Internationale Stiftung Mozarteum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Internationale Stiftung Mozarteum

(ISM)

StiftungMozarteum Logo RGB.tif
Rechtsform: Verein
Zweck: Bewahrung und zeitgemäße Auseinandersetzung mit Mozarts Erbe
Vorsitz: Johannes Honsig-Erlenburg (Präsident)
Johannes Graf von Moÿ (Vizepräsident)
Friedrich Urban (Vizepräsident)[1]
Geschäftsführung: Tobias Debuch[1]
Bestehen: 29. Nov. 2012–28. Nov. 2015[1]
Entstanden aus: Dom-Musik-Verein und Mozarteum
(gegr. 1841)[2]
Unmittelbar vorher: Internationale Stiftung Mozarteum
(gegr. 1880)[2]
Aufgegangen in: Internationale Stiftung Mozarteum
(gegr. 17. April 1925)[1]
Sitz: 5020 Salzburg,
Schwarzstraße 26[1]
Website: www.mozarteum.at

kein Stifter angegeben

Die Internationale Stiftung Mozarteum (ISM) bzw. Stiftung Mozarteum Salzburg ist eine Non-Profit-Organisation in der Rechtsform eines Vereins mit Sitz in der österreichischen Stadt Salzburg.[1] Die ISM setzt sich mit der Person und dem Werk Wolfgang Amadeus Mozarts und dessen Bewahrung auseinander. Sie ist unter anderem Betreiberin der Museen in Mozarts Geburtshaus und dem Mozart-Wohnhaus und tritt auch als Veranstalterin der alljährlich stattfindenden „Mozartwoche“ und von anderen Konzertreihen öffentlich in Erscheinung.

Der heute bestehende Verein Internationale Stiftung Mozarteum wurde am 17. April 1925 gegründet.[1] Dieser geht auf die am 16. Oktober 1880 gegründete Vorläuferorganisation Internationale Stiftung Mozarteum zurück, die wiederum ihre Wurzeln im „Dom-Musik-Verein und Mozarteum“ vom 22. April 1841 hat.[2] Mit Initiativen in den drei Kernbereichen Konzerte, Museen und Wissenschaft möchte sie die Brücke zwischen Bewahrung der Tradition und zeitgenössischer Kultur sein.

Konzerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1956 veranstaltet die Stiftung Mozarteum das Festival „Mozartwoche“, das jedes Jahr um die Zeit von Mozarts Geburtstag von Ende Januar bis Anfang Februar stattfindet. Anlässlich des Mozart-Jahres 2006 ist das Festival „Dialoge“ hinzugekommen, in dem sich zeitgenössische Künstler aus den Bereichen Musik, Tanz, Literatur und Bildende Kunst mit Mozarts Leben und Werk auseinandersetzen. Des Weiteren finden von Oktober bis Juni Saisonkonzerte mit einer Kammermusikreihe und Zyklen rund um die neue „Propter Homines“-Orgel sowie mit dem Mozarteumorchester und der Camerata Salzburg statt.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mozarts Geburtshaus
Mozart-Wohnhaus

In den beiden Mozart-Museen (Mozarts Geburtshaus und dem Mozart-Wohnhaus) bewahrt die Stiftung Mozarteum Salzburg auf über 800 m² ein authentisches und lebendiges Bild Wolfgang Amadeus Mozarts.

In Mozarts Geburtshaus erfährt der Besucher auf drei Stockwerken Details zu den Lebensumständen Mozarts, im Besonderen über seine Jugend, seine Freunde und Gönner, seine Beziehung zu seinen Familienangehörigen und seine Leidenschaft für die Oper. Zu sehen sind außerdem seine Kindergeige, Erinnerungsstücke aus seinem Besitz und die bekanntesten Familienporträts. Der Ausstellungsbereich „Mozart: Mythos und Verehrung“ beschäftigt sich mit seiner Wiener Zeit, seinen musikalischen Erfolgen, seinen Lebensumständen sowie seinem Tod. Weitere Räume sind der Verwaltung seines musikalischen Nachlasses durch seine Witwe und seine beiden Söhne wie auch dem Beginn des Mozartkults gewidmet. Mozarts Opernschaffen und sein „Alltag als Wunderkind“ vervollständigen das dort präsentierte Mozartbild.

Das Mozart-Wohnhaus am Makartplatz, in dem die Familie Mozart ab 1773 lebte und das auch als Tanzmeisterhaus bekannt ist, wurde im Original bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zerstört; das danach dort errichtete Gebäude riss man Anfang der 1990er Jahre ab. Das heute dort befindliche Wohnhaus wurde nach Originalplänen detailgetreu wiederaufgebaut und 1996 eröffnet. Darin werden für die Besucher die einzelnen Familienmitglieder sowie Mozarts kompositorisches Schaffen während seiner Salzburger Jahre und das gesellschaftliche Umfeld porträtiert. Besondere Anziehungspunkte sind Mozarts Original-Hammerklavier sowie das bekannte Familienbild der Mozarts.

Stiftungsgebäude und Großer Saal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stiftungsgebäude, Schwarzstr. 26

Der Architekt Richard Berndl aus München konzipierte das Stiftungsgebäude in der Schwarzstraße 26 sowie – baulich miteinander verbunden – den Großen Saal (Schwarzstraße 28) im Stil des Münchner Späthistorismus. Der Gebäudekomplex wurde in den Jahren 1911 bis 1914 errichtet und am 14. September 1914 feierlich eröffnet.

Das Stiftungsgebäude ist sowohl der rechtliche als auch der tatsächliche Sitz des Vereins Internationale Stiftung Mozarteum.[1][3] Im Haus befinden sich der Sitzungssaal des Präsidiums, die Bibliotheca Mozartiana (eine Fachbibliothek zur Mozartforschung), mehrere Büroräume der Stiftung sowie Unterrichtsräume, die von der Universität Mozarteum genutzt werden. Nicht zuletzt beherbergt das Haus Nr. 26 den als Konzertsaal konzipierten Wiener Saal, der zusammen mit dem Großen Saal im Gebäude Nr. 28 zu Salzburgs schönsten Konzertsälen zählt.

Das Zauberflötenhäuschen auf der Pausenterrasse des Großen Saals

Auf der Fassade des Gebäudes befindet sich eine Inschrift, die von der Künstlerin Sylvie Fleury anlässlich des ersten Dialoge-Festivals 2005 konzipiert wurde. Es handelt sich dabei um eine auf einer Handschrift Mozarts basierende Neonschrift, die den für Mozart und ebenso für Fleurys Werk typischen Satz: Ich möchte alles haben, was gut, ächt und schön ist! wiederholt.

Dem Pausenfoyer des Großen Saals ist auf der Gebäuderückseite Richtung Mirabellgarten ein kleiner Flaniergarten angeschlossen. Darin steht heute das Zauberflötenhäuschen, welches sich ursprünglich in Wien befand und später auf dem Salzburger Kapuzinerberg stand. Angeblich hat Mozart darin (zumindest in Teilen) seine Oper Die Zauberflöte komponiert.

Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Autographensammlung, die im Rahmen exklusiver Führungen besichtigt werden kann, befinden sich rund 190 Originalbriefe Mozarts, etwa 370 Briefe seines Vaters und über 100 autographe Handschriften Mozarts, überwiegend musikalische Skizzen und Entwürfe, aber auch einige Originalpartituren. Die Bibliotheca Mozartiana ist mit rund 35.000 Titeln die umfangreichste Mozart-Bibliothek der Welt.[4] Die historisch-kritische Gesamtausgabe der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA), an der seit 1954 gearbeitet wurde, ist seit Juni 2007 abgeschlossen. Als Fortsetzung entsteht eine Digitale Mozart-Edition, die den Text der NMA und somit alle Mozart-Noten über das Internet frei zugänglich macht und sukzessive aktualisiert wird.

Die Mozart Ton- und Filmsammlung umfasst rund 22.000 Audiotiteln und 3.000 Videoproduktionen (Filmdokumentationen, Spiel- und Fernsehfilme über Mozart und aufgezeichnete Operninszenierungen). Als jüngste Zuwächse konnten 2007 ein autographes Blatt mit den Variationen über „Ah, vous dirai-je, Maman“ und 2010 Mozarts Teilabschrift eines Symphoniesatzes von Johann Michael Haydn erworben werden. Im März 2012 wurde ein bisher unbekanntes Klavierstück von Mozart entdeckt.

Jugendarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kinder- und Jugendprogramm der Stiftung Mozarteum konzentriert sich auf das Erleben von Musik sowie auf die Vermittlung der Gedanken und Fantasiewelt Mozarts. Diese Programmschiene existiert seit 2008 und nennt sich seit 2012 „Klangkarton“.

Betriebsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Internationale Stiftung Mozarteum ist eine selbstfinanzierte Non-Profit-Organisation, an deren Spitze das Kuratorium steht. Die ordentlichen Kuratoriumsmitglieder werden vom „Mozart-Tag“ für jeweils drei Jahre bestellt. Das Kuratorium wählt aus seinen Mitgliedern einen Präsidenten, zwei Vizepräsidenten und drei weitere Präsidiumsmitglieder. Das Präsidium bestimmt die strategische Ausrichtung, besorgt die Geschäfte und vertritt die Stiftung Mozarteum nach außen. Das Kuratorium wählt weiters einen Vorsitzenden und zwei Stellvertreter und überwacht und berät das Präsidium.

Insgesamt sind rund 100 Mitarbeiter bei der ISM in den Bereichen Verwaltung, Künstlerisches Betriebsbüro, Marketing/PR/Sponsoring, Liegenschaften, Museen, Wissenschaft sowie in den Bereichen Saalbetreuung, Billeteure, Programmverkauf, Garderobe und Museumsaufsicht beschäftigt.

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen:
Jahresangaben und Personen fehlen.
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.
Präsident
  • 1915–1922: Julius Sylvester
  • 1922–1924: Friedrich Gehmacher
  • 1924–1925: Rudolf Hassak
  • 1926–1929: Franz Höfenmayer
  • 1929–1933: Rudolf Ramek
  • 1934–1935: Edwin Schurich
  • 1935–1938: Franz Schneiderhahn
  • 1938–1944: das Amt bleibt unbesetzt
  • 1944–1945: Alfred Heidl (provisor. Geschäftsführer)
  • 1945: Heinrich Puthon
  • Juli 1945–November 1950: das Amt bleibt unbesetzt
  • 1950–1955: Christian Bösmüller
  • 1955–1963: Bruno Hantsch
  • 1963–1975: Friedrich Gehmacher
  • 1975–1988: Richard Spängler
  • 1988–2006: Friedrich Gehmacher
  • seit 2006: Johannes Honsig-Erlenburg
Künstlerische Leitung
  • bis 2002: Josef Tichý
  • 2002–2012: Stephan Pauly
  • 2012–März 2016: Matthias Schulz
  • April 2016–2018: Maren Hofmeister[5]
Geschäftsführung
  • 1999–2004: Wieland Lafferentz
  • 2004–2012: Stephan Pauly
  • 2012–2016: Matthias Schulz
  • seit März 2016: Tobias Debuch

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Stiftung Mozarteum (Großer Saal), Schwarzstraße 28, Salzburg (01).jpg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Internationale Stiftung Mozarteum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Verein Internationale Stiftung Mozarteum, ZVR-Zahl 438729131. Auszug aus dem Zentralen Vereinsregister, abgefragt am 8. Juni 2015.
  2. a b c Geschichte der Stiftung: Ein historischer Abriss auf der Website der ISM. Abgerufen am 8. Juni 2015.
  3. 100 Jahre Stiftungsgebäude auf der Website der ISM. Abgerufen am 8. Juni 2015.
  4. Die Bibliotheca Mozartiana auf der Website der ISM. Abgerufen am 8. Juni 2015.
  5. derStandard.at: Maren Hofmeister verlässt Stiftung Mozarteum im Frühjahr 2018. Artikel vom 28. April 2017, abgerufen am 26. Mai 2017.