Inselspital

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Inselspital
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Trägerschaft Inselspital-Stiftung
Ort Bern
Kanton Bern
Staat Schweiz
Koordinaten 598920 / 199571Koordinaten: 46° 56′ 50″ N, 7° 25′ 28″ O; CH1903: 598920 / 199571
Mitarbeiter 6.377 (Jahresmittelwert 2015) [1]
davon Ärzte 1.133[2]
Jahresetat 1,609 Mrd. CHF (Bilanzsumme 2013)[3]
Gründung 1354
Website www.insel.ch
Bettenhochhaus und Kinderklinik, 2016

Das Inselspital, amtlich auch Universitätsspital Bern (frz.: Inselspital oder Hôpital universitaire de Berne)[4] genannt, ist eine bedeutende Universitätsklinik der Schweiz. Es gehört der Inselspital-Stiftung[5] und ist über einen Staatsvertrag eng mit dem Kanton Bern und dessen Gesundheitswesen verbunden. Die Insel, wie sie abgekürzt auch genannt wird, arbeitet in der Lehre und Forschung eng mit der Medizinischen Fakultät der Universität Bern zusammen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht über das Inselspital, 1884
Das alte Inselspital vor dem Abriss im Jahr 1888.

Die Ursprünge des Inselspitals gehen auf die Stiftung der Berner Ratsherrentochter Anna Seiler zurück, die nach der Pestepidemie um 1350 am 29. November 1354 in ihrem Testament ein Hospital zur unentgeltlichen Behandlung und Pflege mit dreizehn Betten stiftete, das «stets und ewig» Bestand haben sollte.

1531 zog das Seilerin-Spital in das Gebäude des ehemaligen Dominikanerinnen-Klosters „St. Michael zur Insel“ um, das in der Gegend des heutigen Ostflügels des Berner Bundeshauses lag und zuvor unter dem Patrozinium des Erzengels Michael auf einer inzwischen verschwundenen Insel in der Aare gestanden hatte – daher der Name «Inselspital».

Nach einem Brand im Jahr 1713 wurde das Spital zwischen 1718 und 1724 unter der Leitung des Vorarlberger Barockbaumeisters Franz Beer[6] neu erbaut. Es erschien den Zeitgenossen einem „königlichen Palast ähnlicher denn einem Hospital“. Von 1798 bis 1809 diente es den Besatzungstruppen Napoleons als Militärspital. Danach stand es wieder der Zivilbevölkerung offen und übernahm 1841 die Ausbildung von Medizinstudenten.

Von 1821 bis 1833 wirkte Karl Howald als Prediger am Inselspital, ab 1850 arbeitete hier als Arzt Johann Rudolf Schneider,[7] der politische Initiator der Juragewässerkorrektion. 1884 wurde am heutigen Standort des Inselspitals ein neues Spital mit 340 Betten eröffnet, das alte Gebäude 1888 im Zuge der Erweiterung des Bundeshauses abgebrochen. Im Inselspital arbeitete Emil Theodor Kocher, der 1909 als erster Chirurg den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Grosse Teile der Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Bauten wurden von 1958 bis 1978 abgebrochen und durch die heutigen Gebäude ersetzt, deren markantestes das Bettenhochhaus ist.[8]

Seit Juli 2011 verfügt das Inselspital über das schweizweit erste zivile GPS-Anflugverfahren für Helikopter. Dies ermöglicht der Rega, das Inselspital auch bei schlechter Sicht anzufliegen.[9]

Nach zwölfjähriger Bauzeit wurde im Mai 2012 das neue Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrum (INO) eröffnet. Das INO ersetzt die Operationstrakte Ost und West aus den Sechziger- und Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Im Neubau untergebracht sind auf einer Fläche von insgesamt rund 50 000 Quadratmetern neben Operationssälen und dem Notfallzentrum auch die zentralen Labors des Spitals, die zentrale Sterilgutversorgung, die Intensivmedizin, die Radiologie und die Nuklearmedizin sowie verschiedene Untersuchungs- und Spezialräume.[10]

2015 wird in einer Volksabstimmung der sogenannte Masterplan Inselspital gutgeheissen. Damit kann das Inselspital auch in Zukunft baulich mit der rasanten medizinischen Entwicklung schritthalten. Zusätzlich werden mit den im Masterplan enthaltenen Massnahmen hochwertige Aussenräume erhalten und neue erschaffen sowie wichtige historische Gebäude geschützt.[11]

