Institut für Sexualpädagogik

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Das Institut für Sexualpädagogik, kurz isp, ist ein Fachinstitut für Sexualpädagogik und sexuelle Bildung im deutschsprachigen Raum. Träger des Instituts ist der Verein zur Förderung von Sexualpädagogik und sexueller Bildung e.V.[1] Das Institut bietet Fort- und Weiterbildungsangebote zu sexualpädagogischen Themen und Aspekten der Geschlechterforschung an. Außer in Deutschland ist es auch in Österreich, der Schweiz und Italien tätig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1988 gründeten freiberufliche Dozenten den „Verein zur Förderung von Sexualpädagogik e.V.“ und damit das Institut für Sexualpädagogik (isp). Durch die Gründung eines unabhängigen Fachinstituts sollte die sexualpädagogische Handlungsforschung, Konzeptentwicklung, Praxisberatung und Weiterbildung vorangetrieben werden.

Ausgangspunkt war ein Modellprojekt zur Entwicklung von trägerübergreifend konsensfähigen sexualpädagogischen Materialien für die Jugendarbeit in Freizeit und Schule[2]. Anknüpfend an die sexualaufklärerische Tradition der frühen 70er Jahre wollte das isp zu einem sexualitätsbejahenden und verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Sexualität befähigen.

Seit der Gründung erweiterte das isp die Themen- und Zielgruppenvielfalt für sexualpädagogisches Handeln. So widmete es sich bei seinem fünfjährigen Jubiläum bereits der frühkindlichen Sexualität ebenso wie der Sexualität im Alter und der Frage, ob die gesonderte Behandlung von Homosexualität nicht zur Diskriminierung gleichgeschlechtlich Liebender beitrage.

Die Zusammenarbeit mit Instituten und Hochschulen im deutschsprachigen Ausland vertiefte das Wissen über die kulturellen Besonderheiten in den einzelnen Ländern.

Der Vereinsname wurde 2007 den inhaltlichen Weiterentwicklungen des Instituts angepasst und lautet seither „Verein zur Förderung von Sexualpädagogik und Sexueller Bildung e.V.“ Das isp ist Gründungsmitglied der Gesellschaft für Sexualpädagogik (gsp e.V.) in Kiel.

2008 wurde in Koblenz eine Geschäftsstelle eingerichtet.

Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das isp ist vereinsgeführt. Das heißt, alle Dozenten sind Mitglieder im „Verein zur Förderung von Sexualpädagogik und Sexueller Bildung e.V.“. Viele Dozenten sind neben der Freiberuflichkeit bei anderen Trägern der sozialen Arbeit oder Bildungs- bzw. Beratungseinrichtungen angestellt.

Sexualpädagogik und sexuelle Bildung soll Menschen auf ihrem Weg zu Selbstbestimmung und verantwortlichem Umgang mit dem Lebensbereich der Sexualität begleiten und unterstützen.

Die sexualpädagogische Arbeit des isp basiert auf einem humanistisch-ganzheitlichen Ansatz mit Methoden des lebendigen Lernens. Dieser Ansatz berücksichtigt sowohl den Intellekt als auch Gefühle, Sinne, Körper und soziale Bezogenheit des Menschen, ist aufmerksam gegenüber den Entwicklungen der sexuellen Kultur und bezieht die Erkenntnisse der Sexualwissenschaft und benachbarter Disziplinen mit ein. In der Tradition emanzipatorischer Sexualpädagogik stehend, bezieht das isp auch Position zu gesellschaftlich-politischen Fragen. Das Institut nimmt z. B. kritisch Stellung gegenüber Versuchen, Normierungen für die Gestaltung von Sexualität vorzugeben.

Tätigkeitsfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit vielen Jahren stellt das isp interessierten Institutionen und Fachkräften eine breite Angebotspalette zu sexualitätsbezogenen Themen zur Verfügung.

Das Institut für Sexualpädagogik bietet in Deutschland seit 1989 jährlich sexualpädagogische Weiterbildungen an. Diese richten sich an haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte aus der Präventions- und Bildungsarbeit, Beratung, Erziehung, Pflege und Behindertenhilfe. Interessierte Fachkräfte erhalten eine umfassende, zeitgemäße und zertifizierte Qualifizierung für den Umgang mit sexualitätsbezogenen Themen in ihren Institutionen und für die sexualpädagogische Arbeit mit verschiedenen Zielgruppen. Die Weiterbildungen werden in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland durchgeführt.

Wissenschaftlicher Beirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wissenschaftliche Beirat bestand im September 2020 aus:

  • Ina-Maria Philipps (Paar- und Sexualtherapeutin, Ratingen)
  • Ulrike Schmauch (Professorin für das Fachgebiet Profession und Methoden Sozialer Arbeit mit den Schwerpunkten Mediation / Sexualpädagogik / Praxisreflexion an der Fachhochschule Frankfurt am Main, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit)
  • Uwe Sielert (Professor für Sozialpädagogik am Institut für Pädagogik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)
  • Karlheinz Valtl (Universitätsdozent München / Wien)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. VR Dortmund 3762
  2. Uwe Sielert (Hrsg.): Sexualpädagogische Materialien für die Jugendarbeit in Freizeit und Schule. Beltz Verlag, 1993, ISBN 3407557612