Insektensterben

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Der Begriff Insektensterben bezieht sich auf den noch nicht im Umfang erfassten Rückgang der Populationen verschiedenster Insektenarten.

Laut NABU handelt es sich in Nordrhein-Westfalen um einen alarmierenden Rückgang von 80 Prozent in den letzten 15 Jahren. Im Januar 2016 wurden dem Umweltausschuss des Bundestages die Untersuchungsergebnisse des NABU und des Entomologischen Vereins Krefeld[1] vorgestellt. Ehrenamtliche hatten zwischen 1989 und 2014 an insgesamt 88 Standorten in Nordrhein-Westfalen fliegende Insekten gesammelt, ihre Arten bestimmt und sie gewogen. Während sich 1995 noch 1,6 Kilogramm in den Untersuchungsfallen fanden, sind es heute oftmals kaum 300 Gramm. Der Rückgang von bis zu 80 Prozent beträfe unter anderem Schmetterlinge, Bienen und Schwebfliegen.[2]

Der Rückgang ist besonders dramatisch, da Insekten vielen Wildtieren als Nahrung dienen. Zahlreiche Amphibien- und Vogelarten sind selbst oder bei der Aufzucht ihrer Jungen auf Insekten angewiesen und bilden in der natürlichen Nahrungskette ein wichtiges Bindeglied.

Vermutete Ursachen für den bundesweiten Rückgang sind: Klimawandel, Überdüngung, Monokulturen, Flächenverbrauch, Landnutzungswandel, Pestizideinsatz, Windenergierotoren. Auch der aktuelle Bericht eines UN-Expertengremiums besagt, dass das weltweite Verschwinden der „Bestäuber“ nicht nur ein Verlust für die Artenvielfalt ist. Die schleichende Entwicklung sei auch eine Bedrohung für die Produktion von Lebensmitteln und die Ernährung von Millionen Menschen. So lautet das Fazit des neuen zwischenstaatlichen UN-Gremiums für Biodiversität, IPBES, bei seiner ersten globalen Bestandsaufnahme.[3]

Das Bienensterben erregt seit einigen Jahren verstärkte wissenschaftliche und mediale Aufmerksamkeit. Im Vergleich zum Monitoring von Honigbienenbeständen, die wegen des Lebens in Bienenstöcken leichter zu dokumentieren sind, hat der allgemeine Rückgang von Insekten in der Landschaft bisher wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Naturschützer fordern, dass bundesweit möglichst schnell ein dauerhaftes Insektenmonitoring aufgebaut wird und kritische Insektizide intensiv zu überprüfen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.entomologica.de
  2. NABU: Dramatisches Insektensterben Abgerufen am 17. Juli 2016.
  3. taz: Bericht über Insektensterben - Uno schwärmt für Bienen Abgerufen am 17. Juli 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]