Interesse (Politikwissenschaft)

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Unter Interesse (von lateinisch interesse „dazwischen sein“, „dabei sein“)[1] versteht man einerseits kognitive Anteilnahme respektive die Aufmerksamkeit, die eine Person an einer Sache oder einer anderen Person nimmt. Unter Interesse versteht man andererseits das Bestreben, individuelle oder kollektive Bedürfnisse zu befriedigen, zuallererst das Grundbedürfnis zu überleben. In der Politikwissenschaft verweist die Kategorie Interesse auf ein Ziel oder einen Vorteil, den sich eine Person oder Personengruppe aus einer Sache verspricht oder erhofft. So verfolgen etwa Interessengruppen eigene Ziele, oft wirtschaftlicher Art.

Politische Interessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisierte Interessen sind ein essenzieller Bestandteil der politischen Landschaft. Wir begegnen ihnen tagtäglich in verschiedenen Formen und sie üben einen signifikanten Einfluss auf unsere Wahrnehmung sowie politische Einstellung zu den verschiedensten Politikfeldern aus. Um jedoch eine genauere Analyse dieser Einflüsse vornehmen zu können, müssen zunächst die für das Verständnis von organisierten Interessen essenziellen Begriffe definiert werden. Grundlegend ist dabei das Verständnis des Begriffes der politischen Interessen: Interessen sind subjektiv empfundene und „verhaltensorientierende Ziele und Bedürfnisse von einzelnen Gruppen in einem sozialen Umfeld.“[2] Der Begriff der Interessenvertretung ist demnach definiert als: „Ein freiwilliger oder durch verschiedene Formen des Zwanges erfolgter Zusammenschluss von natürlichen oder juristischen Personen, der zu einem Mindestmaß verfasst ist, um Interessen der Mitglieder entweder selbst zu verwirklichen oder durch Mitwirkung oder Einwirkung auf Gemeinschaftsentscheidungen durchzusetzen, ohne selbst die Übernahme politischer Verantwortung anzustreben.“[3] Verbände sind solche Zusammenschlüsse von Menschen mit gemeinsamen Interessen. „Als Verbände lassen sich frei gebildete, primär dem Zweck der Interessenvertretung nach außen dienende Organisationen verstehen.“[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Sahner: Vereine und Verbände in der modernen Gesellschaft. In: Heinrich Best (Hrsg.): Vereine in Deutschland. Vom Geheimbund zur freien gesellschaftlichen Organisation. Bonn 1993, S. 11–118.
  • Hartmut Neuendorff: Der Begriff des Interesses. Eine Studie zu den Gesellschaftstheorien von Hobbes, Smith und Marx. Frankfurt 1973.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Interesse – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Interesse – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Kleine Stowasser: Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch
  2. Rudzio: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland. 2006, S. 55.
  3. Sahner: Vereine und Verbände in der modernen Gesellschaft. 1993, S. 26.
  4. Wolfgang Rudzio: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland. 2006, S. 57.