mit Ball)
  • IHS Inline Hockey Schweiz (Schweiz. Verband auf 60x30m-Spielfeldern mit Puck)
  • RIHL Regional Inline Hockey Liga (Regionale Liga, Grossraum Luzern)
  • FSHBR Fédération Skater Hockey Broyard (Regionale Winterliga, Romandie)
  • Schweizer Inlinehockey Pokal (Wintermeisterschaft auf 60x30m-Spielfeldern)

Stand: 12. Dezember 2009

Inlinehockey in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Inlinehockey-Liga des Wiener Eishockeyverbandes (WIHL) ist in zwei Klassen aufgeteilt und wird zum Unterschied der Liga des ÖRSV mit Puck und auf Eishockeyfeldgröße gespielt. Des Weiteren organisiert der Eishockeyverband eine Bundesliga, in der vor allem Eishockeyspieler der höheren Spielklassen vertreten sind. | Der Bereich Inline-Skaterhockey wird in Österreich von der ISHA (Inline Skaterhockey Austria) organisiert. Hierbei gibt es drei Klassen: die Österreichische Bundesliga, die Nationalliga welche ebenfalls Österreich weit betrieben wird, sowie die Landesliga diese ist jedoch regional aufgeteilt. Derzeit gibt es eine Landesliga Wien/Niederösterreich, eine für Burgenland/Steiermark, sowie eine in Oberösterreich. Stand: 28. Juli 2011

Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Szene aus dem Inlinehockeyspiel Slowakei gegen Tschechien während der Weltmeisterschaft 2011

So wie die nationalen Meisterschaften von unterschiedlichen Verbänden organisiert werden, finden auch von den unterschiedlichen internationalen Sportföderationen verschiedene Weltmeisterschaften statt. So organisiert einerseits die Internationale Rollsport-Föderation FIRS Weltmeisterschaften für Frauen und Männer, andererseits die Internationale Eishockey-Föderation IIHF-Weltmeisterschaften für Männer.

Europameisterschaften werden bislang genauso wie Junioren- und Frauenweltmeisterschaften sowie Kontinentalpokale der Landesmeister nur von der FIRS ausgetragen. Zumindest die Juniorenweltmeisterschaften und die Pokalturnier der Landesmeister Europas und Südamerikas sind jedoch bereits bei der IIHF in Planung.

Vom Internationalen Olympischen Komitee wird nur die FIRS als Träger des Inlinehockey-Sports anerkannt, weshalb für die vom IOC veranstalteten World Games, bei denen Inlinehockey seit 2005 vertreten ist, eine Nationalmannschaft vom DRIV zusammengestellt wurde.

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inlinehockey wird von zwei Mannschaften mit je 4 Feldspielern und einen Torwart gespielt. Die Spielzeit beträgt 2 x 25 Minuten.

Ziel des Spieles ist es, den Puck öfter in das gegnerische Tor zu befördern, als es der Gegner schafft. Diese befinden sich in der Mitte der beiden kurzen Seiten des Spielfelds. Bewacht werden sie von einem besonderen Spieler der jeweiligen Mannschaft, dem Torwart. Die anderen Spieler jeder Mannschaft werden Feldspieler genannt.

Die geringere Anzahl an Spielern im Gegensatz zum Eishockey, bei unwesentlich geringerer Fläche, erhöht die Wahrscheinlichkeit von Toren, weiterhin gibt es weder Abseits noch unerlaubte Befreiungsschläge. Inlinehockey ist jedoch körperlich wesentlich anstrengender, aufgrund der Reibung auf dem Asphalt.[3]

Spielfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren drei Spielflächengrößen, die allesamt das gleiche Seitenverhältnis aufweisen: Es gibt das 60 x 30 Spielfeld (welches in der Regel umfunktionierte Eishockeyfelder sind), das 50 x 25 Spielfeld (ebenfalls mit der 1,25 m hohen umlaufenden Eishockey-Bande) und das kleinere 40 x 20 Spielfeld.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als längstes Inlinehockey-Spiel der Welt wurde die Partie zwischen den Scorpions aus Otjiwarongo in Namibia und einer Auswahl des namibischen Inline- und Eishockey-Verbandes am 7. Februar 2014 im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet. Die Partie dauerte insgesamt 27 Stunden und 31 Sekunden.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Esibizioni con speciali pattini a rotelle a Vienna" Video des Giornale Luce auf Youtube.
  2. Beispiel: Christoph Zimmermann: Die Rolle von Events bei der Verbreitung von Trendsportarten, S. 75. 2000
  3. http://www.fnp.de/regionalsport/frankfurt/Nationale-Spitze;art701,2739437 Artikel der Frankfurter Neuen Presse
  4. Weltrekord anerkannt: Inlinehockey-Spiel im Guinness-Buch. Allgemeine Zeitung Namibia, 11. Februar 2014 abgerufen am 12. Februar 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Inline hockey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien