Internationale Akademie für Philosophie

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Internationale Akademie für Philosophie
Logo
Motto Diligere veritatem omnem et in omnibus[1]
Gründung 1986
Trägerschaft Privat (Stiftung)
Ort Mauren
Land Liechtenstein
Mitarbeiter ca. 7
Netzwerke Internationale Bodensee-Hochschule
Website www.iap.li
Internationale Akademie für Philosophie in Mauren, Fürstentum Liechtenstein
Teil der IAP-Bibliothek

Die Internationale Akademie für Philosophie (IAP) ist eine staatlich anerkannte, private Hochschule mit Promotionsrecht in dem fachlichen Schwerpunkt Philosophie.[2] Die IAP hat den Sitz in Mauren im Fürstentum Liechtenstein. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf systematischer und realistischer Philosophie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die IAP wurde als eine private Hochschule im Fürstentum Liechtenstein gegründet und ist staatlich anerkannt.[3] Bereits 1980 wurde eine Vorläufereinrichtung in Dallas, Texas gegründet. 1986 wurde die IAP in Liechtenstein von Nikolaus von Liechtenstein, Rocco Buttiglione und Josef Seifert gegründet.[4] Von 1986 bis 2007 war Josef Seifert Rektor der IAP. Rocco Buttiglione lehrte bis 1994 Philosophie, Sozialethik, Wirtschaft und Politik und war Prorektor der IAP. Aivaras Stepukonis absolvierte von 1995 bis 1998 das Masterstudium in Philosophie an der IAP. Kurzfristig wirkte auch Roderick Chisholm an der IAP.

In den Jahren 2008 bis 2012 wurde an der IAP nur Forschung betrieben.[5] Ein Lehrbetrieb wird seit 2013 angeboten.

Ziel und Aufgabe der IAP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel und Aufgabe der IAP ist die Lehre und Forschung im Bereich der Philosophie. In Abgrenzung zur Beschränkung auf die Philosophiegeschichtsschreibung will die IAP den Schwerpunkt auf systematischer Philosophie sehen. Inhaltlich gibt die IAP an, im Gegensatz zum Idealismus, eine Ausrichtung auf realistische Philosophie zu setzen. Neben den „großen philosophischen Fragen“ der Metaphysik, der Ethik und der Erkenntnistheorie ist die IAP auf Forschungen zur Philosophie der Psychologie und der Psychotherapie (insbesondere zur von Viktor Frankl gegründeten Logotherapie[6]) sowie zu philosophischen Fragen über Wirtschaft, Staat und Kultur und zur Österreichischen Schule gerichtet.

IAP ist Mitglied im Verbund der Internationalen Bodensee-Hochschulen. Dadurch ist es Studenten und Forschern möglich, die Einrichtungen der Mitgliedshochschulen (z.B. Bibliotheken, Mensen, Studienangebote) zu nutzen (z.B. Universität Konstanz und Universität Zürich).

Eine Partnerhochschule der IAP ist das Instituto de Filosofía Edith Stein[7] in Granada, Spanien.

Liechtenstein gehört zum Europäischen Hochschulraum. Die Studienleistungen der IAP werden daher im Rahmen des (European Credit Transfer System, ECTS) an anderen Hochschulen angerechnet. Die von der IAP verliehenen akademischen Grade sind daher im ganzen Europäischen Hochschulraum anerkannt.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule bietet ein dreijähriges Promotionsstudium an. Daneben werden seither auch Seminare und Einzelunterricht angeboten. Promotionsstudium und auch Einzel-Tutorien können teilweise auch als Fernstudium durchgeführt werden.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die IAP hat folgende Leitungsorgane:

Dozenten sind derzeit:

  • Alexander Batthyány (Professur Viktor Frankl Lehrstuhl);
  • Daniel von Wachter (Professor, Direktor)

Unterrichtssprachen sind Deutsch, Englisch und Spanisch.

Als wissenschaftlicher Assistent arbeitet Rahim Taghizadegan an der IAP.[10]

Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die philosophische Fachbibliothek der IAP ist öffentlich zugänglich und die Ausleihe auf Anfrage möglich (ausgenommen Präsenzbibliothek und Sonderstandorte). Die Bibliothek steht vor allem den Studierenden, Forschenden und den Lehrenden zur Verfügung. Fernleihe und Postversand sind nicht möglich.[11] Besonderer Schwerpunkt der Bibliothek liegt in den Bereichen: Realistische Phänomenologie, Platon, Metaphysik, analytische Religionsphilosophie, Leib-Seele-Problem, Willensfreiheit, Philosophie der Psychologie.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rocco Buttiglione, Josef Seifert (Hrsg.): Solženicyn, Aleksandr Isaevič. -  Politik und Moral am Ende des 20. Jahrhunderts: Rede an der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein anlässlich der Verleihung des Ehrendoktorats am 14. September 1993 / Alexander Solschenizyn; Universitätsverlag Winter, ISBN 3-8253-0191-5
  • Mariano Crespo; Elizabeth Anscombe, Menschenwürde: Metaphysik und Ethik, Jubiläumsband der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein 1986–1996, Heidelberg 1998, Universitätsverlag Winter, ISBN 3-8253-0693-3.
  • Dietrich von Hildebrand, Josef Seifert, Paul Stöcklein, Ernst Wenisch (Hrsg.): Dietrich von Hildebrands Kampf gegen den Nationalsozialismus. (Internationale Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein). Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 1998, ISBN 3-8253-0778-6.
  • Norbert Leser (Hrsg.), Die Gedankenwelt Sir Karl Poppers, kritischer Rationalismus in Dialog. Beiträge des Symposiums: "Die Gedankenwelt Sir Karl Poppers" - Kritischer Rationalismus im Dialog, Veranstaltet von der Außenstelle Vorarlberg des Instituts für Neuere Österreichische Geistesgeschichte der Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft und der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein im Landesbildungszentrum Schloss Hofen in Lochau bei Bregenz, Österreich vom 26. bis 29. Oktober 1989, Heidelberg 1991, Universitätsverlag Winter, ISBN 3-533-04450-5.
  • Giovanni Reale; Samuel Scolnicov, Dialogues on Plato - The Idea of the Good, Proceedings of the I. International Plato-Symposium at the IAP Liechtenstein, Academia Verlag, 2002, ISBN 3-89665-184-6.
  • Balduin Schwarz (hrsg. von Paola Premoli und Josef Seifert), Wahrheit, Irrtum und Verirrungen: die sechs grossen Krisen und sieben Ausfahrten der abendländischen Philosophie, Internationale Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein, Universitätsverlag Winter, Heidelberg 1996, ISBN 3-8253-0488-4.
  • Aleksandr Isaevič Solženizyn, Politik und Moral am Ende des 20. Jahrhunderts: Rede an der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein anläßlich der Verleihung des Ehrendoktorats am 14. September 1993, Universitätsverlag Winter, Heidelberg 1994, ISBN 3-8253-0191-5.
  • Nikolaus von Liechtenstein; Julian I. Mahari (Hrsg.): Finanzmärkte und Ethik heute Chancen, Risiken, Herausforderungen , Zürich 2003, Orell Füssli Verlag.
  • LOGOS, Daniel von Wachter, Hrsg.: Internationale Akademie für Philosophie, Freie Zeitschrift für wissenschaftliche Philosophie, ISSN 1869-3423, [2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Internationale Akademie für Philosophie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Wahrheit lieben – die ganze Wahrheit und die Wahrheit in allen Bereichen.
  2. Gemäß dem Abkommen zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Republik Österreich über Gleichwertigkeiten im Bereich der Reifezeugnisse und des Hochschulwesens, Abgeschlossen in Wien am 30. September 1996, LGBl 206/1997, besteht nach Art 4 für die an einer österreichischen Universität vollständig abgelegte erste Diplomprüfung in der Studienrichtung Philosophie sowie die an der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein (IAP) vollständig abgelegte erste Diplomprüfung in der Studienrichtung Philosophie Gleichwertigkeit.
  3. Hochschulwesen, Landesverwaltung des Fürstentums Liechtenstein, abgerufen am 20. März 2017
  4. Adolf Marxer in Eintracht, Zeitschrift für Heimat und Brauchtum, Staatsfeiertag 2005, S. 25: [1].
  5. Siehe auch: Information Philosophie. Oktober 2013, S. 125 (Nachrichten aktuell), ISSN 1434-5250.
  6. Nachweis, S. 10..
  7. Instituto de Filosofía Edith Stein.
  8. Stiftung Internationale Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein. Registriert am 17. Juli 1986 im Stiftungsregister und eingetragen im Handelsregister unter FL-0001.099.059-9. Siehe auch: EINTRACHT, Zeitschrift für Heimat und Brauchtum, Staatsfeiertag 2006, S. 8.
  9. Als wissenschaftlicher Beirat überwacht dieser die Qualität von Lehre und Forschung. Er hat Mitspracherecht beim Beschluss der Studienordnungen und bei der Berufung von Dozenten.
  10. Faszination Landleben: „Die Alpenphilosophie“ ergründet den urbanen Wunsch nach Ursprünglichkeit.
  11. Info der FL-Landesbibliothek

Koordinaten: 47° 12′ 40″ N, 9° 30′ 27″ O; CH1903: 756708 / 230984