Instituto do Cinema e do Audiovisual

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Das Instituto do Cinema e do Audiovisual (ICA) ist eine staatliche Einrichtung der Filmförderung und eine Institution des portugiesischen Films mit Sitz in Lissabon.

Geschichte[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das portugiesische Parlament des autoritären Estado Novo unter Marcelo Caetano beschloss 1970 die Förderung und den Schutz der portugiesischen Filmproduktion. 1971 wurde zu dem Zweck das Instituto Português de Cinema (IPC) gegründet. Es trat ab 1973 öffentlich in Erscheinung, während seine erste Produktionsplanung erst kurz vor der Nelkenrevolution 1974 genehmigt wurde.

1982 wurde das IPC reformiert und erhielt nun einen autonomen rechtlichen und finanziellen Status, jedoch weiterhin als staatliche Einrichtung im Kulturministerium.

1994 erfolgte eine Umstrukturierung und Umbenennung in Instituto Português da Arte Cinematográfica e Audiovisual (IPACA).

Im März 1998 stellte das erneut umstrukturierte und nun Instituto do Cinema, Audiovisual e Multimédia (ICAM) genannte Institut seine Drei-Jahres-Planung 1998–2000 vor.

Zusätzlich zu den Gesetzesnovellen von 2004, zur Film- und Audiovisuellen Kunst, und von 2006, zur Schaffung des Förderfonds für Kino und audiovisuelle Produktion, machten Änderungen im Kulturministerium 2007 eine erneute Restrukturierung des ICAM nötig. Noch im selben Jahr wurde das heutige ICA als Nachfolgerin des ICAM geschaffen, weiterhin als eigenständige Institution unter dem Dach des Kulturministeriums.

Nachdem die vom Kulturministerium angekündigten Gesetzesänderungen seit geraumer Zeit anhängig sind, und mit ihnen nicht nur Einschnitte in der Filmförderung des Landes befürchtet werden, sondern mit den offenen Vorgängen der ICA in der ungeklärten Gesetzeslage auch die Produktion der portugiesischen Filmwirtschaft weiter still steht, sind im Mai 2012 erst die Vize-Präsidentin des ICA, die Schauspielerin Leonor Silveira, und dann der Präsident, José Pedro Ribeiro, zurückgetreten[2].

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ICA veröffentlicht die wöchentlichen Box Office-Zahlen der Kinowirtschaft in Portugal, führt Statistik über die portugiesische Filmproduktion, und hält die Daten in einer öffentlichen Datenbank vorrätig. Seit 2011 veröffentlicht es außerdem einen Katalog mit relevanten Daten und Kontakten zu allen Filmen portugiesischer Produktion des Jahres.[3]

Filmförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ICA ist die wichtigste Institution der Filmförderung in Portugal. Es gibt Fördertöpfe für Drehbücher und Projektentwicklung, für Kurzfilme, Dokumentationen und Spielfilme, für Produktion, und für Projekte der Fortbildung im Filmbereich. Es bietet auch Serviceangebote, u.a. Information und Vermittlung zu Internationalen Filmfestivals und Fördereinrichtungen.

Das ICA vertritt die portugiesische Mitgliedschaft beim europäischen Filmförderungsfonds Eurimages.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Zeichen der staatlichen Haushaltsprobleme infolge der Finanzkrise ab 2007 stehen die aktuellen Planungen des Kulturministeriums für das Budget des ICA. So soll die Finanzierung auf 80 % für Kino- und 20 % für andere audiovisuelle und Multimedia-Produktion festgesetzt werden, wobei die Fernsehanstalten verstärkt in die Finanzierung eingebunden werden.[4]

Bisher finanziert sich das ICA aus einer Steuer von 4 % auf die Werbeeinnahmen der Fernsehanstalten, von der 3,2 % an das ICA und 0,8 % an die Cinemateca Portuguesa gehen. Zusätzlich würden mit der neuen Regelung auch die Pay-TV-Unternehmen und die verschiedenen Videothek- und Online-Verleihbetriebe an der Finanzierung beteiligt. Auch die Abgabe der Filmverleihe soll steigen, ebenso die der Kinobetreiber[5].

Das Gesetz ist im Mai 2012 jedoch weiterhin nicht verabschiedet, und in Teilen noch unklar, so dass das ICA seit einiger Zeit, durch die eingebrochenen Einnahmen in dem von der Finanzkrise geschüttelten Land und der momentan offenen Gesetzeslage, keine Zahlungen leisten konnte, und die Filmproduktion in Portugal zunehmend zum Stillstand kommt. Das zuständige Kultursekretariat teilte der ICA nach dem Rücktritt seines Präsidiums im Mai 2012 mit, das Gesetz sei nun in die Schlussphase seiner Verabschiedung eingetreten.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ica-ip.pt/pagina.aspx?pagina=282
  2. http://www.variety.com/article/VR1118054188.html?cmpid=RSS%7CNews%7CFilmNews
  3. http://www.ica-ip.pt/Admin/Files/Documents/contentdoc2117.pdf
  4. http://diariodigital.sapo.pt/news.asp?id_news=556467
  5. http://aeiou.expresso.pt/televisoes-devem-ter-que-aumentar-financiamento-ao-cinema=f702476
  6. http://apr-realizadores.com/geral/?p=2807