Insektarium

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Begehbares Insektarium in Westminster, Colorado, Januar 2017

Als Insektarium bezeichnet man eine Sonderform des Terrariums zur Haltung von Insekten oder Spinnentieren. Auch die Abteilung eines Zoos, in der Insekten gezeigt werden, wird so genannt.

Behältnisse zur Haltung von Insekten sind meist an mindestens einer Seite einsehbar. Da Wirbellose bei den notwendigen Umweltbedingungen meist flexibler sind als Reptilien und insbesondere Amphibien, ist die Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit oft nicht so wichtig. Man verwendet wegen der geringen Größe der Tiere meistens kleinere Behälter.

Auch in der Forschung, insbesondere der Tropenmedizin, werden Insektarien betrieben.[1]Insektarien haben auch in der forschenden pharmazeutischen Industrie und der Agroindustrie einen Platz zur Erforschung von hämatophagen[2] Insekten oder Spinnentieren wie Moskitos, Flöhen, Zecken, Milben oder Pflanzenschädlingen.

In öffentlichen Insektarien werden unter anderem folgende Tiere gehalten:

Schmetterlingshaus des Zoos in St. Louis, April 2006

Pionieranlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee des Insektariums entstand etwa 1880 bis 1885.[3] Ein recht frühes Insektarium bestand 1939 in Liverpool in der Schule für Tropenmedizin. Dort wurde zu Forschungszwecken Anopheles maculipennis bei kontrollierter Temperatur und Luftfeuchte gehalten.[1]

Aufnahme in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean Françaix setzte 1953 die Idee des Insektariums musikalisch in seiner Komposition L'insectarium pour clavecin für das Klavier um, bestehend aus den 6 Sätzen Der Tausendfüßler (I), Der Marienkäfer (II), Die Wasserspinne (III), Die Meerflöhe (IV), Der Skarabäus (V) und Die Ameisen (VI), welches mit einer Aufführungsdauer von 11 Minuten am Cembalo gespielt werden kann.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b D. S. Bertram, R. M. Gordon: An insectarium with constant temperature and humidity control; together with a description of a simplified technique for the rearing of Anopheles maculipennis var. atroparvus. In: Annals of Tropical Medicine & Parasitology, Band 33, Nr. 3–4, 1939, S. 279–288, doi:10.1080/00034983.1939.11685072.
  2. Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin: BSL3-Insectarium, eingesehen 7. März 2021.
  3. Unabridged Dictionary: Insectarium, The Random House, 2021, eingesehen 7. März 2021.
  4. Jean Françaix: L'insectarium pour clavecin, Schott Music, 1976, Verlagsartikel-Nr. ED4977, EAN 9790001056984.