Instandhaltungsstrategie

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Die Instandhaltungsstrategie beschreibt die Vorgehensweise des Managements zur Erreichung der Instandhaltungsziele.[1]

Instandhaltungsziele können bspw. die Erhaltung eines festgelegten Zustands bzw. die Verlängerung der Lebenserwartung einer Immobilie oder einer Maschine unter Berücksichtigung eines vorgegebenen Budgets sein. Instandhaltungsstrategien können in folgende Klassen unterteilt werden:

  • schadensabhängige Instandhaltungsstrategie
  • vorbeugende Instandhaltungsstrategien
  • prospektive Instandhaltungsstrategie

Schadensabhängige Instandhaltungsstrategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer schadensabhängigen Instandhaltungsstrategie (auch ausfallbedingte Instandhaltungsstrategie; engl. breakdown maintenance) werden Instandhaltungsmaßnahmen erst dann durchgeführt, wenn am Instandhaltungsobjekt bereits ein Schaden aufgetreten ist oder das Objekt komplett ausgefallen ist oder versagt hat.

Ein Ausfall des Instandhaltungsobjektes wird bei dieser Instandhaltungsstrategie bewusst in Kauf genommen. Es finden keine vorbeugenden Instandhaltungsmaßnahmen statt – der primäre Fokus liegt auf der Schadensbeseitigung.[2]

Der Einsatz dieser Strategie bietet sich an, wenn keine Daten über den Zustand bzw. das Abnutzungsverhalten des Instandhaltungsobjektes vorliegen.

Ein großer Nachteil der schadensabhängigen Instandhaltungsstrategie liegt im unvorhersehbaren Ausfall des Instandhaltungsobjektes. Infolge möglicherweise fehlender Ersatzteile kann die Ausfallzeit sehr lange sein.

Vorbeugende Instandhaltungsstrategien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel vorbeugender Instandhaltungsstrategien (engl. preventive maintenance) ist die Vermeidung bzw. Minimierung von Ausfällen durch die Umsetzung von geplanten, präventiven, in festgelegten Abständen oder nach vorgeschriebenen Kriterien durchzuführenden Instandhaltungsmaßnahmen.[3] Die Schadensvorbeugung liegt im Fokus dieser Instandhaltungsstrategien.

Vorteile gegenüber schadensabhängigen Instandhaltungsstrategien sind die Planbarkeit der Instandhaltungsmaßnahmen und die dadurch geringere Ausfallzeit.

Die vorbeugenden Instandhaltungsstrategien können weiter differenziert werden.

Vorausbestimmte Instandhaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der vorausbestimmten Instandhaltung (auch zeitorientierte Instandhaltung; engl. time-based maintenance) werden Instandhaltungsmaßnahmen in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt. Ein Beispiel stellt eine regelmäßige Wartung (z. B. Ölwechsel alle 12 Monate) dar.

Nachteilig an dieser Strategie ist, dass Maßnahmen am Instandhaltungsobjekt unabhängig von deren Zustand durchgeführt werden. Somit wird der Abnutzungsvorrat nicht ausgeschöpft.

Zustandsorientierte Instandhaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zur vorausbestimmten Instandhaltung wird bei der zustandsorientierten Instandhaltung in regelmäßigen Abständen (z. B. durch Inspektion) oder dauerhaft (z. B. Condition-Monitoring) der Zustand des Instandhaltungsobjektes überprüft und Instandhaltungsmaßnahmen nur bei Bedarf durchgeführt.

Beispielsweise kann der Zustand einer Maschine durch regelmäßige Inspektionen (jährlich, monatlich, wöchentlich etc.) kontrolliert werden. Fallen hierbei Abweichungen vom Soll-Zustand auf, kann eine Instandsetzungsmaßnahme (z. B. Wartung: Ölwechsel) gezielt geplant und durchgeführt werden bevor es zu einem Ausfall kommt.

Hauptnachteil ist der hohe Aufwand zur Durchführung der Inspektionen vor allem bei Anlagen mit sehr vielen Instandhaltungsobjekten.

Vorausschauende Instandhaltungsstrategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die prospektive Instandhaltungsstrategie (engl. predictive maintenance) von technischen Systemen verfolgt das Ziel der Vermeidung von Ausfällen und der Gewährleistung einer ununterbrochenen Funktionstüchtigkeit durch die Umsetzung von geplanten Instandhaltungsmaßnahmen. Die geplanten Instandhaltungsmaßnahmen leiten sich hierbei aus dem gegenwärtigen qualitativen Zustand (dem Ist-Abnutzungsvorrat) und einem vorhergesagten Abnutzungsverlauf der Betrachtungseinheit ab. Der Abnutzungsverlauf lässt sich hierbei auf Grundlage von negativen Einflussgrößen (sogenannten Verschlechterungsparametern) vorhersagen.

Planungsgrundlage der Instandhaltungsmaßnahmen sind die Durchführung eines Variantenvergleichs potentieller Instandhaltungsmaßnahmen, die Berücksichtigung einer vorgegebenen Nutzungsdauer sowie die Vorgabe eines Rest- bzw. Mindest-Abnutzungsvorrats.[3]

Gegenüber der zustandsorientierten und der voraussagenden Instandhaltungsstrategie werden innerhalb der prospektiven Instandhaltungsstrategie die folgenden zusätzlichen Gegebenheiten berücksichtigt:

  • Ermittlung optimaler Instandhaltungszeitpunkte und -maßnahmen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten durch Variantenvergleich der Instandhaltungsmaßnahmen in der Planungsphase
  • Option der kostenoptimalen Agglomeration (Bündelung) verschiedener bauelementbetreffender Instandhaltungsmaßnahmen
  • Vorgabe der Nutzungsdauer des Instandhaltungsobjekts
  • Gegebenenfalls Vorgabe eines Mindest-Abnutzungsvorrats des Instandhaltungsobjekts
  • Gegebenenfalls Vorgabe eines Rest-Abnutzungsvorrats des Instandhaltungsobjekts.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DIN (Hrsg.): DIN EN 13306 – Begriffe der Instandhaltung. Berlin : DIN Deutsches Institut für Normung e.V., 09-2001.
  2. Alejandro Alcalde Rasch: Erfolgspotential Instandhaltung. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-503-05811-7.
  3. a b c Uwe Schönfelder: Zustandsermittlung von Immobilien mittels Verfahren ERAB – Grundlagen für Instandhaltungsstrategien. Werner Verlag, Dortmund 2012, ISBN 978-3-8041-5253-3.