Intel 80486

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80486 open.jpg
486DX 33 MHz von Intel (geöffnet)
Produktion: 1989 bis 2007
Produzent: Intel
Prozessortakt: 16 MHz bis 100 MHz
FSB-Takt: 16 MHz bis 50 MHz
L1-Cachegröße: 8 KiB bis 16 KiB
Fertigung: 1000 nm bis 600 nm
Befehlssatz: x86
Sockel:
  • PGA (socket 1, 2, 3)
  • 196-pin PQFP
Namen der Prozessorkerne:
  • DX, DX2, DX4
  • SX, SX2 (ohne Gleitkommaarithmetik)

80486 bezeichnet die Architektur einer x86-CPU, die ursprünglich von Intel unter dem Namen i486 als Weiterentwicklung seines Vorgängers 80386 entwickelt wurde. Später wurde der 486er – wie der 80486 häufig auch genannt wird – von vielen Herstellern kopiert: Der AMD Am486 war eine Kopie des i486, während Cyrix (und damit IBM, TI und ST) und UMC Eigenentwicklungen verkauften.

Hauptarchitekt war John Crawford.

Neuerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Architektur des i486DX2.
Jeweils ein 486er der großen Hersteller: AMD Am486DX2-66, Cyrix Cx486DX2-66, IBM 486DX2-66, Intel i486DX2-66, ST 486DX2-66 und TI 486DX2-80

Der wichtigste Unterschied in Bezug auf seinen Vorgänger war der 32-Bit-Integer-RISC-Core, in welchem häufig verwendete Instruktionen hartkodiert waren und somit für diese Befehle auf einen Microcode verzichtet werden konnte.[1] Dies ermöglichte es der CPU, etliche Befehle in nur einem Takt auszuführen, machte jedoch die Integration eines First-Level-Caches (L1-Cache) in die CPU notwendig.

Hinzu kamen schnelle Burst-Modi zur Beschleunigung externer Zugriffe und einige gravierende Verbesserungen bei der internen Verarbeitung. Der 80486 erreicht im Durchschnitt mehr als die doppelte Ausführungsgeschwindigkeit eines 80386 bei gleicher Taktfrequenz, wobei eine Anpassung des Programm-Codes nicht erforderlich ist.

Die meisten 80486-Modelle besitzen außerdem einen integrierten mathematischen Koprozessor, der Gleitkommaberechnungen erheblich beschleunigt (Modelle ohne bzw. mit deaktiviertem Koprozessor sind an dem Suffix SX erkennbar). Da ein mathematischer Koprozessor damals noch nicht selbstverständlich war, wurde er anfangs nur von wenigen Anwendungen unterstützt.

Ein 80486-Prozessor kann als 32-Bit-Prozessor einen Arbeitsspeicher von maximal 4 GiB adressieren.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 80486-Prozessor wurde in mehreren Varianten mit unterschiedlicher Leistung angeboten. Das Einstiegsmodell war die SX-Reihe, welche im Gegensatz zur DX-Reihe über keine integrierte Gleitkommaeinheit verfügte. Beide Modellreihen gab es zudem auch als Variante mit doppeltem (SX2 bzw. DX2), den DX als DX4 auch mit dreifacher interner Taktfrequenz. Der i486DX2/66-Prozessor lief intern mit 66 MHz, der Front-Side-Bus mit 33 MHz.

Der i486DX4 hatte einen Multiplikator von 3 und erreichte mit 33 MHz Bus-Takt einen CPU-Takt von 100 MHz. Er wurde auch in einer Version für 25 MHz Bus-Takt und 75 MHz CPU-Takt angeboten. Der i486DX4 konnte nur auf besonders dafür geeigneten Mainboards oder mit einem Zwischensockel verwendet werden, da die CPU-Spannung anstatt der bis dahin üblichen 5 Volt nur noch 3,3 Volt betrug.

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Intel selbst bot die Prozessoren unter dem Namen Intel i486 mit diversen angehängten Buchstabenfolgen an. Der AMD Am486 war weitestgehend eine Kopie des Intel i486 und mit diesem vollständig kompatibel.

Der Cyrix Cx486 war eine Eigenentwicklung, die mit dem Intel i486 weitgehend kompatibel war. Dieser Prozessor wurde auch von IBM, SGS-Thomson und Texas Instruments in Lizenz gefertigt.

Die UMC Green CPU wurde von United Microelectronics Corporation entwickelt, gefertigt und verkauft. Er war mit dem von Intel kompatibel, aber weitgehend unbekannt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Embedded Intel486 Processor Hardware Reference Manual, Intel, July 1997, Order Number 273025-001(engl.), Kap. 2.1 "Processor Features"

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Intel i486 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien