Integrierter Grafikprozessor

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Intel 810e-Northbridge mit IGP

Als integrierter Grafikprozessor (kurz IGP, lehnübersetzt aus dem englischen integrated graphics processor) werden Grafikprozessoren (GPUs) bezeichnet, die entweder (1.) im Chipsatz der Hauptplatine – in diesem Fall eine sogenannte Onboard-Grafikkarte – (2.) auf einem separaten Die – jedoch im selben Chipgehäuse wie der Hauptprozessor – eingebaut oder (3.) unmittelbar auf dem Die des Hauptprozessors und zusammen mit diesem (siehe auch APU) gefertigt sind.

Weitere Einzelheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein fest ver- oder eingebauter (integrierter) Grafikprozessor greift im Normalfall auf den Arbeitsspeicher des Rechners zurück, da er, im Gegensatz zu dedizierten Grafikkarten, meist keinen eigenen Speicher besitzt (mehr zum Speicher dedizierter Grafikkarten unten, im Abschnitt Vergleich mit dedizierten Grafikkarten). Die Größe des so genannten Shared Memory lässt sich meist im BIOS des Rechners einstellen. Standardwerte sind 8 MiB bis 1,5 GiB, wobei manche Systeme den beanspruchten Grafikspeicher je nach Bedarf dynamisch anpassen können.

IGPs bieten die gleichen Funktionen wie dedizierte Grafikkarten, haben aber bei 3D-Darstellungen eine deutlich geringere Geschwindigkeit. Bei Onboard-GPUs ist die Verbindung mit der Northbridge intern, wie bei dedizierten Grafikkarten, über PCI, PCI Express oder AGP realisiert; Hauptprozessor-integrierte GPUs sind im Allgemeinen unmittelbar an die CPU angebunden.

Sie kommen häufig in Notebooks sowie auch Bürorechnern und Servern zum Einsatz.

Vergleich mit dedizierten Grafikkarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Folgenden werden die Vor- und Nachteile zwischen fest eingebauten Grafikprozessoren und dedizierten Grafikkarten verglichen. Letztere bestehen üblicherweise aus einem oder mehreren Grafikprozessoren welche – im Gegensatz zu den integrierten GPUs – einen eigenen und eigens dafür bestimmten/gewidmeten (dedizierten[1][2][3]) oder zugewiesenen Arbeits- oder Grafikspeicher auf ihrer Karte haben.[4]

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Systeme mit IGPs sind billiger, da diese meist keinen eigenen Speicher verwenden und keine eigene Platine benötigen.
  • Einsparung von Platz, da die IGPs häufig in der Northbridge des Chipsatzes oder in den Prozessor integriert sind.

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Integrierte GPUs haben in der Regel keinen eigenen Speicher und nutzen daher den Arbeitsspeicher des Systems mit. Dieser Speicher steht dem Anwender dann nicht mehr als Arbeitsspeicher zur Verfügung. Außerdem belastet der IGP dauerhaft die Bandbreite des Speicherbusses.
  • Die 3D-Grafikleistung integrierter GPUs ist üblicherweise eher schwach und reicht nur für Desktop Compositing und Spiele mit geringen Grafik-Anforderungen.

Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Hersteller von IGPs sind AMD (früher ATI Technologies), Intel, Nvidia, SiS und VIA Technologies.

Weit verbreitet sind Intel Graphics Media Accelerator, Nvidia nForce und ATI Radeon Xpress.

Durch die weite Verbreitung von integrierten Grafiklösungen ist Intel Marktführer bei Grafikchips, ohne dedizierte Grafikkarten im Angebot zu haben. Im dritten Quartal 2008 entfielen 49,4 % (2006: 34,8 %; 2003: 35 %) der verkauften Grafikeinheiten im Gesamtmarkt auf Intel, 27,8 % auf Nvidia und 20,6 % auf AMD.[5] Im vierten Quartal 2015 waren es 71,6 % für Intel, 16,6 % Nvidia und 11,8 % AMD.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Entlehnung aus dem englischen dedicated, welches dort wohl zuvor schon in ähnlicher Weise aus dem lateinischen dedicare entlehnt wurde.
  2. dedicated (englisch-deutsch) – Duden, Langenscheidt; 2015
  3. dedizierenDuden, Bibliographisches Institut; 2016
  4. Dedizierter Grafikspeicher – was ist das?Chip.de, am 20. November 2015
  5. GPU MARKET DEFIES GRAVITY - so far (englisch) – Jon Peddie Research, am 27. Oktober 2008
  6. For the 4th quarter of 2015, GPU shipments increased 2.4% from last quarter (englisch) – Jon Peddie Research; 2016