Internationale Stummfilmtage

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Die Internationalen Stummfilmtage, auch Bonner Sommerkino genannt, sind ein Filmfestival in Bonn, bei dem ausschließlich Stummfilme gezeigt werden. Die Aufführungen finden jeden August im Arkadenhof des Kurfürstlichen Schlosses, dem Hauptgebäude der Universität Bonn, statt. Die jährliche Zuschauerzahl beträgt weit über 25.000.[1] Es ist damit eines der größten Stummfilmfestivals in Deutschland. Das Sommerkino findet seit 1985 jährlich statt, seit 1995 ausschließlich mit Stummfilmen.

Arkadenhof während der Stummfilmtage 2009

Organisation und Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurfürstliches Schloss

Die Stummfilmtage werden vom Förderverein Filmkultur Bonn e.V. organisiert, unterstützend tätig sind das Filmmuseum München, die Bonner Kinemathek, das Rheinische Landesmuseum Bonn und das Filmpodium Zürich. 2009 wurde auch die Universität Bonn offizieller Unterstützer.[2]

Der Veranstaltungszeitraum beträgt seit Jahren jeweils 11 Tage im August. Üblicherweise werden bei freiem Eintritt pro Abend entweder ein längerer Film, ein mittellanger Hauptfilm mit kurzem Vorfilm oder zwei kürzere Filme gezeigt. An einigen Tagen des Festivals finden als Begleitprogramm ergänzende Vorträge zum technischen oder historischen Hintergrund der gezeigten Werke im Rheinischen Landesmuseum statt.

Die Filme werden live von Stummfilmmusikern, beispielsweise von Günter A. Buchwald oder bis zu seinem Tod im Dezember 2009 von Aljoscha Zimmermann, auf einem Flügel und gegebenenfalls weiteren Instrumenten begleitet. Sind keine originalen deutschen oder englischen Zwischentitel vorhanden, werden Übersetzungen neben dem Film auf der 144 m² großen Leinwand gezeigt. Der Arkadenhof wird derzeit für die Stummfilmtage für etwa 1.500 Zuschauer[3] bestuhlt.

Das Filmmuseum München zeigt zu späteren Terminen nochmals dasselbe Programm.[4]

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Programm der Internationalen Stummfilmtage befinden sich populäre Klassiker wie die Komödien von Charlie Chaplin, Buster Keaton oder Harold Lloyd sowie Werke von Fritz Lang oder Sergej Eisenstein, aber auch unbekanntere Produktionen beispielsweise aus Skandinavien oder Japan. Einige Filme werden hier nach kürzlich erfolgter Restaurierung erstmals wieder vor größerem Publikum gezeigt. Vereinzelt werden auch moderne Stummfilme gezeigt, beispielsweise 2008 The Heart of the World aus dem Jahr 2000.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bonner Sommerkino wurde 1985 von Stefan Drößler, dem heutigen Leiter des Münchner Filmmuseums, und Matthias Keuthen gegründet. Diese erste Veranstaltung fand für drei Tage im Hof des Poppelsdorfer Schlosses statt. 1989 dauerte sie bereits zehn Tage und war an den Alten Zoll gewechselt, die Stadt Bonn unterstützte das Festival nun finanziell. 1991 fand das Sommerkino erstmals im Kurfürstlichen Schloss statt.[5] Die ersten zehn Veranstaltungen hatten noch ein gemischtes Programm, die erste reine Stummfilmveranstaltung fand 1995 statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rekord bei Stummfilmtagen: General-Anzeiger Bonn vom 27. August 2012
  2. Pressemitteilung der Universität Bonn - Universität Bonn wird Kooperationspartner des Bonner Sommerkinos
  3. @1@2Vorlage:Toter Link/www.film-ist-kultur.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Internationale Stummfilmtage - Fragen und Antworten)
  4. Stummfilm.info zur Münchener Veranstaltung (Memento des Originals vom 24. Juli 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stummfilm.info
  5. Ulrike Strauch: „Perlen aus Pandoras Büchse“, General-Anzeiger Bonn, 18. August 2009, S. 13