Internal Revenue Service

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Internal Revenue Service
– IRS –
Logo of the Internal Revenue Service.svg
Staatliche Ebene Bundesbehörde der Vereinigten Staaten
Stellung Steuerbehörde
Aufsichtsbehörde Finanzministerium
Gründung 9. Juli 1913
Hauptsitz Washington, D.C.
Behördenleitung Commissioner John Koskinen
Bedienstete 89.500 (2014)
Website www.irs.gov

Der Internal Revenue Service (Abkürzung IRS) ist die Bundessteuerbehörde der Vereinigten Staaten und ist dem Finanzministerium unterstellt. Sie wurde 1913 in der Folge der Verabschiedung des 16. Zusatzartikels zur amerikanischen Verfassung gegründet.

Bereits von 1862 bis 1872 hatte unter der Bezeichnung Office of Commissioner of Internal Revenue eine von Abraham Lincoln eingerichtete Vorgängerbehörde auf Bundesebene existiert, mit der die Nordstaaten zuerst den von 1861 bis 1865 dauernden Bürgerkrieg gegen die Südstaaten und danach die Wiedereingliederung der Südstaaten finanziert hatten. Von dieser Vorgängerbehörde leitet der heutige IRS sein offizielles Gründungsdatum ab, obwohl zwischen 1872 und 1913 keine Bundessteuern in den USA erhoben wurden.[1]

Die Aufgabe der Behörde ist die Erhebung aller Bundessteuern sowie Ermittlungen in Steuerstrafsachen und der Forderungseinzug. Die IRS hat 89.500 Mitarbeiter und einen Etat von etwa 11 Mrd. US-Dollar (Stand 2014). Behördenleiter ist als Commissioner of Internal Revenue derzeit John Koskinen.[2] Die Bundessteuerbehörde IRS hat ihren Sitz an der Constitution Avenue in Washington, D.C.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1862 wurde durch Präsident Abraham Lincoln und den Kongress die Schaffung einer neuen Behörde beschlossen, die die neu entstandene Einkommensteuer erheben sollte.

Die Behörde, die gegründet wurde, um Steuern zu erheben und durchzusetzen, stellte einen Kontrast zu den weiteren amerikanischen Institutionen dar, da dort immer auf externe steuerliche Einnahmen durch den Staat zugegriffen wurde (z.B. durch Zölle auf Waren, die importiert wurden). Zehn Jahre später wurde die Einkommensteuer wieder aufgehoben.

Im Jahr 1894 wurde durch den Kongress die Einkommensteuer zwar wieder eingeführt, allerdings wurde kurze Zeit darauf vom Obersten Gerichtshof im Fall Pollock v. Farmers' Loan & Trust Co. entschieden, dass Steuern auf Vermögungszuwächse, Dividenden, Zinsen, Pachten oder Mieten und jegliche Art von Steuern auf Vermögen als direkte Steuer in der vorgesehenen Gestaltung verfassungswidrig seien. Der Kongress hat keine Befugnis, direkte Steuern ohne Berücksichtigung der Bevölkerungsverteilung in den Bundesstaaten zu erheben oder einzuziehen. Als Reaktion auf das Urteil wurde 1913 der 16. Zusatzartikel zur Verfassung verabschiedet, mit dem der Kongress die ausdrückliche Kompetenz erhielt, Steuern auf Einkommen gleich welcher Art ohne Berücksichtigung der Bevölkerungszahlen zu erheben. 1918 wurde, um den Ersten Weltkrieg zu finanzieren, der Spitzensteuersatz auf 77 % angehoben. Im Laufe der Nachkriegsjahre sank der Steuersatz dann wieder auf 24 %, stieg allerdings nochmals während der Weltwirtschaftskrise an.

Bei der Bekämpfung des Organisierten Verbrechens kommt der IRS eine Schlüsselrolle zu; so gelang es 1930, Al Capone und Frank Nitti, Oberhäupter des sogenannten „Chicago Outfit“, zu belangen. Insbesondere Capone, dem nie ein Mord oder Mordauftrag nachgewiesen werden konnte, wurde auf Grund der Nettowertmethode; d.h. die nachweisbaren Kosten der Lebensführung passten nicht zu seinen steuerlichen Erklärungen, letztendlich zu einer Haft von 11 Jahren verurteilt. Diese Arbeit wird heute durch eine spezielle Steuerfahndungsbehörde der IRS, der „IRS Criminal Investigation Division“ (CI)[3] durchgeführt.

Während des Zweiten Weltkriegs setzte der Kongress eine Notmaßnahme zur Verbesserung des Haushalts durch. Diesbezüglich wurden Lohnauszahlungen zunächst zurückgehalten und vierteljährlich Steuerzahlungen erhoben.

In den 1950ern wurden die Leiter der Steuerbehörde durch professionelle Beschäftigte ersetzt. Zurzeit ist ausschließlich der Leiter der Behörde vom Präsidenten ernannt und vom Senat bestätigt. Die Steuerbehörde wechselte ihren Namen nochmals und heißt seitdem „Internal Revenue Service“. Dabei sollte der Begriff ‚Service‘ eine für den Steuerzahler positive Grundhaltung unterstreichen.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Nebenprodukte der IRS und infolge des neuen Umstrukturierungsplans von 1998 agiert die Behörde nun unter den folgenden vier übergeordneten Abteilungen:

  • Large & Mid-Size Business (LMSB)
  • Small Business / Self-Employed (SB/SE)
  • Wage and Investment (W&I)
  • Tax Exempt & Government Entities (TE/GE)

Daneben gibt es zur Verfolgung von Steuervergehen (Steuerfahndung):

  • IRS Criminal Investigation Division (CI)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Shelley L. Davis, Mary Matalin: Unbridled Power: Inside the Secret Culture of the IRS. Harper Collins, New York, ISBN 0-88730-829-5.
  • David Cay Johnston: Perfectly Legal: The Covert Campaign to Rig Our Tax System to Benefit the Super Rich – and Cheat Everybody Else. Portfolio, New York 2003, ISBN 1-59184-019-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Office of Commissioner of Internal Revenue (Created by an act of Congress, July 1, 1862). US Internal Revenue Service. Archiviert vom Original am 31. Oktober 2011. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  2. IRS – About us (englisch)
  3. IRS – Criminal Investigation (CI) At-a-Glance (englisch)