Instrumentenflugberechtigung

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Die Instrumentenflugberechtigung (en. Instrument Rating, Abk.: IR) berechtigt zum Führen von Luftfahrzeugen nach Instrumentenflugregeln (en. Instrument Flight Rules, Abk.: IFR genannt). Sie kann als eine Zusatzausbildung von Privatpiloten PPL oder Berufspiloten CPL nach einer entsprechenden Ausbildung und Prüfung erworben werden. Für Verkehrsflugzeugführer ATPL ist die Instrumentenflugberechtigung integraler Bestandteil der Pilotenlizenz.

Instrumentenflugberechtigung in Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Inkrafttreten der EU-Verordnung (Commission Regulation (EU) No 245/2014) im April 2014 können in Europa drei verschiedene Ausbildungswege zur Instrumentenberechtigung führen:

  • EIR – En-route IR: Flug nach Instrumenten im Reiseflug
  • CB-IR – Competency-based IR: Flug nach Instrumenten im Reiseflug, sowie An- und Abflug
  • IR – Klassisches IR: volle Berechtigung zum Fliegen nach Instrumenten, auch mit Hochleistungsflugzeugen

Mit der Einführung der vereinfachten Ausbildungswege (EIR und CB-IR) zum Erlangen einer Instrumentenflugberechtigung wurden bisherige Ausbildungsinhalte an die Bedürfnisse von Piloten angepasst, die nicht die Absicht haben, Pilot als Beruf auszuüben bzw. keine gewerbliche Personenbeförderung beabsichtigen.

EIR CB-IR IR
Voraussetzungen PPL oder CPL

Sprechfunkzeugnis (z.B. AZF)

Englische Sprachkenntnisse (mindestens ICAO Level 4)

Medizinisches Tauglichkeitszeugnis Klasse 1 oder 2 mit Reinton-Audiometrie

Flugerfahrung Überlandflug 20 Stunden als PIC 50 Stunden als PIC 50 Stunden als PIC
Theorieausbildung mindestens 80 Stunden

Theorieprüfung

mindestens 80 Stunden

Theorieprüfung

mindestens 150 Stunden

Theorieprüfung

Praxisausbildung mindestens 15 Stunden

Praktische Prüfung

mindestens 40 Stunden

Praktische Prüfung

mindestens 50 Stunden

Praktische Prüfung

Die Ausbildung muss an einer zugelassenen Flugschule (ATO) erfolgen. Die Theorieausbildung kann als Fernlehrgang absolviert werden.

Teile der Praktischen Ausbildung können außerhalb der ATO durchgeführt werden, z. B. mit eigenem Flugzeug und einem Fluglehrer für Instrumentenflug oder an einem dafür zugelassenen Flugsimulator (FNPT II).

Die Instrumentenflugberechtigung wird in den Pilotenschein eingetragen. Die Berechtigung hat einen Gültigkeitszeitraum von einem Jahr. Um sie zu verlängern, hat der Bewerber innerhalb von drei Monaten vor Ablauf der Berechtigung einen Überprüfungsflug mit einem anerkannten Prüfer durchzuführen.

IMC Rating (UK)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großbritannien existiert eine „kleine“ Instrumentenflugberechtigung innerhalb des Landes, das sog. IMC Rating. Die Mindestausbildung ist kürzer, dafür dürfen aber keine Luftstraßen und bestimmte Lufträume im Instrumentenflug beflogen werden. Sie ist eher zum Durchstoßen von Wolkendecken als zum Fliegen in den Wolken gedacht.

Instrumentenflugberechtigung in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für eine IFR-Berechtigung nach FAR („Instrument Rating“ gemäß Federal Aviation Regulations, USA) muss der Bewerber mindestens eine Privatpilotenlizenz besitzen und 50 Stunden Überlandflugzeit („Cross Country“) als verantwortlicher Flugzeugführer haben.

Die Ausbildung umfasst Theorie (keine vorgeschriebene Mindestzahl von Stunden, kann auch auto-didaktisch erfolgen) und mindestens 40 Stunden praktische Ausbildung, davon mindestens 15 Stunden durch einen für Instrumentenflugausbildung zertifizierten Fluglehrer, einschließlich eines 250 Meilen Streckenflugs unter IFR mit simulierten oder tatsächlichen IMC. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Test.

Die IFR-Berechtigung ruht, wenn der Pilot in den vorangegangenen 6 Monaten nicht mindestens 6 IFR-Anflüge (approaches) incl. Warteschleifen (holding procedures) und Kursanschnitt (intercepting and tracking courses) durchgeführt hat. Die Berechtigung kann innerhalb der darauf folgenden 6 Monate reaktiviert werden, wenn der Pilot die entsprechenden fehlenden Manöver unter VFR-Bedingungen simuliert. Dazu ist ein Sicherheitspilot (mindestens PPL für VFR) zur Luftraumüberwachung erforderlich. Nach 12 Monaten ohne die notwendigen Manöver ruht die IFR-Berechtigung und kann durch einen Instrument Proficiency Check (IPC) mit einem Fluglehrer für IFR (CFII) reaktiviert werden. Eine erneute Prüfung ist nicht erforderlich.

Für CAT II und CAT III sind weitere Ausbildungen und Prüfungen erforderlich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]