Am 1. Januar 2016 fusioniert das Inselspital mit den Spitälern der Spital Netz Bern AG (Spitäler Aarberg, Münsingen, Riggisberg, Tiefenau und Ziegler sowie Spital und Altersheim Belp) zur Insel Gruppe AG. Durch diese Vernetzung entsteht das erste und grösste medizinische Vollversorgungssystem der Schweiz.[12]

Im Juni 2018 zieht die Universitätsklinik für Frauenheilkunde in das Theodor-Kocher-Haus an der Friedbühlstrasse. Damit wird der erste Neubau im Rahmen des Masterplans in Betrieb genommen.[13]

Einrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Inselspital beschäftigt 7.837 Mitarbeiter,[14] (Stand Ende 2013) und erzielte 2013 einen Betriebsertrag von 1,209 Milliarden Franken.[15] Heute betreut das Universitätsspital jährlich rund 40.000 stationäre Patienten und führt in ihren 36 Fachkliniken rund 520.000 ambulante Konsultationen durch.

Den akademischen Unterricht beanspruchen jährlich 500 Medizinstudierende,[16] weitere berufliche Ausbildungen 1.000 Menschen, und Hunderte von Ärzten besuchen Weiterbildungsveranstaltungen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Leu (Hrsg.): Das Inselspital: Geschichte des Universitätsspitals Bern, 1954–2004. Weber, Thun/Gwatt 2006, ISBN 3-909532-36-5
  • Elisabeth Rüedi: Die Pflege und das Pflegemanagement in ständigem Wandel. Geschichte der Krankenpflege im Inselspital 1954-2004, Schweizerische Gesellschaft für Gesundheitspolitik SGGP, Zürich 2008. ISBN 978-3-85707-093-8
  • Stefan Weigel: Innovationsanalyse für das System "Universitätsspital Bern", Schweizerische Gesellschaft für Gesundheitspolitik SGGP, Bern 2011. ISBN 978-3-85707-110-2
  • Stefan Weigel, Paul Messerli: Die regionalwirtschaftliche Bedeutung des Inselspitals, Schweizerische Gesellschaft für Gesundheitspolitik SGGP, Bern 2011. ISBN 978-3-85707-109-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Inselspital – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://contentviewer.adobe.com/s/Insel/6445a8f6-8386-5d19-9a15-4d38b78577ba/Jahresbericht%202015%20Content%20Viewer/210_ZF_Mitarbeitende.html#page_6
  2. http://contentviewer.adobe.com/s/Insel/6445a8f6-8386-5d19-9a15-4d38b78577ba/Jahresbericht%202015%20Content%20Viewer/210_ZF_Mitarbeitende.html#page_6
  3. Archivlink (Memento des Originals vom 28. Juli 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.insel.ch
  4. Insel Gruppe AG, 3010 Bern: Inselspital - Hôpital universitaire de Berne.
  5. Inselspital-Stiftung. Archiviert vom Original am 3. September 2014. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.insel.ch
  6. Rennefahrt, Hermann/Hintzsche, Erich: Sechshundert [600] Jahre Inselspital. 1354 - 1954. [Gedenkschrift zum 600 jährigen Bestehen des Inselspitals Bern] Bern:, Huber, 1954, S. 300.
  7. Rennefahrt, Hermann/Hintzsche, Erich: Sechshundert [600] Jahre Inselspital. 1354 - 1954. [Gedenkschrift zum 600 jährigen Bestehen des Inselspitals Bern] Bern:, Huber, 1954, S. 392.
  8. Archivlink (Memento des Originals vom 8. Mai 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.insel.ch
  9. Medienmitteilung vom 27. Juli 2011: Rega realisiert ersten Helikopter-GPS-Anflug. Archiviert vom Original am 31. Januar 2012. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.insel.ch
  10. Insel eröffnet «Zentrum der Spitzenmedizin». 3. Mai 2012, abgerufen im 7. Mai 2018.
  11. Das Insel-Areal wird für zehn Jahre zur Grossbaustelle. 15. Januar 2015, abgerufen im 7. Mai 2018.
  12. Das neue Schwergewicht auf dem Spitalmarkt. 19. Juni 2015, abgerufen im 7. Mai 2018.
  13. Frauenklinik zieht ins Theodor-Kocher-Haus. 8. Juni 2018, abgerufen am 19. Juni 2018.
  14. Jahresbericht 2013 Seite 75
  15. Jahresbericht 2013 Seite 68
  16. Archivlink (Memento des Originals vom 28. Juli 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.insel.ch