Institutiones Aquisgranenses

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Die Institutiones Aquisgranenses oder Institutio canonicorum oder Aachener Regel(n) war ein im Jahr 816 auf der Reichssynode zu Aachen verabschiedetes umfangreiches Regelwerk für Kanoniker, das analog zur Regula Benedicti und Consuetudines der monasterischen Ordensgemeinschaften geschaffen wurde. Sie wurde von Ludwig dem Frommen verordnet und als ein für das ganze fränkische Reich allgemein verbindliches Gesetz durchgesetzt. Sein Nachfolger Karl der Kahle dehnte ihre Geltung weiter aus. Trotz der Gregorianischen Reform im 11. Jahrhundert, bei der die Aachener Regeln als zu großzügig empfunden wurden, blieben diese in den meisten weltlichen Kanoniker- und Kanonissenstiften bis über das Mittelalter hinaus in Geltung.

In den Aachener Regel(n) wurden Teile der Beschlüsse der Mainzer Synode von 813 übernommen und mit notwendigen Reformen für das kanonische Leben erweitert. Unter anderem befassten sich die Statuten mit der Führung eines geistlichen Amtes sowie der gemeinsamen Lebensform mit den entsprechenden Tages- und Jahresabläufen mit den gemeinsamen verpflichteten Chorgebeten, der täglichen Ernährung und einem gewissen mit Ausnahmen begründeten Besitzstand der Kanoniker. Des Weiteren wurden Grundlagen für Strafverfahren niedergeschrieben sowie die Zuständigkeiten der Amtsträger festgelegt und Regelungen für die Armen- und Fremdenbetreuung aufgeführt. Im Gegensatz zu den Vorläuferstatuten wurden in den Aachener Regeln Wert gelegt auf das Ideal des mönchischen Lebens und einer bewusst gewollten Armut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lexikon des Mittelalters Bd. 5, S. 451f
  • Georg Schwaiger: Mönchtum, Orden, Klöster: von den Anfängen bis zur Gegenwart ; ein Lexikon, C.H.Beck 2003, S.136ff (digitalisat)