Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat

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Luftangriffe der Koalition auf Stellungen des Islamischen Staates (IS) in Ain al-Arab (Kobane) im November 2014

Die Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat wurde gebildet, um die terroristisch agierende sunnitische Miliz Islamischer Staat (IS) zu bekämpfen. Der Koalition gehören einige westliche und arabische Staaten sowie die Türkei an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereinigten Staaten riefen am 5. September 2014 beim NATO-Gipfel im walisischen Newport (Gwent) ein internationales Militärbündnis gegen den IS ins Leben. Die Gründungsmitglieder waren neben den Vereinigten Staaten auch Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Italien, Polen, Dänemark, Australien, Kanada und die Türkei.[1] Hinzu kamen die Niederlande (Oktober 2014 bis Juli 2016) und später Belgien (seit Juni 2016), jeweils mit mehreren Jagdbombern des Typs F-16.[2]

Wenige Tage später berief US-Präsident Barack Obama den ehemaligen General und früheren Befehlshaber der International Security Assistance Force John R. Allen zum Sonderbeauftragten für die Allianz gegen den IS.[1] Allens Nachfolger in diesem Amt ist seit Oktober 2015 Brett McGurk.[3]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

September 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. September 2014 fand der erste Luftangriff der Internationalen Allianz gegen den IS unter Führung der Vereinigten Staaten in Syrien statt. Neben der United States Air Force und United States Navy (mit Marschflugkörpern) haben sich auch Kampfjets aus Saudi-Arabien, Bahrain, Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten daran beteiligt. Bei den Angriffen wurden 50 Ziele in der nordsyrischen Provinz Rakka angegriffen. In der Provinzhauptstadt Rakka wurde ein IS-Hauptquartier zerstört und in der Provinz Deir ez-Zor wurde ein Checkpoint getroffen.[4]

Am 24. September 2014 griffen US-Bomber ein Gebäude der syrischen Chorasan-Gruppe an, dabei starben 15 Menschen und das Gebäude wurde völlig zerstört. Diese Gruppe ist Teil der Al-Nusra-Front und gilt in den Vereinigten Staaten als Terrororganisation. Die arabischen Mitglieder der Allianz beteiligen sich nicht am Angriff auf diese Gruppe, da die Chorasan unter anderem von Katar unterstützt werden.

Operationsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • USA: Operation Inherent Resolve (OIR) (deutsch: Innere Entschlossenheit), offiziell am 15. Oktober 2014 durch das United States Central Command (CENTCOM) und rückwirkend ab dem 8. August 2014.[5]
  • Australien: Operation Okra, seit 31. August 2014
  • Belgien: Operation Desert Falcon (ODF), seit September 2014
  • Frankreich: Opération Chammal, seit 20. September 2014
  • Großbritannien: Operation Shader, seit 26. September 2014
  • Italien: Operazione Prima Parthica, seit Oktober 2014
  • Jordanien: Operation Martyr Muath (سلاح الجو الملكي الاردني - عملية الشهيد معاذ), seit 22. September 2014
  • Kanada: Operation Impact, seit 4. September 2014
  • Deutschland: Operation Counter Daesh, seit 4. Dezember 2015

Handlungsfähigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Hermann von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kritisierte, die gegensätzlichen Interessen machten ein kohärentes Eingreifen unmöglich.[6]

Partner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Garamone, Jim: Hagel Says Anti-ISIL Coalition Continues to Grow. defense.gov vom 18. September 2014 (englisch; zuletzt abgerufen am 9. Oktober 2014).
  2. "Dutch military contribution in Iraq" defensie.nl abgerufen am 22. Oktober 2016
  3. Obama names Brett McGurk as envoy to coalition fighting Islamic State. Reuters, 23. Oktober 2015, abgerufen am 8. Februar 2016 (englisch)
  4. Krieg gegen Islamisten: Die wichtigsten Fakten zum US-Luftkrieg in Syrien
  5. U.S. Central Command News Release: Centcom Designates Ops Against ISIL as ‘Inherent Resolve’. defense.gov vom 15. Oktober 2014 (englisch; zuletzt abgerufen am 19. Oktober 2014).
  6. Warum der Westen Kobane nicht rettet